Video von Gespräch

21. Januar 2020 19:42; Akt: 21.01.2020 23:01 Print

Sommaruga spricht Klima an, Trump langweilt sich

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga sagte zu US-Präsident Donald Trump, man solle über die Erderwärmung reden. Trumps Miene spricht Bände.

Hier spricht Sommaruga Trump auf die Klimafrage an. (Video: Fox News)
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Beim Treffen mit Donald Trump am WEF in Davos löste Umweltministerin Simonetta Sommaruga ihr Versprechen ein: Sie sprach den US-Präsidenten auf die Klimafrage an. «Die Erderwärmung betrifft alle und ich denke, es lohnt sich, darüber zu sprechen.» Trump schaut geradeaus und brummelt bloss «sure». Das Thema stehe bei ihr als Umweltministerin täglich auf der Agenda, fährt Sommaruga fort. Trumps Antwort: «Good!»

Den Mitschnitt veröffentlichte ein Journalist auf Twitter und versah ihn mit drei Emojis. In den Kommentaren erntet Sommaruga Lob, während Trump für seine desinteressierte Haltung kritisiert wird. «Wow, seine Körpersprache ist so vielsagend. Wenn das Gespräch sich nicht um ihn dreht, ist er nicht interessiert», lautet etwa ein Kommentar.

«Sichtweisen sind natürlich verschieden»

Sommaruga zog nach dem Treffen trotzdem eine positive Bilanz: Das Gespräch, bei dem auch ihre drei Kollegen Guy Parmelin, Ueli Maurer und Ignazio Cassis dabei waren, habe in einem guten Klima stattgefunden, sagte sie vor den Medien. Es habe etwa 50 Minuten gedauert – länger als vorgesehen. «Ich habe dargelegt, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral sein will.» Auch der Verkehr, die Verlagerungspolitik, sei ein Thema gewesen.

Sommaruga nahm Trump als interessiert wahr. Er und seine Delegation hätten nachgefragt. «Die Sichtweisen sind natürlich verschieden. Trump ist dann interessiert, wenn man Klimaschutzmassnahmen so gestalten kann, dass auch die Wirtschaft davon profitiert.» Anders als Bundesrat Alain Berset vor zwei Jahren wollte sie nicht sagen, sie sei positiv überrascht gewesen vom US-Präsidenten. Aber: «Es war mehr als nur ein kurzer Austausch von Floskeln. Ich würde den Austausch als Erfolg werten.»

«Die Begrüssung war distanziert»

Kritischer ist Kommunikationsexperte Marcus Knill: «Schon die Begrüssung mit dem Händedruck war distanziert – Trump behielt die Oberhand und signalisierte damit Dominanz. Die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden war die rote Farbe von Sommarugas Kleid und Trumps Krawatte.» Konkrete Erfolge – etwa einen Durchbruch beim Freihandelsabkommen – gebe es nicht. Das sage man nach einem solchen Treffen aber nicht.

«Beim Thema Umweltschutz gehen die Meinungen zwischen Sommaruga und Trump weiter auseinander, als es Sommaruga suggerierte.» Gleichwohl sei es positiv, dass der US-Präsident schon zum wiederholten Mal mit der Schweiz gesprochen habe. «Solche Gespräche und anschliessende Essen können Türöffner sein.» Das ist ein Vorteil, der nicht zu unterschätzen sei.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TheSwissman62 am 21.01.2020 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WEF

    Er hat recht. Man soll aus der WEF kein Klimagipfel machen.

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  • sara haas am 21.01.2020 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    häuchler

    das wäre ich auch, alle kommen mit ihrem privatjet und reden über das klima.

  • 101st am 21.01.2020 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Thema Klima...

    langweilt mich langsam aber sicher auch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • H.St. am 23.01.2020 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelegenheit verpasst

    Bei einem solchen nicht alltäglichem Treffen muss man offene Punkte ansprechen. Und das wäre hier sicher prioritär das Freihandelsabkommen mit den USA gewesen. Aber eben. Frau S muss das Gespür haben.

  • Dirk T am 23.01.2020 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Format

    Unsere First Lady hat einfach nicht das Format für die grosse Bühne. Lamentiert über Bienchen und Klima, ganz im hippen Fahrwasser, spricht aber nicht für den grossen Teil der Bevölkerung.

  • Frisi am 23.01.2020 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Nei aber au

    Würden alle fossilen Vorräte verbrannt, würde die Welttemperatur um 0,6 Grad C steigen. Das Klimaziel 1,5 Grad wird also in jedem Fall erreicht. Und alle Politiker können sich als Weltenretter feiern lassen. - Da darf man sich schon mal langweilen.

  • Aladdin am 23.01.2020 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    WEF ein Witz

    Dieses jährliche WEF ist sowieso ein Witz. Es bringt keine konkreten Resultate und Entscheidungen hervor. Ein Showlaufen gewisser Politiker und Manager! Hauptsache sehen und gesehen werden und dass alles auf Kosten der Steuerzahler (Einsatz der Armee und Polizei) .

  • Ronny C. am 23.01.2020 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das alte Märchen

    Es gibt seit Mitte der 1990er - Jahre KEINE Klimaerwärmung. Vielleicht sollte man mit diesen Märchen endlich aufhören. Die Rohdaten sind verfügbar und sprechen eine klare Sprache. Das Klima an sich ändert sich immer. Zu Zeiten der Römer und um 1250 war es hier bis zu 6 Grad wärmer im Schnitt, Grönland und die Alpen waren eisfrei. Es hat nie ein stablies Klima gegeben, wer kommt auf solch absurde Ideen ? Der Klimanwandel war immer da, der Mensch hat damit nichts zu tun.

    • Ja klar am 23.01.2020 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C

      Wo stehen denn die Daten? in der Weltwoche? Warum behaupten denn 95% aller Wissentschaftler was anderes?

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