Küssnacht SZ

25. September 2018 13:59; Akt: 25.09.2018 15:03 Print

Bistum Chur zeigt spielsüchtigen Pfarrer an

Der ehemalige Pfarrer von Küssnacht SZ wurde angezeigt. Er hat Schulden von über 2 Millionen Franken angehäuft und soll Pfarreigelder veruntreut haben.

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Mitte Juni wurde bekannt, dass der ehemalige Pfarrer von Küssnacht SZ wegen Spielschulden sein Amt niederlegte. Der 47-Jährige hat seine Spielsucht finanziert, indem er diverse Personen um Geld bat. So hat er gemäss einer Medienmitteilung des Bistums Chur bei bis zu 58 Gläubigern 2,16 Millionen Franken Schulden angehäuft.

Nun hat das Bistum Chur eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Pfarrer eingereicht. Dies weil er auch Pfarreigelder veruntreut haben soll. Laut dem Mediensprecher des Bistums Chur, Giuseppe Gracia, könne man nicht sagen, um welchen Betrag es sich dabei handelt. Der Fall habe damit jedoch eine neue Dimension erreicht, denn bei den Geldern handle es sich auch um Spenden von Kirchgängern. «Die Leute haben geglaubt, dass sie damit einen guten Zweck unterstützen», so Gracia.

Es soll noch mehr Opfer geben

Das Bistum Chur möchte nun so gut wie möglich Transparenz schaffen. Es ist laut Gracia jedoch schwierig, an alle Informationen zu gelangen. Er ist überzeugt, dass es noch weitere Opfer gibt und die Geschichte demnächst noch nicht abgeschlossen werden kann. Um einen vollständigen Überblick zu erhalten, hat das Bistum Chur deshalb eine Anlaufstelle geschaffen, bei der sich allfällige weitere Geschädigte melden können.

Crowdfunding für Pfarrer

Die Spielsucht des Pfarrers soll im Casino begonnen haben. Einem der Gläubiger hat der Pfarrer geschildert, wie er dort 200 Franken gewonnen und gedacht habe, er könne so seinen Lohn aufbessern. Nächtelang habe er Roulette und Blackjack gespielt.

Nachdem er Schulden hatte, bat er Personen um Geld. Seinen Schuldnern hat der Pfarrer laut dem Zeitungsbericht teilweise auch vorgegaukelt, er werde das Geld für karitative Zwecke einsetzen.

Der Pfarrer war im Dorf sehr beliebt. Davon zeugt auch ein Crowdfunding, das für ihn initiiert wurde. Er therapiert seine Spielsucht derzeit stationär in einer Klinik.

(rab/20 Minuten)