Spam-Flut

21. September 2019 16:17; Akt: 21.09.2019 16:17 Print

Schweizer erhält nach Ferien über 1700 Mails

von B. Zanni - Unzählige Spamnachrichten überfluteten den Mail-Account eines Lesers. Zuvor hatte er sich in Italien mit einem WLAN verbunden.

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Lauter Werbung für Mode-, Shopping- und Technology-Portale trieb Leser O. F.* fast an den Rand des Wahnsinns. «Tausende Spamnachrichten überfluteten täglich meine Mailbox», berichtet F., der kürzlich Hotelferien im italienischen Verona verbrachte. Mit Löschen sei er nicht mehr nachgekommen. «Kaum hatte ich 1700 Nachrichten gelöscht, kam schon die nächste Flut an Spam-Mails rein.»

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Der unaufhaltbare Spam-Horror zwang den 63-Jährigen dazu, den Mail-Account zu löschen. «Dass ich so viele Spamnachrichten erhalten habe, muss an einer Sicherheitslücke beim Filtersystem liegen», wirft er UPC vor, der Betreiberin seines Swissonline-Accounts.

«Über Hotel-WLAN mit Malware infiziert»

Stephanie Aline Niggli, Mediensprecherin von UPC Schweiz, hält fest, dass UPC keine Sicherheitslücken habe und die Spamnachrichtenflut nicht direkt mit dem Mailkonto des Kunden zusammenhänge. Dank gängigen und verbreitet eingesetzter intelligenter Erkennungs- und Filtersysteme würden unerwünschte oder potenziell schädliche Nachrichten noch vor der Zustellung erkannt und aussortiert.

«Im vorliegenden Fall vermuten wir aber, dass das Gerät des Kunden beim Verbinden über das WLAN im Hotel in Italien mit einer Malware infiziert wurde», sagt Niggli. Entsprechend sei es möglich, dass dem Kunden persönliche Daten gestohlen worden seien, die auf dem Gerät gespeichert waren.

VPN als Schutz vor Spam

UPC empfiehlt laut Niggli, ein aktuelles Antivirenprogramm auf dem Gerät zu installieren, will man sich mit einem fremden WLAN-Netz verbinden. Noch sicherer sei aber die Nutzung eines VPN, Virtual Private Networks.

Auch IT-Spezialisten und Telefongesellschaften legen nahe, sich während Hotelferien mit einem VPN vor Spam- und Phishingattacken zu schützen. Mittels VPN greifen die User über einen verschlüsselten Kanal auf ihre Internet-Box zu. Diese verhindert, dass Aussenstehende Daten mitlesen oder manipulieren können. Einrichten lässt sich das VPN etwa auf iOS- und Androidbetriebssystemen über die Option Einstellungen.

Geld abgezogen

Die Spamflut war aber übrigens nur der Anfang von O. F.s Ärger. «In einem Mail hiess es, ich hätte einem Herrn Nikolai Keranov von meinem Paypal-Konto 913 Euro und 464 Euro überwiesen.» Tatsächlich seien ihm 1700 Franken von der Visa Card abgebucht worden. «Inzwischen hat mir Paypal den Betrag aber wieder gutgeschrieben.»

Niggli sagt dazu: «Sollte das Gerät des Kunden mit einer Malware infiziert worden sein, ist es möglich, dass das Geld durch den Diebstahl von persönlichen Daten gestohlen wurde.» Zudem sei es heute verbreitet, dass geschädigte Personen mit dem Einsatz von Malware oder Phishing dazu gelockt würden, ihre Daten preiszugeben.


*Name der Redaktion bekannt.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcus0 am 21.09.2019 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meist selber schuld

    Vermutlich hat er einfach in Italien ein Email mit Anhang geöffnet und so die Schadsoftware selbst gelanden. Passiert leider immer noch vielen tagtäglich.

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  • Mailing Experte am 21.09.2019 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug

    Um ein Spam-Mail zu schreiben braucht es kein Passwort. Die Adresse genügt.

  • Stefan am 21.09.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn interessiert das?

    Und das ist so schlimm das man darüber schreiben muss? Mein Gott hatte schon über 2000mails ungelesen. Soll ich jetzt daraus auch eine Story machen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 22.09.2019 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeden Tag steht einer auf

    Habe kein Bedauern mit solchen Anfängern. Ohne Schutz geht man nicht ins WLAN eines Hotels.

  • The Anonymous am 22.09.2019 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    UPC besitzt Sicherheitslücken

    Die UPC hat zwar auf Ihren Servern nicht so viele Remote Code Executions, aber auf die veraltete Hardware sowie auf Ihre Sim Karten und auf alle UPC Connect Boxen. Zum Beispiel bei den Connect Boxen darf mann folgendes anwenden: httpd CGI name heap overfow oder einen HTTP negative Content-Length buffer overfow. Somit ist die Aussage der Mediensprecherin, UPC habe keine Sicherheitslücken, falsch. Es ist sogar möglich den Port 53 (DNS) der UPC Box auf Phishing Seiten weiterzuleiten oder mit einer Sperre für gewisse Seiten zu versehen etc. da 192.168.100.1 bei allen Boxen Root ist...

  • Zugeschraubt am 22.09.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    TP-Link

    Ich habe immer einen Mini-Router zwischen geschaltet und die Lokale Firewall zu.

  • olivia am 22.09.2019 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ferien

    ich hätte lieber Ferien nach 1700 Mails statt umgekehrt

  • Markus am 22.09.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Und wegen dem gibt Mann natürlich UPC Schuld. Ist er nicht erwachsen genug um zu wissen das die heute Technologie da ist, nur um zu bewachen. Und Daten zu sammeln???? Ich sage Selber Schuld.