Austauschjahr

10. Juli 2014 12:57; Akt: 10.07.2014 13:46 Print

So viele Erasmus-Studenten wie noch nie

Immer mehr Studenten wollen in ihrem Studium ein Semester im Ausland verbringen. 2013 nutzten 3000 Schweizer das Angebot von Erasmus.

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Frauen gehen häufiger als Männer für ein Semester ins Ausland. (Bild: Keystone)

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Noch nie haben europaweit so viele Studierende vom EU-Bildungsprogramm Erasmus Gebrauch gemacht: Dies zeigen die neusten von der EU-Kommission publizierten Zahlen für das Studienjahr 2012/2013. In der Schweiz nutzten knapp 3000 Studentinnen und Studenten Erasmus.

Seit 27 Jahren ermögliche das Bildungsprogramm Erasmus Studierenden, «Zeit im Ausland zu verbringen», sagte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou am Donnerstag in Brüssel. Die neusten Zahlen zeigten, «dass Erasmus populärer ist als je zuvor».

Mehr Frauen als Männer

Insgesamt hätten fast 270'000 Studierende im Studienjahr 2012/2013 von Erasmus profitiert, schrieb die EU-Kommission in einem Communiqué. Die Beteiligung am EU-Bildungsprogramm stieg damit insgesamt um sechs Prozent im Vergleich zur Vorperiode (2011/2012). Zu den an Erasmus teilnehmenden Ländern zählten alle EU-Staaten, die EFTA-Staaten Island, Norwegen, Liechtenstein und Schweiz sowie die Türkei.

In der Schweiz nahmen im letzten Studienjahr gemäss der Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit 2880 Studierende das EU-Bildungsprogramm in Anspruch.

Hinzu kommen noch 110 Studierende, die von der Schweiz aus in ein Nicht-EU-Land gingen und daher aus einem separaten, Schweizer Topf Stipendien erhielten. Der Frauenanteil war mit 58,5% leicht höher war als jener der Männer (41,5%), ähnlich präsentieren sich die Zahlen für die EU.

Über drei Millionen Erasmus-Studierende

Über die ganze Zeitspanne hinweg haben laut EU-Kommission europaweit insgesamt über drei Millionen Studierende von Erasmus Gebrauch gemacht. Dieses Bildungsprogramm ermöglicht Studierenden, zwischen drei und zwölf Monate an einer Universität oder Hochschule im europäischen Ausland zu studieren oder ein Praktikum in einem Unternehmen oder einer Stiftung zu absolvieren.

Am meisten Studentinnen und Studenten, die an eine ausländische Universität oder Hochschule gehen, stammen aus Spanien, gefolgt von Frankreich und Deutschland.

Spanien ist Lieblingsdestination

Spanien führt aber auch die Liste der beliebtesten Zielländer von Erasmus-Studierenden an. An zweiter Stelle kommt Deutschland, gefolgt von Frankreich. Die Schweiz ist auf Platz 19 von 33 Ländern. Die Lieblingsdestinationen der Schweizer Studierenden waren Deutschland, Frankreich, Spanien und Grossbritannien.

Im Durchschnitt ging ein Erasmus-Student laut EU-Kommission 6,2 Monate ins Ausland und erhielt 272 Euro pro Monat. Die tiefsten Stipendienbeiträge erhielten die Spanier mit 143 Euro, die höchsten Studierende aus Liechtenstein mit 616 Euro.

Keine Schweizer Teilnahme 2014 an Erasmus+

Die Schweiz nahm seit mehreren Jahren am EU-Bildungsprogramm teil. Nach dem Ja zur Zuwanderungsinitiative legte die EU jedoch sämtliche Verhandlungen mit der Schweiz auf Eis auch jene zu Erasmus+, dem Nachfolgeprogramm von Erasmus, welches ab 2014 gilt.

Um den Studentenaustausch sicherzustellen, beschloss der Bundesrat daher, die Studierenden mit jenen Mitteln zu unterstützen, die für Erasmus+ bereits vorgesehen waren. Dies entspricht 22,7 Millionen Franken für das Jahr 2014.

Ziel der Schweiz ist es, wieder voll am EU-Bildungsprogramm teilzunehmen. Auf eine entsprechende Frage sagte EU-Bildungskommissarin Vassiliou am Donnerstag, sie hoffe, mit der Schweiz eine Lösung zu finden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J. Huber am 10.07.2014 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ja geschenkt

    22,7 Millionen Franken für das Jahr 2014, das ist ja geschenkt. Die EU will von der Schweiz für ein paar Jahre Erasmus knapp eine halbe Milliarde. Dann bleiben wir doch lieber bei der Kostengünstigeren Version. Ich finde die gut 7'500.- die der Steuerzahler für den Luxus eines Ausland-Semesters pro Student zahlt schon mehr als genug!

  • Jürg Wehrli am 10.07.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache die EU macht auf wichtig

    Kein Wunder, stellen die Spanier am meisten Erasmusstudenten, die wollen aus den prekären Verhältnissen des Landes weg und nutzen das Programm, um sich schon einmal umzusehen. Handkehrum wollen viele nach Spanien, auch kein Wunder, scheint doch dort die Sonne so schön. Fazit: Einmal Prekariatsflucht, einmal Tourismus. Studiengewinn? Fraglich.

  • Struppi am 10.07.2014 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Gratis Ferien, wer sagt da schon nein...... Ich mag das den jungen ja gönnen, nur braucht es dafür Erasmus?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 10.07.2014 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    3000?

    Für 3000 Studenten bezahlen wir Millionen an Gelder in Brüssel? Naja, da bin ich wirklich sprachlos.

  • Jürg Wehrli am 10.07.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache die EU macht auf wichtig

    Kein Wunder, stellen die Spanier am meisten Erasmusstudenten, die wollen aus den prekären Verhältnissen des Landes weg und nutzen das Programm, um sich schon einmal umzusehen. Handkehrum wollen viele nach Spanien, auch kein Wunder, scheint doch dort die Sonne so schön. Fazit: Einmal Prekariatsflucht, einmal Tourismus. Studiengewinn? Fraglich.

  • Struppi am 10.07.2014 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Gratis Ferien, wer sagt da schon nein...... Ich mag das den jungen ja gönnen, nur braucht es dafür Erasmus?

  • J. Huber am 10.07.2014 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ja geschenkt

    22,7 Millionen Franken für das Jahr 2014, das ist ja geschenkt. Die EU will von der Schweiz für ein paar Jahre Erasmus knapp eine halbe Milliarde. Dann bleiben wir doch lieber bei der Kostengünstigeren Version. Ich finde die gut 7'500.- die der Steuerzahler für den Luxus eines Ausland-Semesters pro Student zahlt schon mehr als genug!