Evelinn Trouble

30. Januar 2014 16:27; Akt: 31.01.2014 09:57 Print

Sprung auf Zugdach mit schlimmen Folgen

von Attila Szenogrady - Pop-Sängerin Evelinn Trouble ist am Bahnhof Zürich-Hardbrücke auf das Dach eines einfahrenden Zuges gesprungen. Aufgrund ihrer massiven Verletzungen wurde die Musikerin nicht bestraft.

storybild

«Sehr aufgedreht»: Sängerin Evelinn Trouble.

Zum Thema
Fehler gesehen?

«I'm on Fire» lautet einer der besten Titel der Zürcher Kultsängerin Evelinn Trouble (24). Am 8. Juli 2012 wurden diese Worte des Liedes für die Musikerin zur makabren Wirklichkeit. Die Beschuldigte hielt sich an jenem Sonntagmorgen beim Bahnhof Hardbrücke auf. «Ich fühlte mich nach einem Konzert sehr aufgedreht», wurde sie am Donnerstag vom zuständigen Staatsanwalt Jürg Boll aus den Polizeiakten zitiert.

Schwere Verbrennungen auf dem Zugdach

Sicher ist, dass Trouble um 8.38 Uhr plötzlich auf das Perrondach zwischen den Geleisen 2 und 3 stieg. Nachdem ein Zug der SBB auf das Gleis 2 eingefahren war, sprang sie auf dessen Dach. Mit fatalen Folgen. Laut Staatsanwaltschaft geriet Trouble in einen Lichtbogen, der sich zwischen ihrem Körper und der Fahrleitung bildete.

Die Sängerin erlitt dabei schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades von 32 Prozent ihrer Körperoberfläche. Glücklicherweise konnte sie rechtzeitig gerettet werden. Allerdings wurde wegen des Unfalls die betroffene Strecke des für den Zugverkehr wichtigen Bahnhofs blockiert.

Störung des Eisenbahnverkehrs, aber keine Strafe

Die Staatsanwaltschaft leitete gegen die Trägerin eines Kulturpreises der Stadt Zürich eine Strafuntersuchung ein. Diese wurde nun in der Form eines rechtskräftigen Strafbefehls abgeschlossen. Demnach wurde die geständige Pop-Sängerin wegen fahrlässiger Störung des Eisenbahnverkehrs verurteilt. Allerdings sah Staatsanwalt Boll von einer Bestrafung im Sinne des Artikels 54 des Strafgesetzbuches ab. Demnach habe sich die Beschuldigte derart schwere Verletzungen zugezogen, dass sie damit bereits genug bestraft worden sei.

Boll verzichtete auch auf einen Eintrag ins Strafregister. Allerdings muss Trouble die Verfahrenskosten von über 1600 Franken tragen. Zudem werden die SBB auf dem Zivilweg einen Schadenersatz von mindestens 1083 Franken geltend machen. Gemäss den Angaben einer guten Bekannten von Evelinn Trouble hat die Sängerin die Verletzungen heute gut überstanden und nimmt bereits neue musikalische Projekte in Angriff.

(Video: YouTube/evelinntrouble)