Heisser Herbst

06. Oktober 2014 13:39; Akt: 21.10.2014 17:24 Print

So wollen Linke die Ecopop-Initiative bodigen

von Nicole Glaus - Der Abstimmungskampf zur Ecopop-Initiative ist lanciert. Das Komitee «Solidarische Schweiz – Nein zu Ecopop» hat heute seine Plakatkampagne vorgestellt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Monate vor der Abstimmung über die Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – Zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» rüsten sich die Gegner für den Abstimmungskampf. Verschiedene Gegner-Komitees haben sich bereits formiert. Nun bringt auch das Komitee «Solidarische Schweiz – Nein zu Ecopop» seine Plakate aufs Tapet. Dieses besteht aus Mitgliedern linker Parteien, Migrantenorganisationen, Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden an einer Medienkonferenz.

Umfrage
Wie beurteilen Sie die Plakate der Gegner zur Ecopop-Initiative?
40 %
13 %
47 %
Insgesamt 4283 Teilnehmer

Die Ecopop-Initiative, die eine Beschränkung der Zuwanderung in die Schweiz verlangt, sei «unmenschlich und gefährlich», betonte das Komitee. Mit diesem Slogan werben die Gegner auch auf ihren Plakaten. «Ecopop macht die Zahl der Menschen und nicht die ressourcenverschwendende Lebensweise der Industrie- und Schwellenländer verantwortlich für die globalen Umweltprobleme», erklärt Reguly Rytz, Grünen-Nationalrätin und Co-Präsidentin des Komitees. Das erklärte Ziel sei es, den Weg in die «Ecopop-Sackgasse» zu verhindern.

Die Initiative hätte zudem gravierende Auswirkungen auf den Werkplatz Schweiz, argumentierte Rita Schiavi, Mitglied der Geschäftsleitung Unia und Vorstandsmitglied des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Bei einer Annahme würden in der Schweiz Arbeitsplätze verloren gehen und die Arbeitsbedingungen unter Druck geraten. «Ecopop ist für alle Arbeitnehmenden, für unsere Arbeitsbedingungen und die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz brandgefährlich.»

«Wir lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter»

Die Initianten der Ecopop-Initiative reagieren auf die gegnerische Offensive betont gelassen: «Auf ihren Plakaten diffamieren uns die Gegner nur und argumentieren nicht, warum die Initiative unmenschlich und gefährlich sein soll», sagt Andreas Thommen, Geschäftsführer und Mitglied des Initiativkomitees.

Bereits am Dienstag werden die Initianten ihre Plakatkampagne lancieren. «Wir werden dabei wissenschaftlich sachlich bleiben und lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter.» Man habe jedoch festgestellt, dass der Originaltext der Initiative – verlangt wird, die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu beschränken – schwierig zu vermitteln sei. «Darum werden wir auf dem Plakat die Bevölkerungsstabilisierung bei neun Millionen Einwohner bis 2050 thematisieren.» Das Initiativkomitee hoffe, dass es die Stimmbevölkerung mit sachlichen Argumenten besser abholen könne als die Gegnerschaft.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland Kämpe am 06.10.2014 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    nötig

    Die Politiker hätten es in der Hand gehabt, zu zeigen, dass sie gewillt sind, ihren Job zu tun, die MEI umzusetzen und dass Ecopop deswegen unnötig ist. Aber nein, lieber missachten, lieber für ungültig erklären, lieber den Kopf in den Sand stecken... es braucht die Ecopop-Initiative.

    einklappen einklappen
  • Patriot am 06.10.2014 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klares Ja!

    Wir liessen uns in der Verhangenheit lange genug veräppeln, mein "Ja" hat Ecopop auf sicher!!!

  • S. Bernhard am 06.10.2014 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja auch so

    «Ecopop macht die Zahl der Menschen und nicht die ressourcenverschwendende Lebensweise der Industrie- und Schwellenländer verantwortlich für die globalen Umweltprobleme» Dagegen gibt es auch nichts zu argumentieren. Da müssen die Gegner schon bessere Argumente bringen, statt unbestreitbare Fakten anzuzweifeln.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter R am 07.10.2014 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist «unmenschlich und gefährlich»

    Natuerlich, die Ecopop-Initiative ist nach Ansicht dieses Komitees «Solidarische Schweiz Nein zu Ecopop» gefaehrlich und unmenschlich. Aber noch viel gefaehrlicher und unmenschlicher ist diese unbegrenzte Zuwanderung von Personen, die nicht die Absicht haben, sich an unsere Gesetze und Regeln zu halten, sondern nur in die Schweiz kommen um Forderungen zu stellen, um unsere Sozialsysteme zu beanspruchen, um Kulturen und Religionen zu verbreiten, die nicht zu uns gehoeren und nicht zu uns passen.

  • Erik Schiegg am 07.10.2014 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wer unbedingt mehr Multikulti und teurer

    wohnen und täglich Stau will, kann ja nach Manhattan oder London auswandern. Wenn man unter 100'000 Bewerbern einen guten Job bekommt und sich das Leben dort leisten kann. Es ist doch eine globale Welt und, wie geklagt wird, sind alle besser als die Schweiz. Also wieso wandern nicht mehr aus?

  • tr5pi am 07.10.2014 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Weitsicht

    Die Fakten liegen auf dem Tisch. Von links-Mitte Politikern und den Vertretern des Kapitals aus unterschiedlichen Interessensgründen wird Ecopop verteufelt. Warum? Wenn ein Bauer auf seinem Acker täglich Turbo-Dünger streut stirbt der Boden auch ab. Aber unsere Politik und Wirtschaft fördern weiterhin das ungebremste Wachstum der Bevölkerung, der Städte und Infrastrukturen mit Unterstützung der Linken. Für mich ist die Schweiz schon jetzt ein "Patient" und ohne Umsetzung der MEI bzw. der Annahme von Ecopop auf dem Weg in die Intensivstation. Dann wird's richtig teuer!

  • benjamin frey am 07.10.2014 01:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stoppt die Abschottung

    Was mich am meisten aufregt ist, dass die meisten nur aus trotz ja stimmen, weil MEI nicht richtig umgesetzt wurde. Obwohl der Bundesrat hierfür bis 3 Jahre Zeit hat. Ich hoffe das die Initiative abgelehnt wird. Mein Nein haben die Initianten schon sicher!!!!

  • Marianne B. am 07.10.2014 01:00 Report Diesen Beitrag melden

    1/3 Nahrung Import

    Ja, ja, ja nochmals JA Ecopop. Denn die Schweiz ist nicht mehr fähig, sich selber zu ernähren. 1/3 oder mehr Nahrung muss importiert werden. Die Million zuviel in der jetzigen CH braucht Nahrung, die importiert werden muss. Umweltschäden, Beton, Neubauten, Stau, Polarisierung etc. was noch?