Carlos-Bilder

14. Juli 2014 14:20; Akt: 14.07.2014 14:54 Print

Staatsanwalt nimmt PR-Berater ins Visier

Hat der PR-Berater von Oberjugendanwalt Marcel Riesen Bilder im Fall Carlos an die Medien weitergereicht? Dieser Frage darf die Staatsanwaltschaft jetzt nachgehen.

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Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat grünes Licht erhalten um zu untersuchen, wer Bilder von Carlos dem «Sonntagsblick» ausgehändigt hat.

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Die Zürcher Staatsanwaltschaft darf prüfen, ob gegen den PR-Berater von Oberjugendanwalt Marcel Riesen ein Strafverfahren eröffnet werden kann. Der Medienprofi steht im Verdacht, im Fall Carlos Bilder an den «SonntagsBlick» weitergegeben zu haben.

Das Obergericht habe das Ermächtigungsgesuch bewilligt, sagte am Montag Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft, und bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung». Damit kann die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den PR-Berater wegen Amtsgeheimnisverletzung einleiten.

Die Bilder waren im Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) aufgenommen und im vergangenen Februar im «SonntagsBlick» publiziert worden. Sie zeigen Zellen und Gänge, die angeblich durch den unter dem Pseudonym Carlos bekannt gewordenen Jugendstraftäter verwüstet worden waren. Die Aufnahmen waren ohne Wissen des MZU aufgenommen worden und hätten nicht herausgegeben werden dürfen.

Berater bestreitet die Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft hatte im März ein Strafverfahren gegen Unbekannt eröffnet. In der Zwischenzeit steht der PR-Berater im Visier der Justiz, der von der Oberjugendanwaltschaft unmittelbar nach Ausbruch der Affäre Carlos als Krisenberater mit einem befristeten Mandat engagiert worden war. Er gab zwar zu, im Besitz der Bilder gewesen zu sein, bestritt jedoch, diese weitergegeben zu haben.

Damit die Staatsanwaltschaft wegen Amtsgeheimnisverletzung ermitteln kann, musste das Obergericht die Frage klären, ob der Krisenberater sein Mandat in Behördenfunktion ausgeübt hat. Laut Bouvard wurde mit der Bewilligung des Ermächtigungsgesuchs der Oberstaatsanwaltschaft diese «Beamteneigenschaft» bestätigt.

Verfahren gegen Carlos eingeleitet

Noch während der Unterbringung in Uitikon war für Carlos ein zweites Sondersetting eingerichtet worden. Aus diesem wurde der 19-Jährige in der Zwischenzeit entlassen. Aufgrund einer Anzeige wegen der verwüsteten Zelle im MZU läuft gegen ihn ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung.

(sda)