Hitzewelle

18. Juli 2019 04:46; Akt: 18.07.2019 06:59 Print

Städte sollen Bewohner vor Gluthitze schützen

Das Rote Kreuz schlägt Alarm: Städte sollen Bewohner besser vor Hitze schützen. In der Schweiz gibts Nachholbedarf.

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Nächste Woche wirds in der Schweiz bis zu 35 Grad warm, vor allem Städte werden zu Glutöfen. In Zentren wird es bis zu 10 Grad wärmer als auf dem Land. Die Gründe: Wegen dichter Überbauungen fehlt die Durchlüftung und Verkehr, Industrie sowie Gebäudeoberflächen heizen die Luft zusätzlich auf. Das Rote Kreuz schlägt Alarm: «Hitzewellen gehören zu den tödlichsten Naturgefahren für Menschen», sagte Francesco Rocca, Präsident der Internationalen Rotkreuz-Bewegung. Sie ruft die Städte weltweit auf, mit diversen Massnahmen die Bevölkerung besser vor der Hitze schützen. So zum Beispiel mehr Springbrunnen zum Abkühlen: Sie bieten Erfrischung und senken die Lufttemperatur merklich. Wasserspiele wie auf dem Berner Bundes- oder dem Zürcher Sechseläutenplatz sind vorbildlich. «Noch wichtiger sind aber Trinkbrunnen an stark frequentierten Orten, so kann jeder bei Überhitzung rasch Wasser trinken», ergänzt Freiraumplaner Daniel Keller. Das Rote Kreuz empfiehlt in Städten mehr weisse Fassaden wie in Griechenland, denn Gebäudeoberflächen werden schnell bis zu 60 Grad heiss, kühlen nachts nicht ab und sorgen so für Tropennächte in Städten. Effizienter als weisse Fassaden sind begrünte Fassaden mit Kletterpflanzen: So sinkt die Innentemperatur von Gebäuden um bis zu 1,3 Grad. Das Rote Kreuz schlägt gar öffentliche Kühlräume mit Betreuungspersonal vor. Für Freiraumplaner Keller (im Bild) ist das keine Option: «Energietechnisch ist das fraglich, denn durch die Kühlung der Räume entsteht wieder Wärme.» Zur raschen Abkühlung könne man auch ein klimatisiertes Einkaufszentrum aufsuchen. Wichtigste Abkühlung bieten Bäume und Grünflächen: Parks oder Wälder bieten nicht nur Erholungsraum, sondern produzieren auch Kaltluft. Grünflächen ab einer Hektare bringen kältere Luftmassen in die nahe gelegenen Quartiere und kühlen Siedlungsräume markant. Eine Baumallee – so wie hier in Palma de Mallorca – kann die Temperatur tagsüber um rund 7 Grad reduzieren. Vor allem bei Trottoirs sowie Fuss- und Velowegen, bei Tram- und Busstationen sollten sie gezielt forciert werden. Bei Parkplätzen und ÖV-Arealen gibt es grosses Potenzial: Asphaltflächen oder Schotter-Gleisflächen werden schnell über 50 Grad heiss. Die Begrünung von Bahn- und Tramtrassees hätte laut Experten eine grosse Wirkung bei der Hitzereduktion. Die Schweizer Grossstädte erhalten von Experten gute Noten: Sie forcierten Begrünungen und schauten bei Siedlungsentwicklung und Neubauten viel gezielter auf klimagerechtes Bauen. Nachholbedarf gibt es in den mittelgrossen Städten.

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Nächste Woche wird es in der Schweiz bis zu 35 Grad warm, vor allem Städte werden zu Glutöfen. In Zentren kann es bis zu 10 Grad wärmer werden als auf dem Land, wie ein Bericht des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zeigt. Die Gründe: Wegen dichter Überbauungen fehlt die Durchlüftung. Verkehr, Industrie und Gebäudeoberflächen heizen die Luft zusätzlich auf.

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Nun schlägt das Rote Kreuz Alarm und warnt Städte vor den Risiken: «Hitzewellen gehören zu den tödlichsten Naturgefahren für Menschen», sagte Francesco Rocca, Präsident der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung (IFRC). Zahlen bestätigen das: Im Hitzesommer 2003 starben in der Schweiz fast tausend Menschen mehr als üblich.

Die IFRC ruft nun die Städte weltweit dazu auf, mit diversen Massnahmen die Bevölkerung besser vor der Hitze zu schützen. 20 Minuten hat die wichtigsten herausgepickt:

Mehr Springbrunnen zum Abkühlen

Springbrunnen oder Wasserspiele auf Plätzen bieten Erfrischung und senken die Lufttemperatur merklich. Eine zehn Meter hohe Wasserfontäne hat im Umkreis von bis zu hundert Metern eine kühlende Wirkung – dazu kommt die Wasserverdunstung. «Die Wirkung ist vor allem lokal, aber der Effekt ist gut», sagt Freiraumplaner Daniel Keller (siehe Interview). Die Wasserspiele auf dem Berner Bundes- oder dem Zürcher Sechseläutenplatz seien vorbildlich. «Noch wichtiger sind aber Trinkbrunnen an stark frequentierten Orten, so kann jeder bei Überhitzung rasch Wasser trinken.» In der Schweiz fliesse in den meisten Brunnen Trinkwasser.

