07. April 2005 23:59; Akt: 07.04.2005 23:36 Print

Stadtrat: «Ein Strassenzoll verteuert die Innenstadt»

Wer mit dem Auto in die Berner City fährt, soll dafür bald bezahlen: Die Stadt macht jetzt beim Bund Druck und will ein Konzept ausarbeiten.

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Im Kampf um bessere Luft und gegen den krebserregenden Feinstaub übernimmt Bern eine Vorreiterrolle: Mit einer deutlichen Mehrheit hat das städtische Parlament gestern eine SP-Motion zum Road Pricing angenommen. «Ich bin sehr froh, dass wir den Vorstoss durchgebracht haben», sagt Initiant Michael Aebersold. Die Stadtregierung muss sich nun bei Bund und Kanton einsetzen, damit die verfassungsrechtlichen Grundlagen für den Strassenzoll möglichst rasch geschaffen werden.

«Aberwitzig», sagt der Berner FDP-Stadtrat Ueli Haudenschild: Der Vergleich mit London, wo die Strassengebühr seit 2003 gilt, lasse sich wegen der unterschiedlichen Verkehrssituation nicht auf Bern übertragen. Er befürchtet: «Durch den Strassenzoll wird die Innenstadt verteuert und eine Zweiklassen-Gesellschaft geschaffen.»

Trotzdem: Die zuständige Gemeinderätin Regula Rytz hofft, dass der Pilotversuch in Bern bald starten kann. «Dazu braucht es aber eine breite Diskussion mit den Gemeinden in der Agglomeration.» Wie der Strassenzoll von den Autofahrern eingetrieben werden soll, ist aber auch den Befürwortern des Road Pricings noch unklar.

Raffaela Moresi