Abhöranlage auf Dach?

14. Juli 2014 08:55; Akt: 14.07.2014 13:02 Print

Spionage-Verdacht gegen die Berner US-Botschaft

Auf dem Dach der US-Botschaft in Bern soll eine leistungsstarke Antennenanlage stehen. Mit dieser sollen Handys ausspioniert werden können.

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Auf dem Dach der US-Botschaft in Bern sollen sich Spionageantennen befinden, behauptet ein Insider. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

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Die US-Botschaft in Bern gerät in den Verdacht, Handys auszuspionieren. Sie beherberge eine leistungsstarke Antennenanlage, sagte ein Insider und langjähriger Kenner der Botschaft der «Schweiz am Sonntag». Über diese Anlage höre die US-Botschaft die Handy-Kommunikation in Bern ab.

Die Botschaft wäre dafür an einer Toplage gelegen: Im Umkreis von 200 bis 800 Metern Luftlinie haben sämtliche wichtigen Institutionen des Politbetriebs ihren Sitz – alle sieben Departemente, die Bundesanwaltschaft, das Bundeshaus, die Nationalbank und das Fünf-Sterne-Hotel Bellevue, in dem Staatsessen stattfinden.

Bakom hält Antennenanlage für «denkbar»

Auch das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hält es für möglich, dass Antennenanlagen installiert wurden. «Es ist denkbar, dass die USA in ihrer Botschaft Antennen haben, um die Kommunikation mit anderen Botschaften und den USA abzuwickeln», sagt Bakom-Sprecher Rolf Lobsiger. Botschaften seien nicht verpflichtet, Antennen zu melden. «Ungefähr ein halbes Dutzend Staaten haben uns ihre Funkanlagen aber freiwillig gemeldet.» Die USA gehören nicht dazu.

Die US-Botschaft selbst hält fest: «Wir haben Standard-Kommunikations-Apparaturen. Sie erleichtern unsere Kommunikation mit den Vereinigten Staaten. Alle Apparaturen stehen im Einklang mit Schweizer Gesetzen und der Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen.»

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stef le chef am 14.07.2014 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    ist Naivität nicht strafbar ?

    Sorry aber wie naiv sind die in Bern. Ein Land das überall "Radarschüsseln" betreibt (die grossen weissen Golfbälle) und alles und jeden mit Sateliten überwacht wird wohl kaum auf Handy abhören verzichten in Wurfdistanz zu systemkritischen Einrichtungen wie den diversen Bundesämtern. Wer das glaubt, der glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten.

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  • Samanta am 14.07.2014 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ist im Steinzeitalter

    Mein Vater ist Informatiker. Einmal hat er zu Hause an einen Router gebastelt, den er aus den USA mitgebracht hatte. Eines Tage sah er wie einige Polizisten im Garten umherschleichen. Er ging nach draussen um die Sache zu klären. Nach langen Diskusionen wurde die ganze Elektronik beschlagnahmt. Grund: Er hat für die Schweiz verbotene Frequenzen aktiviert die u.a. fürs Militär reserviert sind. Ein Schock. Da wundere ich mich, wieso man die Antennen auf dem Dach nicht irgendwie zurückverfolgen kann? Hat der Bund solche Weicheier in der Informatik? Das müsste man doch hinkriegen.

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  • Celena am 14.07.2014 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Big Brother...

    Wer heute noch glaubt, dass wir nicht überwacht werden, lebt in einer Traumwelt. Sind wir ehrlich, die Amis mögen diejenigen sein, welche die beste Technologie zur Überwachung haben, aber ALLE Nachrichtendienste überwachen ihre eigenen Landsleute + was immer sie kriegen können. Alle diese pseudo Entrüstung der Politiker/Innen ist ein Witz! Auch wenn die Terrorgefahr real ist, es wird auch als Vorwand genutzt zu spionieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • William Tell am 14.07.2014 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch!

    Die Schweizer Blitzmerker sind Klasse und rasend schnell!

  • Heinrich Jäggi am 14.07.2014 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    na Gott sei Dank!!

    Im Zeitalter immer grösserer Bedrohungen durch radikale Moslems, die immer näher nach Europa kommen, können wir (und auch Deutschland) doch froh sein, wenn alle Kommunikationswege durch die Amerikaner überwacht werden. Wir haben diese Möglichkeiten nicht und werden mit Sicherheit informiert, wenn die Amis von einem Anschlag in Europa erfahren sollten. Darüber sollten wir einmal nachdenken.

  • Anti Kindesmissbrauch am 14.07.2014 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    NSA übertreibt.....

    Aber überwachung ist dringend nötig ! würden unsere mails unsere SMS und alles das zeugs nicht überwacht werden,wäre das Internet ja so schlimm wie das Darknet.Alles wird von unserem Internet anbieter gespeichert,was wir im Internet schauen und schreiben.Im Darknet jedoch ist überwachung nicht möglich ! man kann weder daten überprüfen und abfangen,noch kann man sie Lesen und Hacken.Es ist vollkommen unmöglich im Darknet daten zu verfolgen ! aber den Preis für die NICHT überwachung muss man dann auch zahlen ! Im Darknet gibts alles ! Kinderpornografie,Webseiten mit auftrags mördern,Alles ! Und keiner kann etwas dagegen machen ! seit froh werden wir überwacht.Ausser ihr schaut gern Kinderpornos......

  • Mirko am 14.07.2014 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Überprüfen

    Wenn alles nach den Regeln ist, dann würden sie Antennen melden. Und sie haben sicher nichts dagegen jederzeit Schweizer Mitarbeiter vom BAKOM vollen Zugang zu allen Kommunikationstechnischen Mitteln zu gewähren.

  • El loco am 14.07.2014 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Realistisch bleiben

    Hallo!! Natürlich weiss Bundesbern von den Ami-Antennen und natürlich werden von dort Telefone und auch anderes abgehört. Nur gegenüber der Bevölkerung wird das verschwiegen und einer auf ahnungslos gemacht. Und warum das ganze Schmierentheater? Weil Bern letztendlich etwas von den Amis will und von deren Goodwill abhängig ist, und deshalb werden die Antennen stillschweigend akzeptiert!