Weisse Häuser wie in Griechenland

Helle Fassaden helfen gegen Hitzestau, das zeigen die weissen Häuser in Griechenland. «Gebäudeoberflächen werden schnell bis zu 60 Grad heiss, kühlen nachts nicht ab und sorgen so für Tropennächte in den Städten», sagt Keller. Viele Gebäude weiss anzustreichen, sieht er aber nur als Notlösung – wenn andere Massnahmen nicht möglich sind. Effizienter seien begrünte Fassaden mit Kletterpflanzen: Mit diesen sinkt die Innentemperatur von Gebäuden laut Bafu um bis zu 1,3 Grad.

Öffentliche Kühlräume

Das Rote Kreuz schlägt gar öffentliche Kühlräume mit Betreuungspersonal vor. Für Keller ist das keine Option in der Schweiz: «Energietechnisch ist das fraglich, denn durch die Kühlung dieser Räume entsteht wieder zusätzliche Wärme.» Zur raschen Abkühlung könne man auch ein klimatisiertes Einkaufszentrum aufsuchen. Besonders in Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen sei es aber wichtig, die Bewohner gezielt über Hitzerisiken zu informieren, zum Trinken zu animieren und bei Neubauten auf eine optimale Wärmedämmung zu achten.

Mehr Bäume und Grünflächen

«Bäume und Grünflächen sind wichtige, natürliche Cool-Spots», so Keller. Sie bieten Schatten, filtern Schadstoffe und ein Baum gibt pro Tag mehrere Hundert Liter Wasser in die Luft ab. Eine Baumallee kann so die Temperatur tagsüber um rund 7 Grad reduzieren. Vor allem bei Trottoirs sowie Fuss- und Velowegen, bei Tram- und Busstationen sollten sie gezielt forciert werden. Keller sieht bei Parkplätzen und ÖV-Arealen grosses Potenzial: «Asphaltflächen oder Schotter-Gleisflächen werden rasch über 50 Grad heiss. Die Begrünung von Bahn- und Tramtrassees hätte grosse Wirkung. Da wäre auch die SBB gefordert.»

Parks und Wälder bieten nicht nur Erholungsraum, sondern produzieren auch Kaltluft. «Grünflächen ab einer Hektare bringen kältere Luftmassen in die Quartiere und kühlen Siedlungsräume so markant», sagt Keller. Die Städte müssten gezielt mehr Grünflächen schaffen. Gutes Beispiel dafür war laut dem Bund die Neugestaltung des Hardauparks in Zürich mit extra angelegten Wiesen und Bäumen. Auch Dachbegrünungen sind Dämmer: Sie bewahren Innenräume vor der Hitze.

(rol)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 18.07.2019 05:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die Aussage ist Blödsinn

    1000 Menschen mehr oder weniger in einem ganzen Sommer sind statistisch völlig irrelevant. 2003 hatten wir ebenfalls einen Hitzesommer und damals hat keiner gesagt es wären 1000 Menschen mehr gestorben, während in den 15 Jahren dazwischen diese Zahl dann wieder zurück gegangen ist. Das hätte aber so sein müssen um diese Aussage zu stützen. Aber das man in den Städten alles laufend mit Beton zupflastert und wie in Zürich aus der schönen Sechseläutewiese eine Sechseläutesteinwüste macht um nachher sauteure und nutzlose Sonnensegel und andere blödsinnigen Schattenwerfer aufzustellen ist doof.

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  • ... am 18.07.2019 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir werden alle sterben

    Und schon geht das Gejammere wieder los... Ich hab's so satt! Und am lautesten hört man dann wieder die Schüler und Bürogummis. Von den Strassenbauarbeitern hingegen hört man nichts.

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  • Felixi am 18.07.2019 05:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie immer

    Jetzt geht das wieder los? Wegen ein paar Tagen, muss jetzt schon Unruhe gemacht werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mir gehts Super am 19.07.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Auto Momentan auf Low Clime

    Ich mach es wie der Grüne Girod: Klimaanlage an gut ist.

  • Sarah_1993 am 19.07.2019 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nach 11 Stunden arbeiten

    Ich gehe sogar bei 38 Grad nachmittags joggen.

    • Ambulancia am 19.07.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

      Sonst schon genug zu tun

      Sie sind sicher noch Jung. Ich würde es Ihnen ab 45 nicht mehr Empfehlen.

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  • GG am 19.07.2019 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kühlräume für lau

    Öffentliche Kühlräume müssen keinen Strom verbrauchen. Mann kann relativ einfach Räume im Untergrund bauen wo die Leute sich abkühlen können. Kein Rappen für die Kühlung notwendig.

  • ein Taucher am 19.07.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    gratist tip

    ab 37 Grad trage ich einen mit kaltem Wasser gefüllten Neopren Anzug !

  • Lachsforelle am 19.07.2019 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Alex

    Bern ist geil, mit den Springbrunnen auf dem Bundesplatz. Eine zeitkonforme Investition, auf Bündner-Gestein. Das können wir auch noch etwas dem seinerzeitigen, leider zu früh verstorbenen Stadtpräsidenten, Alex Tschäppät, verdanken.