28. April 2005 11:10; Akt: 28.04.2005 11:10 Print

Spatenstich bis zum Durchschlag

Der Basistunnel am Lötschberg war von den beiden Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) von der Politik mehr hinterfragt als der Gotthard-Basistunnel.

Fehler gesehen?

Nachstehend die wichtigsten Etappen bis zum Tunneldurchstich am Lötschberg:

- 27. September 1992: Die Schweizer Stimmberechtigten heissen mit 63,6 Prozent Ja den Bau der NEAT am Gotthard und am Lötschberg gut.

- 12. April 1994: Spatenstich für den Sondierstollen Kandertal mit dem damaligen Verkehrsminister Adolf Ogi.


- 25. Juli 1994 Baubeginn am Fensterstollen Mitholz.

- 1. August 1994: Der damalige Finanzminister Otto Stich sagt in einem Interview, der Bau des Gotthardtunnels genüge.

- 18. August 1994: Waadtländer, Berner und Walliser Regierungsvertreter setzen sich öffentlich gegen die Streichung des Lötschberg-Basistunnels ein.

- 19. Februar 1995: Der Bundesrat hält an der NEAT-Netzvariante mit Gotthard und Lötschberg fest.

- 24. April 1996: Der Bundesrat beschliesst aus Kostengründen eine Redimensionierung der NEAT. Am Lötschberg werden Niesenflankentunnel, Umfahrung Frutigen und der Autoverlad zurückgestellt.

- 17. März 1998: Wie der Ständerat ist auch der Nationalrat dafür, dass die Basistunnel am Gotthard und Lötschberg gleichzeitig in Angriff genommen und danach die Zufahrtsstrecken gebaut werden.

- 29. November 1998: Die Schweizer Stimmberechtigten sagen mit 63,5 Prozent Ja zu einer Vorlage über den Bau und Finanzierung der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs (FinöV). Damit ist die Finanzierung der NEAT auf einer neuen Grundlage sichergestellt.


- 5. Juli 1999: Erste Sprengung in den Lötschberg-Basistunnelröhren bei Mitholz.

- 8. Dezember 1999: Nach dem Nationalrat stimmt auch der Ständerat dem neuen NEAT-Gesamtkredit von 12,6 Milliarden Franken zu.

- 15. November 2001: In St. German (VS) hat sich beim Vortrieb des Lötschberg-Basistunnels der Boden bis zu 18,3 Zentimeter gesenkt. An vielen Gebäuden gibt es Risse.

- 5. April 2002: Die Bauarbeiten an der Lötschbergbaustelle in Steg (VS) werden wegen Asbets bis zum 13. April eingestellt.

- 17. April 2002: Auf der Alptransitbaustelle Ferden kündigen die Bauarbeiter einen 24-stündigen Streik an.


- 2. Mai 2002: Die Hälfte des Lötschberg-Basistunnels ist ausgebrochen.

- 16. April 2003: Der Bundesrat erhöht den Kredit für die Lötschberg-Achse um 300 Millionen auf 3,9 Milliarden Franken, um Teuerung, Mehrwertsteuer und Bauzinsen aufzufangen.

- 21. April 2004: Die Tunnelbauer geben bekannt, dass sie im Vortrieb Mitholz überraschend auf eine Karbonschicht stossen. Der Vortrieb gerät monatelang ins Stocken.

- 10. Juni 2004: Nach dem Ständerat bewilligt der Nationalrat eine Aufstockung des Kredits für die NEAT um 900 Millionen Franken. Damit sind für die NEAT insgesamt 15,6 Milliarden Franken bewilligt.

- 6. Dezember 2004: In Raron beginnen Monteure mit dem Schieneneinbau. Im Tunnel müssen 57 Kilometer Geleise montiert werden.

- 1. April 2005: Der Standbericht zur NEAT bestätigt, dass die Kosten für die beiden Alpentransversalen auf 16,3 Milliarden Franken gestiegen sind. Die Mehrkosten von 3,6 Milliarden Franken gegenüber dem Ausgangsprojekt werden vom Bundesamt für Verkehr grösstenteils auf Projektänderungen zurückgeführt.

- 28. April 2005: In der Oströhre erfolgt der Hauptdurchschlag. Die Tunnelröhre wird von Frutigen bis durchgehend. Die Eröffnung der Basisstrecke ist für 2007 geplant.

(ap)