Querschnittsgelähmte Ex-Freundin

29. Juni 2017 07:09; Akt: 29.06.2017 07:09 Print

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Roger U.

Ein in Zofingen lebender Mann wird in Brasilien gesucht, weil er dort seine Ex-Freundin in den Rollstuhl geprügelt haben soll. Jetzt gehen die Schweizer Behörden gegen ihn vor.

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Er stand auf der Interpol-Liste der zehn meistgesuchten Kriminellen Brasiliens: Der 54-jährige Schweizer Roger U. aus Zofingen soll 2004 seine Ex-Freundin Ana Julia de Sousa in Brasilien brutal verprügelt und im ersten Stock nackt aus einem Fenster geworfen haben. Seither sei die 44-Jährige querschnittsgelähmt, auf einem Ohr sei sie taub, wie der «Blick» zuerst berichtete. Der Beschuldigte bestreitet die Tat.

Jetzt zeigt sich: Die Staatsanwaltschaft Aargau hat den Gesuchten bereits befragt und ein Verfahren gegen ihn eröffnet. Das geht aus einem Bericht der «Aargauer Zeitung» hervor. «Die Staatsanwaltschaft hat aus den Medien von diesem Fall erfahren und ein Verfahren eröffnet», erklärt Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft.

Der Mann befinde sich zurzeit nicht in Untersuchungshaft, wie Strebel dem «Blick» sagte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schwerer Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung.

Vorwurf der versuchten Vergewaltigung

Das Paar lebte in Canoa Quebrada, einem Städtchen im Nordosten des Landes. Anfänglich seien sie das Traumpaar des Ortes gewesen, sagte De Sousa dem «Blick». Er habe sich wie ein Vater um ihre drei Kinder aus früheren Beziehungen gekümmert. Sie sei unsterblich verliebt gewesen.

Die Idylle habe mit dem Alkohol geendet. Als Roger U. begonnen habe, schon am Morgen zu trinken, hätten sie häufig gestritten. Er habe sie zudem oft verprügelt, so die Frau. In der Folge trennte sich De Sousa von ihrem Freund.

Er habe das nicht akzeptieren wollen und versucht, sie zu vergewaltigen. Sie habe sich gewehrt, worauf er sie mit einem Holzstuhl attackiert und verprügelt habe. Danach warf er sie nackt aus dem Fenster, so De Sousa.

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Trotzdem zeigte De Sousa ihren vermeintlichen Peiniger zunächst nicht an – weil er sich verpflichtete, alle medizinischen Kosten und die Ausbildung der Kinder zu berappen. Dafür behauptete sie, die Verletzungen rührten von einem Unfall her. Die Abmachung hielt allerdings nur zwei Jahre, dann flog Roger U. in die Schweiz und stoppte die Zahlungen.

Update folgt...

(mch)