Nasser Juli

27. Juli 2014 14:33; Akt: 27.07.2014 14:33 Print

Sommer, du kannst uns gestohlen bleiben!

von Nicolas Saameli - Dieser Sommer ist eigentlich gar keiner. Und wenn, dann kann er höchstens als Sömmerchen bezeichnet werden. Nicht alle sehen aber nur negative Seiten am verregneten Juli.

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Dieser Sommer kann höchstens als Sömmerchen bezeichnet werden. (Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi)

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Von einem Traumsommer kann man in diesem Jahr wohl kaum sprechen. Eigentlich noch nicht mal von einem richtigen Sommer.
Statt Miniröcken und Sandalen dominieren Regenjacken und verdreckte Gummistiefel das Stadtbild. Festival-Campings werden zu post-apokalyptisch anmutenden Schlammlandschaften, Sommer-Grippen gehen um und selbst der Glaceverkaufschmilzt seit Jahren dahin.

Laut einer Statistik von MeteoNews ist der Juli bisher rund ein Grad zu kühl. Anfang des Monats wurden mit 13 Grad gar Temperaturen erreicht, die eher an Weihnachts- als an Sommerferien erinnern.

Ein Top-10-Regensommer

Nicht nur die Temperatur ist es aber, die den Schweizern im Moment zu schaffen macht. Überschwemmungen, wie die, die derzeit das Emmental unter Wasser setzen und noch dazu 20 bis 30 Prozent weniger Sonnenstrahlen als sonst üblich – als «Gemütsaufheller» kann dieser Juli nun wahrlich nicht bezeichnet werden.

«In Städten wie Bern, Basel oder Luzern hatten wir in diesem Juli schon so viel Regen, dass wir in den Top 10 der nassesten Monate sind, seit wir mit den Messungen angefangen haben», sagt Cédric Sütterlin, Meteorologe von MeteoNews. «Dabei ist der Juli noch nicht mal vorbei.» Die nächsten Tage werden laut Sütterlin auch nicht besser, aber: «Dafür sollte der erste August trocken werden.»

Wenigstens verpassen Sie nichts

Was soll man nun tun mit solch einem Sommer, der sich für einen Winter zu halten scheint? «Ihn geniessen!», sagen unsere Leser. Ganze 2333 Punkte verteilen sie in einem Rating den Moskito-Stichen und machen sie damit zur unbeliebtesten Plage des Sommers. Auch das Verzichten auf verschwitzte Achseln und auf den Sonnenbrand fällt den wenigsten schwer.

Eigentlich hat das schlechte Wetter sogar Vorteile: Die Steinschlag-Gefahr ist in diesem Jahr zum Beispiel deutlich tiefer als in vorgehenden Jahren, wie Experten berichten. Durch die tiefen Temperaturen taut nämlich weniger Permafrost auf und weniger Felsen werden abgesprengt.

Auch für die Tiefbauämter ist das schlechte Wetter nicht nur ein schlechtes Zeichen. Je weniger Menschen ihren Abend nämlich in den Städten verbringen, desto weniger verdreckt sind diese am nächsten Morgen. «Für uns heisst Regen immer auch weniger Personen am Rheinbord und dementsprechend weniger Littering», sagt André Frauchinger, Sprecher der Stadtreinigung Basel.

Leser Mani P. freut sich aus anderen Gründen über den verregneten Sommer. «Ich arbeite 100 Prozent», sagt er, «da finde ich es ganz gut, wenn ich nicht immer das Gefühl habe, dass ich etwas verpasse.»

Wieso brauchen wir den Sommer in diesem Jahr nicht? Was tun Sie um sich durch die verregnete Jahreszeit zu bringen? Schreiben Sie uns Ihre Tipps an feedback@20minuten.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alfred Eisler am 27.07.2014 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Immer dieses Gemecker!

    Nehmt doch das Wetter wie es ist und macht das Beste draus! Wir können es doch nicht ändern!

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  • Dann wandert doch am 27.07.2014 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in die WÜSTE aus!!

    Herrlich angenehme Temperaturen; kein Schweiss der brennt in den Augen, keine klebenden Kleider, weniger fettige Sonnencreme, weniger Hautkrebs, weniger Herz-Kreislauf Probleme.... Genug Wasser für unsere Vegetation und somit auch für unsere Lebensmittel. Ausreichend Trinkwasser... Was willst du mehr?

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  • Olala am 27.07.2014 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerade richtig für mich

    Zurzeit wegen chemo krank geschrieben . Für meine Lungen ist dieses Wetter natürlich viel besser als wenn es zu heiss ist .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hitzehasserin am 30.07.2014 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Für mich perfekt

    Mir können Temperaturen über 25°C gestohlen bleiben. Alles über 30°C find ich fürchterlich. Endlich mal wieder ein angenehmer Sommer! Verstehe nicht, was so schön daran sein soll, bei brütender Hitze 8 Stunden im Büro sitzen zu müssen? Viele müssen doch sowieso die meiste Zeit des Sommers in einem unklimatisierten Büro verbringen. Kann mir mal jemand sagen, was daran schön sein soll? Oder in eine total überfüllte Badi gehen und sich fühlen wie Ölsardine in der Dose? Mache gerne draussen Sport, da sind 10-25 °C genau richtig. Heisse Sommer sind der reinste HORROR!

  • Neutral am 29.07.2014 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das Seine

    Ich finde, dass die die einen solchen Risikosport ausüben das auch dürfen. Jedoch sollen sie, wenn in Not geraten, nicht durch waghalsige Aktionen gerettet werden müssen.

  • baba am 29.07.2014 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    Jahreszeitenverschiebung

    ach jammert doch nicht rum, denn dafür haben wir dann an Weihnachten wieder 20°C.....

  • Big Ben am 29.07.2014 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    No risk no fun?

    Solche Typen müssen früher oder später gerettet werden. Selber schuld...

  • Mike am 29.07.2014 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mike

    Langsam hab ich genug Wasser gesehen. Heute regnets schon wieder, ich mach HomeOffice! Ich tue keinen Schritt nach draussen bei diesem Wetter. Geht ihr, die ihr alle einen richtigen, warmen und trockenen Sommer verschmäht, ruhig nach draussen in die Nässe. Mit mir nicht. Und jetzt könnt ihr mich wieder in Massen disliken