Krebserkrankung

01. Juli 2009 08:13; Akt: 01.07.2009 10:39 Print

Ständerat Ernst Leuenberger gestorben

«Mit Ernst Leuenberger verlieren der Kanton Solothurn und die Schweiz einen der profiliertesten und herausragendsten Politiker.» So kommentiert die Solothurner Kantonsratspräsidentin Christine Bigolin den Tod von Ständerat Leuenberger.

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Die Ständeraete (von rechts), Rolf Schweiger, FDP-ZG, Ernst Leuenberger, SP-SO und Claude Janiak, SP-BL, scheinen guter Dinge während der Debatte um die FinöV Gesamtschau in der Kleinen Kammer an der letzjährigen Sommersession in Bern. (Bild: Keystone)

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Am Dienstagabend ist der Solothurner SP-Ständerat Ernst Leuenberger im Alter von 64 Jahren den Folgen seiner Krebserkrankung erlegen, teilte Bigolin heute Morgen mit. Über Jahrzehnte habe Leuenberger die politische Debatte in seinem Kanton und in der Schweiz massgeblich mitgeprägt. (Siehe Biografie)

«Mit Engagement, Sachverstand und starker Stimme hat er von 1983 bis 1999 im Nationalrat und anschliessend im Ständerat die Interessen des Standes Solothurn im Bundeshaus vertreten», sagte Bigolin.

Leuenberger habe sich immer für die Benachteiligten und Schwachen der Gesellschaft eingesetzt. Mit seiner Kraft habe er ihnen Hoffnung, Zuversicht und Selbstvertrauen gegeben.

«Politiker mit Herz und Seele»

Die SP Schweiz und die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) würdigen Ernst Leuenberger als volksnahen Vollblutgewerkschafter und -politiker.
Mit Ernst Leuenberger verliere die Schweiz eine hoch engagierte Persönlichkeit. «Aschi war stets ein Politiker mit Herz und Seele, ein Gewerkschafter durch und durch, aber auch ein wahrer und guter Freund», wird SP-Parteipräsident Christian Levrat in einer Medienmitteilung zitiert. Leuenberger hinterlasse eine «unermessliche Lücke».

SP-Fraktionspräsidentin Ursula Wyss hob die Bodenständigkeit, Volksnähe und das Verantwortungsbewusstsein des Verstorbenen hervor. «Er hat die Interessen der Arbeiterinnen und Arbeiter mit viel Herzblut vertreten.»

Grosser Rückhalt im Volk

Trauer herrscht auch beim SEV: «Ernst Leuenberger war ein Vollblutgewerkschafter, der dank seinem volksnahen Wesen und seiner klaren, träfen Sprache an der Basis grossen Rückhalt genoss.» Seine Verdienste um die Arbeiterbewegung seien immens. Die Erinnerungen an «einen aussergewöhnlichen Menschen mit einzigartigem Charisma» würden immer erhalten bleiben.

«Mit grosser Bestürzung» nahm auch der Solothurner Landammann Klaus Fischer vom Hinschied Leuenbergers Kenntnis. «Leuenberger war die Stimme Solothurns, die in Bern, aber auch schweizweit, gehört und respektiert wurde.»

Seit 1983 im Parlament

Leuenberger wurde 1983 in den Nationalrat gewählt und gehörte der grossen Kammer bis 1999 an. 1998 präsidierte er den Nationalrat. Im Herbst 1999 wählte das Solothurner Stimmvolk Leuenberger in den Ständerat. Er litt seit 2005 an Krebs. Mit dem wortgewaltigen Leuenberger verliert die SP einen ihrer profiliertesten Politiker. Er war zudem jahrelang als Gewerkschafter beim SEV und in den SRG-Gremien tätig.

(sda/ap)