Studierte Hausfrauen

20. August 2014 22:40; Akt: 21.08.2014 11:19 Print

So viel kostet es, wenn die Mutter arbeiten geht

von Florian Meier - 50'000 Frauen arbeiten in der Schweiz trotz Studium nicht. Dies liegt auch daran, dass sich eine Teilzeitstelle finanziell oft nicht lohnt.

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In der Schweiz leben rund 50'000 studierte Hausfrauen, die keiner Arbeit nachgehen. «Es werden Milliarden in die Ausbildung von Frauen investiert, die schlussendlich der Wirtschaft nichts nützen», sagte Rudolf Minsch, Chefökonom der Economiesuisse, am Montag gegenüber 20 Minuten.

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Sollen Frauen mit einem Hochschulabschluss als Hausfrau tätig sein?
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Insgesamt 38612 Teilnehmer

Dutzende Hausfrauen mit Topausbildung fühlten sich vor den Kopf gestossen und liessen ihrem Unmut im 20-Minuten-Talkback freien Lauf. «Bei Kleinkindern muss man die Kinderkrippe bezahlen. Dazu kommt auch noch die grössere finanzielle Belastung der Steuern, weil man in eine höhere Progressionsstufe gerät. Wenn man alles zusammenrechnet, wird es sehr knapp, wenn man nicht sogar draufzahlt!», schreibt eine Ökonomin, die gerne arbeiten würde.

20 Minuten hat nachgerechnet. Ausgangspunkt ist eine Familie mit zwei Kindern, die in der Stadt Zürich wohnt. Der Vater arbeitet 100% und verdient dabei 8000 Franken. Wenn nun die Mutter eine 40%-Stelle annimmt und dabei 1600 Franken im Monat verdient, schrumpft der Lohn aufgrund des Mehraufwandes bis auf weniger als 1000 Franken.

Noch extremer gestaltet sich die Situation, wenn davon ausgegangen wird, dass die Mutter bei 100%-Stelle ebenfalls 8000 Franken pro Monat verdienen würde. Diese Annahme ist gerade dann näher an der Realität, wenn es sich um eine Frau mit Studienabschluss handelt. Wenn die Mutter jetzt eine 80%-Stelle annimmt (der Mann verdient weiterhin 8000 Franken), gehen beinahe 3000 Franken von ihrem Lohn wieder verloren.

Genaue Situation hängt vom Wohnort ab

Die Beispiele zeigen: Je gebildeter eine Mutter ist und je mehr Tage pro Woche sie arbeitet, desto teurer wird der Berufseinstieg für die Familie. Ab einem gewissen Pensum lohnt sich das Arbeiten für die Frau sogar gar nicht mehr, hat Susanne Stern vom Forschungsbüro Infras in einer Studie herausgefunden.

Dieser Punkt liege etwa bei 40%: Wenn z. B. der Vater in einer Familie 100% und die Mutter zusätzlich zwei Tage arbeitet, bleibt am Ende des Monats mehr übrig, als wenn die Frau drei oder vier Tage arbeiten würde. Grund dafür ist, dass die Steuerbelastung mit zunehmendem Einkommen zunimmt, während die Subventionen für die Kinderbetreuung abnehmen. «Bei diesen 40% handelt es sich aber nur um einen ungefähren Wert. Das genaue Pensum hängt stark vom Tarifsystem bzw. der Gemeinde ab, in der eine Familie wohnt», meint Stern. So hat laut Studie eine Frau, die mehrere Tage pro Woche arbeitet, viel mehr davon, wenn sie in der Stadt Zürich wohnt, als wenn sie in Dübendorf (ZH) beheimatet ist.

«Kinder können von der Krippe profitieren»

Auffallend ist auch, dass es stark vom Einkommen abhängt, ob es sich für den oder die Zweitverdienerin lohnt, einen Job anzunehmen oder nicht. Im Kanton Basel Stadt zum Beispiel ist es für eine Familie mit einem mittleren Einkommen (Mann verdient 8000 Fr./Monat, Frau 4000 Fr./Monat) ideal, wenn die Frau 80% arbeitet. Handelt es sich aber um eine Familie mit einem hohen Einkommen (Mann verdient 12‘000 Fr. pro Monat, Frau 6000 Fr./Monat), erreicht das Haushaltsbudget bei einem 40%-Pensum der Frau sein Maximum.

