Umweltwissentschaftler warnen

21. Juni 2017 10:15; Akt: 21.06.2017 10:31 Print

Sonnencreme belastet die Gewässer

Sonnencreme im Wasser ist nicht nur fürs Ökosystem schädlich, auch auf Menschen kann sie Auswirkungen haben.

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Vor dem Sprung ins kühle Nass noch kurz Sonnencreme einschmieren: Das kann fatale Folgen für Schweizer Gewässer haben. Laut der Umweltorganisation Arvam reichen schon 20 Minuten Baden im See mit Sonnencreme aus, um drei Viertel der Lotion im Wasser zu verteilen, wie «Le Matin» berichtet.

Zwischen 4000 und 6000 Tonnen Sonnenschutz landen so jährlich weltweit auf Korallenriffen, die dadurch gebleicht werden. Aber nicht nur Korallenriffe sind von Schäden durch Sonnenlotion betroffen: Auch das Hormonsystem von Fischen wird beeinflusst. Karl Fent von der ETH Zürich sagt zu «Le Matin»: «Bei hohen Konzentrationen wird das Leben im Wasser gestört. Junge männliche Fische werden feminisiert, das kann die Fortpflanzung beeinflussen.» Der Wissenschaftler betont aber, dass die Werte momentan noch nicht alarmierend seien.

Auch Menschen betroffen

Laut der Umweltwissenschaftlerin Nathalie Chèvre von der Universität Lausanne sollte man aber wachsam sein. «Einige UV-Filter sind fettlöslich. Fische können diese aufnehmen. Wenn Menschen diese Fische essen, können diese Lipophile auch in ihnen landen – bei hohen Konzentrationen.»

In Mexiko ist es deshalb an einigen Stränden verboten, mit Sonnenschutz ins Wasser zu gehen. Dort gilt: Duschen vor dem Schwimmen ist obligatorisch. Hawaii will gewisse Sonnencremes ganz verbieten.

Auch Chèvre rät, sich durch Kleidung und einen Hut vor der Sonne zu schützen. Bei der Sonnencreme sollte darauf geachtet werden, dass sie einen Mineral- und keinen chemischen Filter enthält. «Die Mineral-Filter erkennt man daran, dass sie eine weisse Schicht auf der Haut hinterlassen», so die Wissenschaftlerin.

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan D. am 21.06.2017 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel ist zu viel

    Mal ehrlich, wir können noch so viele Alternativ-Energien, Umweltschonende Massnahmen, etc. umsetzen, am Ende sind wir einfach zu viele Menschen. Der Planet mag dies (uns) offensichtlich schon lange nicht mehr "ertragen".

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  • Peter Moser am 21.06.2017 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig hier

    Als es um die Bauern mit Pestiziden ging waren alle sich einig, dass die Bauern böse sind und was tun müssen. Betrifft es nun einen selber ist wieder alles halb so wild...

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  • Sonnencreme am 21.06.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!

    Nein, jetzt echt? Irgendwelche fettigen Cremes mit Chemikalien drinnen sind schädlich wenn sie im Wasser verteilt werden? Wer hätte das den gedacht! Man lernt nie aus und es ist schon ein Wunder, dass das so nach gefühlten 500 Jahren jemand feststellt...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stef94 am 22.06.2017 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und morgen?

    Gerade einen Artikel gelesen: UMBEDINGT EINCREMEN!!und jetzt ist dieser Ungesund? Morgen darf ich nichtmal auf die Toilette weil mein Papier nicht umweltfreundlich ist? Ich liebe die Forschung!

  • Fridolina am 22.06.2017 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logische und doch traurige Konsequenz

    Interessanter Artikel! Gerade gestern war ich mit den Kids in der Badi am See. Da fiel mir auf, dass das Wasser eine ölige Schicht aufwies. Ich ahnte schon, das komme sicher von der Sonnencreme und dachte mir dabei noch: ohje, wieder mal schützen wir unseren Körper und der unserer Kinder aber die Kosten tragen die Gewässer und dessen Bewohner.

    • Pivo1 am 22.06.2017 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fridolina

      Dann bleibe mit Kinder zu hause und bade im Badewanne .

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  • Manta Manni am 22.06.2017 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Also ich

    reibe mich schon immer mit Altöl ein. Altöl stammt aus natürlichen Ressourcen und kann so prima wiederverwendet werden ohne die Umwelt zu belasten, kommt ja schliesslich aus der Erde.

  • Weniger isch meh am 22.06.2017 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme nicht immer isoliert betrachten

    Den Kindermacherlis muss man endlich einen Riegel vorschieben. Sei es, das Kinderhaben so zu verteuern, dass es sich die grosse Mehrheit gar nicht leisten kann oder durch flächendeckende Sterilisierungsmassnahmen. Es ist geht hier um eine ernsthafte Angelegenheit und nicht um die Selbstdarstellung und - verwirklichung einiger Girlies, die meinen, es sei ja eine super Sache, Kinder zu haben. Die Probleme sind gewaltig, werden aber von Wirtschaft und Politik nur immer isoliert betrachtet. So verschleiert man das Gesamtproblem gekonnt. Augen auf!

  • Antonov am 22.06.2017 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langfristig

    Der Planet wird irgendwann eh unbewohnbar. Also, wofür den Stress?