Sion 2026

17. November 2017 20:45; Akt: 17.11.2017 21:08 Print

So viel würde Polizei-Einsatz an Olympia kosten

Falls Sitten die Olympischen Winterspiele 2026 erhält, werden die Kantone ihre Polizisten zwar entsenden, aber nicht gratis.

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An ihrer Herbstversammlung hielten die Polizeidirektoren die Gewährleistung der Sicherheit während der Olympischen Winterspiele 2026 für möglich. Die Polizeikorps seien «bereit und fähig», sagte KKJPD-Generalsekretär Roger Schneeberger am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Auch zeigten sich die Polizeidirektoren einstimmig gewillt, Polizisten für den Anlass zu entsenden. Geteilt waren die Meinungen hingegen bei der Frage der Kosten. Das Wallis hatte die anderen Kantone vor anderthalb Wochen um die gleiche Regelung wie beim Fussballturnier Euro 2008 gebeten.

Die Kosten wurden nicht abgerechnet: Polizisten an der Euro 2008 im Einsatz. (Bild: Keystone, 25. Juni 2008)

Tarife sollen respektiert werden

Damals entsandten sämtliche Kantone Polizisten, rechneten die in der Vereinbarung über die interkantonalen Polizeieinsätze (IKAPOL) vorgesehenen Kosten von 600 Franken pro Polizist und Tag aber nicht ab. «Die KKJPD hat entschieden, dass die Tarife respektiert werden sollen», sagte Generalsekretär Schneeberger.

Darüber freute sich die jurassische Regierungsrätin Nathalie Barthoulot, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Der Kanton Jura hatte schon Anfang November deutlich gemacht, dass keine Polizisten gratis zur Verfügung gestellt würden.

190'000 Tageseinsätze

Gemäss einer Studie des Bundesamtes für Sport braucht es für die ganzen Winterspiele 190'000 Tageseinsätze von Polizisten, mitsamt einer Reserve von 30 Prozent. Davon müssen 133'000 Tageseinsätze bei den Kantonen beantragt werden, in denen es keine Austragungsorte gibt.

Das ergibt gemäss den IKAPOL-Tarifen Kosten von 79 Millionen Franken. «Weil der Bund 20 Prozent der Kosten übernimmt, beläuft sich die Rechnung auf maximal 63,8 Millionen Franken», fügte Schneeberger an.

Wallis wiederholt Forderung

Noch am Freitag hatte der Walliser Staatsrat Jacques Melly vor dem Kantonsparlament die Forderung nach einem kostenlosen Engagement der anderen Kantone bekräftigt. Das Wallis habe bei der Euro 2008 kostenlos Polizisten entsandt und erwarte nun die gleiche Leistung.

«Wir werden versuchen, die Engagements für die Kantone, in welchen es keine Austragungsorte gibt, auf ein Minimum zu begrenzen », sagte Melly bei der Antwort auf mehrere Vorstösse. Es sei aber zu früh, das genaue Dispositiv zu nennen.

Auch das Organisationskomitee hofft weiterhin, dass sich die Kantone ähnlich grosszügig zeigen werden wie bei der Euro 2008. Dies sagte Präsident Jean-Philippe Rochat auf Anfrage.

Das Organisationskomitee habe die Polizeieinsätze im Budget vorsichtshalber zum IKAPOL-Tarif von 600 Franken pro Tag aufgeführt. Rochat wertet es jedoch als gutes Zeichen, dass die Kantone grundsätzlich bereit sind, Polizisten zu entsenden und die Sicherheit zu gewährleisten.

Kantone haben letztes Wort

Nach Ansicht der KKJPD müssen nun die Organisatoren und der Bund eine Lösung suchen. Zudem wurde von den fünf Austragungskantonen Wallis, Waadt, Bern, Freiburg und Graubünden eine detaillierte Analyse beantragt. Diese soll bis am 23. März vorliegen.

Dann kommt die Konferenz der Kantonsregierungen (KDK) zusammen, welche ebenfalls über die Frage der Kostenübernahme entscheiden wird. Allerdings handelt es sich bei den Entscheiden der KKJPD und der KDK nur um Empfehlungen.

«Letztendlich entscheiden die Kantonsregierungen und allenfalls auch die Kantonsparlamente, ob sie die Polizisten gratis entsenden oder nicht», sagte KKJPD-Generalsekretär Schneeberger.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • skippy am 17.11.2017 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sion 2026 nein

    wir brauchen diese olympiade nicht in der schweiz gebt das geld der ahv

    einklappen einklappen
  • Alter Säckelmeister am 17.11.2017 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Olympia nein Danke!

    Diesen Zirkus kann und darf sich die Schweiz einfach nicht leisten! Das gibt unausweichlich ein Milliarden Defizit welches der Steuerzahler berappen wird! Solche Gigantismus Veranstaltungen wo nur wenige Internationale Vermarkter und Sponsoren von Megakonzernen ein Vermögen verdienen, und Einheimische Firmen quasi über die Spiele schliessen müssen sind nicht mehr zeitgemäss und absolut nichts für die Schweiz! Soll das IOC doch ein anderes Land Ausbeuten!

    einklappen einklappen
  • Stress Und Ärger am 17.11.2017 21:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ein bisschen...

    Zu viel des guten oder nicht?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • manuel am 20.11.2017 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Trurig, trurig

    Wer will das? Mit Sport hat die Olympiade nicht mehr viel zu tun, es geht nur ums Geld!!....... das Geld kann man besser brauchen... z.B. AHV

  • Spiritualist am 19.11.2017 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Olympia? Sicher kein Steuergeld

    Wer in der Schweiz diese sinnlosen Olympiaden veranstalten will, soll doch bitte das eigene Geld verwenden und dafür sammeln gehen.

  • tell am 19.11.2017 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armut

    Wann hört die Geld Verschwendung des Volkes entlich auf..??

  • Derungs am 19.11.2017 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Der grössere Zusammenhang

    Mit der Zwangsbillag zahlen wir SRG. Diese kaufen überteuerte Übertragungsrechte, letztlich nur damit sich der Olympiafilz und alle Funktionäre bereichern können. Das Risiko soll der Steuerzahler tragen? Wenn das Event nicht über Sponsorengeldern und Werbeeinnahmen finanziert werden kann, ist es zu gross und zu pompös. Geht es noch um den Sport? Oder um als Austragungsland auf dem Buckel der Steuerzahler etwas der Welt beweisen zu können?

  • Asterix am 19.11.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gar nichts

    Wir werden dazu gar nichts bezahlen. Sollte Sion seine Winterspiele abhalten ohne von der Bevölkerung eine Zusage erhalten zu haben, darf es kein Geld vom Bund geben. Bezahlt der Bund trotzdem, wird es Zeit, dass wir die Zahlungen der direkten Bundessteuern aussetzen. Kein Geld für die Bevölkerung aber für ein paar Schmarrotzer auf Staatskosten sollen dann Milliarden zum Fenster rausgeschmissen werden. NEIN.