Stern betont aber auch, dass für diese Studie nur der kurzfristige Effekt berücksichtigt wurde. «Auf lange Frist müssen natürlich noch weitere Faktoren berücksichtigt werden.» Beispielsweise könne es für die Entwicklung des Kindes förderlich sein, wenn es ein bis zwei Tage pro Woche in einer gut geführten Krippe verbringt. «Zudem ist es für die berufliche Laufbahn der Frau sehr wichtig, dass sie den Anschluss nicht verliert.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ArbeitstätigeStudentin am 20.08.2014 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mittleres Einkommen?

    In welcher Welt gilt denn CHF 8'000/Monat als mittleres Einkommen? Diese Berechnungen können unmöglich stimmen... Unter mittleres Einkommen verstehe ich CHF 5'000 bis evt. 6'500. Gehts nur mir so?

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  • Evelin Pier am 20.08.2014 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Kompliment mitteleres Einkommen von CHF 8000.- habt ihr Stellen frei?

  • Tobias Schneider am 20.08.2014 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Hausarbeit als Grundelement

    Nur so aus neugier: Ist Hausarbeit keine Arbeit? Ich bin der Meinung alle Politiker, welche es schlecht finden sollten selber mal die Hausarbeit erledigen, dann werden sie diese Frauen verstehen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vivian Fankhauser-Feitknecht am 21.08.2014 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    glücklich erwerbstätige Mutter

    Das zeigt sich doch, wie die Rollenstereotypen und die Lohnungleichheit wirken: Es wird immer davon gesprochen, wie viel es kostet, wenn die Mutter erwerbstätig ist. In der Schweiz kennen wir bei Ehepaaren nur die gemeinsame Besteuerung. Richtig ist: Sind beide Elternteile erwerbstätig, bleibt aufgrund der falschen Anreize (Steuern, Krippentarife, Prämienverbilligung) zu wenig Geld im Portemonnaie. Nicht vergessen darf man auch, dass einbezahlte AHV- und Pensionskassengelder später der einzahlenden Person wieder zugute kommen.

  • Dollar is what I need am 21.08.2014 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry!

    Hab den Bericht nicht gelesen. Es hat mir schon bei der Überschrift gereicht. Immer geht es nur ums Geld. Das kostet zu viel und hier kriegt man zu wenig. Warum ist Geld für sehr viele so damn wichtig? Ich habe fertig und gehe jetzt Lotto spielen...

  • Sara am 21.08.2014 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlaue Frau, dummer Mann?!

    Also sollte sich jede gebildete Frau einen passenden Job suchen und einen ungebildeten Mann der zu Hause bleibt. Die Diskussion ist völlig von vorgestern.

  • Mike am 21.08.2014 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entweder oder

    Wenn Kinder da sind, dann arbeitet der Mann oder die Frau 100% und !nicht beide. Für was hat man denn Kinder gezeugt? Um sie in der Kinderkrippe abzugeben?

  • Katrin am 21.08.2014 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stolz mutter Zu sein!!

    Stolz Mutter und Hausfrau Zu sein !! Ich habe zwei kinder und es geht Auch nur mit einem lohn ohne problem!klar man kann nicht alles haben .aber es geht !!ich verstehe viele Frauen nicht , die kleine kinder haben und unbedingt arbeiten müssen ! Die kinder sind nur ein mal klein und diese mütter verpassen so viel von ihern kinder ! Schade..!

    • E. Zweifel am 21.08.2014 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Glückliche Hausfrau und Mutter

      Da bin ich absolut ihrer Meinung. Es ist schade das viele Mütter zuhause bei den Kindern nicht mehr Glücklich sind. Ich bin selber Hausfrau und Mutter von drei Kindern. Und gehe nicht arbeiten.

    • V.F. am 21.08.2014 23:14 Report Diesen Beitrag melden

      Glücklicher Hausmann und Vater

      Wer sagt denn, dass nicht der Vater daheim bleiben und glücklich sein soll??

    • Susi Meier am 21.08.2014 23:21 Report Diesen Beitrag melden

      @Katrin und Zweifel

      Und was machen Sie, wenn Ihre Kinder nicht mehr klein sind und Sie nicht mehr brauchen? Schon mal so weit gedacht? Das geht ziemlich schnell! Denken Sie im Ernst all die berufstätigen Frauen geben Ihre Kinder leichten Herzens ab? Viele müssen aus finanziellen Gründen arbeiten und die anderen denken einfach ein bisschen weiter in die Zukunft als Sie beide...

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