Arbeitsrecht

16. Januar 2020 18:30; Akt: 16.01.2020 19:15 Print

Sollen Betriebe Verwandten Jobs geben?

von B. Zanni - Eine Chefin im Verteidigungsdepartement zog den Sohn eines Vaters als Nachfolger nach. Experte Roger Rudolph sagt, ob das klug ist.

Kommandochefin Katrin Stucki verabschiedet Althaus und heisst dessen Sohn zum ersten Arbeitstag willkommen. (Video: SRF/Tamedia Action Team)
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Herr Rudolph, in einer Szene der SRF-Serie «Auf und davon» rückt der Sohn beim Verteidigungsdepartement für den Vater nach. Ist das in Ordnung?
Auch dem Bund ist es als Arbeitgeber nicht verboten, Kandidaten in Verwandtschaftsbeziehungen einzustellen. Die Aussagen der Chefin in der Szene sind aber leider etwas unglücklich.

Umfrage
Würden Sie als Arbeitgeber einen Bewerber einstellen, der mit einem aktuellen oder ehemaligen Mitarbeiter verwandt ist?

Weshalb?
Sie nennt den neuen Mitarbeiter «Junior» und stellt ihn daher als Teil eines Doppelpacks dar. So könnte der Eindruck entstehen, dass die Nachfolge des Sohnes eine abgemachte Sache war.

Sollen Arbeitgeber deshalb besser keine Bewerber einstellen, die mit aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern verwandt sind?
Nein. Niemand sollte abgestraft werden, nur weil er mit jemandem verwandt ist. Arbeitgeber müssen in einem solchen Fall aber beim Auswahlverfahren besonders sorgfältig sein.

Wie müssen sie vorgehen?
Das heisst zum Beispiel, dass das Bewerbungsverfahren objektiv geführt wird und Personen über die Einstellung entscheiden, die frei und unabhängig von persönlichen Bindungen sind. In der Praxis ist es aber schon auch so, dass manche Arbeitgeber auf verwandtschaftliche Beziehungen in den Firmen lieber verzichten und daher von vornherein von der Einstellung solcher Bewerber absehen.

Warum?
Die Arbeitgeber wollen schon gar nicht das Risiko eingehen, der Vetternwirtschaft verdächtigt zu werden. Dieser Verdacht kann spätestens dann aufkommen, wenn beim betreffenden Mitarbeiter zum Beispiel eine Beförderung ansteht. Mitarbeiter könnten dies als Zeichen der Begünstigung deuten, was Unruhe in die Firma brächte. Ein anderer Grund kann sein, dass Arbeitgeber Seilschaften oder persönliche Spannungen befürchten, wenn im Betrieb verwandte Personen zusammenarbeiten.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • GydaSZ am 16.01.2020 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn...

    ...der Verwandte mit all seinen Qualifikationen für den Job in Frage kommt, darf er meiner Meinung nach wie jeder andere Bewerber ebenso in Betracht gezogen werden den Job zu bekommen. Ihn jedoch nur aufgrund des Verwandtschaftsgrades einzustellen ist definitiv falsch! Ich glaub das sollte jedem einleuchten..

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  • Mickey House am 16.01.2020 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vetternwirtschaft

    Eine Art von Korruption. Ganz klar verwerflich.

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  • El Pato am 16.01.2020 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Harte Realität

    Wird immer ein Problem sein und noch mehr kommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • weisen kind am 17.01.2020 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    trotz allem

    Ich sage es ja schon lange dem RAV und deren Psychologen, dass ich keinen Job finde egal was ich und wie ich es mache.

  • Roger Campos am 17.01.2020 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Adi Hilter am 17.01.2020 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bananenrepublik

    ... ganz klar - da bin ich auch der Meinung. Ist es nicht in jeder Bananenrepublik so? Auch dort kann man sich Ämter kaufen wie die Blochs

  • Thomas Stutz am 17.01.2020 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Titel

    Gibts auch in anderen Departementen... schaut mal ins EFD

  • Marko0912 am 17.01.2020 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    !!!!

    was heißt könnte einen Eindruck entstehen, es ist und war auch so!