Neuer GAV

18. Juni 2011 14:08; Akt: 18.06.2011 14:18 Print

Stadler Rail zahlt 4000 Franken Mindestlohn

Die Unia und Stadler Rail haben sich auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) geeinigt. Für die Arbeiter fällt dabei eine Reihe Verbesserungen an.

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Einen Mindestlohn von 4000 Franken, einen 13. Monatslohn für alle, 18 Wochen Mutterschaftsurlaub bei vollem Lohn, verstärkte Frauenförderung und einen verbesserten Kündigungsschutz: Das sind Kernpunkte des neuen GAV zwischen der Gewerkschaft Unia und der Stadler Rail.

Der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zwischen der Division Schweiz des grössten Schweizer Rollmaterialherstellers Stadler Rail und der Unia wurde am Freitag unterzeichnet, wie die Tarifpartner am Samstag mitteilten. Die Verhandlungen dauerten drei Monate. Der neue GAV tritt am 1. Juli 2011 in Kraft und ist bis zum 30. September 2015 gültig.

Zu den wichtigsten Punkten des neuen GAV gehört eine neue Mindestlohnregelung: Fachhochschulabsolventen erhalten mindestens 6000 Franken, Facharbeiter ab dem 25. Altersjahr 4500, jüngere 4200 Franken und Hilfskräfte mindestens 4000 Franken.

Alle haben zudem Anspruch auf einen 13. Monatslohn. «Wenn es der Geschäftsgang erlaubt» erhalten alle zudem ein jährliches Weihnachtsgeld von mindestens 1000 Franken sowie per Ende März einen Bonus von durchschnittlich 1500 bis 3000 Franken; die Höhe hängt auch von der persönlichen Leistung ab.

Ausgebaut wurde auch der Mutterschaftsurlaub: 18 Wochen bei vollem Lohn. Gesetzlich vorgeschrieben sind 14 Wochen mit 80 Prozent Lohn. Stadler Rail will zudem die berufliche Entwicklung der Frauen fördern. Zu den hierzu im GAV festgehaltenen Empfehlungen zählen erleichterte Aufstiegs- und Wiedereinstiegsmöglichkeiten sowie ein verbesserter Zugang zu Lehrberufen der Maschinenindustrie.

Verbessert wurde laut den Vertragsparteien auch der Kündigungsschutz während Krankheit und Betriebsunfall. Zudem sollen Whistleblower geschützt werden: Personen, die an ihrem Arbeitsplatz Missstände beobachten und diese intern dem entsprechenden Vorgesetzten melden, werden nach Ausschöpfung des Dienstweges durch die Konzernleitung geschützt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas Kunz am 18.06.2011 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Lohn und höhere Billettepreise

    Jetzt steigen dann die Preise des Rollmaterial für die SBB und ein Jahr später die Billette für Bahnfahrer. Treffen wird dies auch die pendelnden Unia-Mitglieder.

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  • Rudolf E. am 18.06.2011 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Stadler Rail als Wohltäter

    Ich kann einfach nicht glauben, dass Hr. Peter Spuhler so einen GV eingeht und unterschreibt. Dem Wohlstand sind keine Grenzen gesetzt. Nur der Vaterschaftsurlaub 26 Wochen, voll bezahlt, fehlt noch.

  • Peter Bildertett am 18.06.2011 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit ist wertvoll

    Alle jobs sollten 4000sfr mindestlohn haben,im leben hat man nur zeit wo es darauf ankommt ist wie die gentzt wird deswegen verdienen wir es auch angemessen für diese arbeitszeit entchädigt zu werden

Die neusten Leser-Kommentare

  • Xaver Hirschmann am 20.06.2011 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Gespannt

    Ja ich lass mich überraschen ob sich am Juli lohn das schon angepasst hat!!

  • ein Lieferant am 19.06.2011 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    Herr Spuhler sind sie mit Ihren Lieferanten / Zulieferern auch so grosszügig wie mit Ihren Mitarbeitern?

    • Xaver Hirschman am 20.06.2011 00:06 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts

      Grosszügig mit den Mitarbeitern :-S das ist das mindeste was endlich mal passiert ist! Von grosszügigkeit ist es leider noch weit entfernt!

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  • Peter/Meier am 19.06.2011 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mindestlohn

    Ich finde für Hilfskräfte solte kein Mindestlohn von 4000 festgelegt werden.Wenn eine Hilfskraft viel Erfahrung hat darf ein solcher Lohn auch gezahlt werden. Aber mal ehrlich: Wiso sollte jemand eine Lehre machen, wenn er zu beginn nur 200 FR mehr bekommt als eine Hilfskraft? Die Billetpreise sind schon hoch genug!

    • Daniel am 19.06.2011 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt keine Hilfskräfte

      Für die Herstellung von Rollmaterial baucht es in erster Linie qualifiziertes Personal. Für mich gibt es keine "Hilfskräfte". Jeder Angestellte trägt zum Ergebnis bei. In der Metallbranche sind die Löhne nicht unbedingt berauschend. Kein Wunder, das nicht mal Lehrstellen besetzt werden können. Niemand arbeitet heute für ein "Butterbrot". Und was hat die Herstellung von Rollmaterial mit den Fahrkartenpreisen zu tun?

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  • Manuel Schaffner am 19.06.2011 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so...

    Ein gutes Beispiel, viele Firmen können eine scheibe davon abschneiden.

  • Max Brüllhardt am 19.06.2011 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    finde das einfach nur super; endlich bewegt sich was in die richtige Richtung . und dass es nicht aufgezwungen werden musste macht es umso erfreulicher. jetzt sind andere Arbeitgeber gefordert. Bravo Herr Spuhler