Chur GR

22. November 2019 11:53; Akt: 22.11.2019 12:19 Print

Spital zahlt nach Angriff Shuttlebus fürs Personal

von Anja Zobrist - Eine Mitarbeiterin des Kantonsspitals Graubünden wurde verbal angegriffen, der Täter jedoch nicht gefasst. Das Spital hat nun reagiert.

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Eine Mitarbeiterin des Kantonsspitals Graubünden wollte Ende August kurz vor Mitternacht nach Hause gehen, als sie auf dem Weg zu den Mitarbeiterparkplätzen verbal belästigt wurde. Der Täter soll anschliessend auf dem Velo geflüchtet sein. Die Frau kehrte zurück ins Spital und meldete den Vorfall der Zentrale. Diese kontaktierte die Polizei.

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«Die Polizei war wenige Minuten nach dem Anruf vor Ort. Wir starteten gleich eine Nahfahndung. Diese blieb jedoch ohne Erfolg», sagt Roland Hemmi, stellvertretender Polizeikommandant der Stadt Chur. Die betroffene Mitarbeiterin stellte keinen Strafantrag. Des Weiteren sei nicht viel über das Täterbild sowie den genauen Tathergang bekannt. Der Mann konnte nicht gefasst werden.

Shuttlebus und Taxis für die Mitarbeiter

Um die Mitarbeiter zu schützen, ergriff das Klinikum wenige Tage nach dem Vorfall Massnahmen: Seither gibt es einen Shuttlebus sowie Taxis, die das Personal zu den Parkplätzen fahren. Zudem wurde für das Personal des Spätdienstes ein Treffpunkt festgelegt, von dem aus die Mitarbeiter gemeinsam zu den Parkplätzen zu Fuss gehen können. Es sei der bisher einzige bekannte Belästigungsvorfall rund um das Kantonsspital, sagt Dajan Roman, Mediensprecher des Kantonsspitals Graubünden.

Das Kantonsspital liegt im Loëquartier in Chur, einer eher ruhigen Wohngegend der Stadt. Die Parkplätze sind zurzeit 500 Meter bis einen Kilometer entfernt. Nach Beendigung von Bauarbeiten werden die Mitarbeiterparkplätze nur noch wenige Fussmeter entfernt sein. Laut Roman werden die Massnahmen für die Sicherheit des Personals bestehen bleiben, bis die neuen Parkplätze zugänglich sind.

Mitarbeiter sollen sich vorbereiten

Hemmi rät Betroffenen von solchen Angriffen, möglichst auf sich aufmerksam zu machen. Zum Beispiel durch laute Rufe. Wenn möglich sollte man gleich wegrennen. Ängstliche Personen sollen sich bereits im Vorhinein mit anderen Mitarbeitern verabreden, um den Heimweg gemeinsam anzutreten, so Hemmi weiter. Wer Verteidigungsmittel wie Pfefferspray kauft, sollte sich über dessen Einsatz und die Handhabung informieren: «Den Pfefferspray sollte man bereits in der Manteltasche in der Hand bereithalten.» Hemmi sind mehrere Fälle bekannt, bei denen Personen einen Pfefferspray dabeihatten, diesen jedoch nicht brauchen konnten, weil er irgendwo in der Handtasche lag. «Grundsätzlich sollte zudem so schnell wie möglich die Polizei alarmiert werden.»

Wurden Sie auch schon auf dem Arbeitsweg belästigt, verbal beleidigt oder gar tätlich angegriffen? Haben Sie den Vorfall Ihrem Arbeitgeber gemeldet? Falls ja, welche Massnahmen wurden vom Unternehmen ergriffen? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte. Ihre Angaben werden vertraulich behandelt.