Telefon-Terror

30. Oktober 2019 09:44; Akt: 18.12.2019 10:52 Print

Stalker droht Frau, ihr das Gesicht abzuziehen

Ein Mann begann kurz nach Antritt einer neuen Stelle, eine neue Mitarbeiterin zu stalken. Er soll ihr gedroht haben und wurde nun verurteilt.

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Als eine 25-jährige Frau auf der Arbeit einen neuen Mitarbeiter einarbeiten musste, ahnte sie noch nichts Böses. Sie erklärte dem 32-jährigen Familienvater die Abläufe in ihrem Job und nahm ihn vier Tage lang in den Aussendienst mit. Sie gab ihm sogar ihre Telefonnummer, damit er sie bei Unklarheiten kontaktieren konnte.

Die Situation verändert sich aber rapide, als der Mann seiner Mitarbeiterin gegenüber seine Liebe gesteht. Wie «Blick» berichtet, bietet er ihr sogar an, seine Kinder und Frau für sie zu verlassen. Die 25-Jährige ist an dem Mann aber nicht interessiert – sie lebt bereits in einer festen Partnerschaft mit einer Frau.

«Schick die Höllenhunde los»

All dies hat sich im August dieses Jahres zugetragen. Am 19. August stand der Mann sogar bei der Frau zu Hause vor der Tür und klingelte Sturm. Er war an diesem Tag an einem Kurs in Bern gewesen, war danach aber in die Ostschweiz gefahren, um der Frau eine Rose vorbeizubringen.

Die Abweisung der Frau ertrug der Mann nicht. Via SMS wurde er ausfällig und schrieb: «Wenn ich dir nicht passe, schick die Höllenhunde los und lass mich zerfleischen. Und vergiss nicht, meine Augen zu zerploppen.» Er betrieb auch Telefonterror und rief die Frau 118 Mal binnen einer halben Stunde an. Er hinterliess dabei groteske Nachrichten auf dem Anrufbeantworter.

Schliesslich bot er der Frau sogar an, sich selbst in eine Frau umwandeln zu lassen, damit die beiden zusammen sein könnten. Als auch dies nicht half, drohte er ihr, ihr das Gesicht abzuhäuten. So könne er es sich selbst auflegen und sich im Spiegel anschauen.

Mann bestreitet Drohungen

Schliesslich wandte sich die 25-Jährige an die Polizei. Diese schritt ein und der Stalker wurde per Strafbefehl verurteilt. Er verlor auch seinen Job. Die Staatsanwaltschaft fordert nun unter anderem wegen Drohung und der versuchten Nötigung eine bedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 80 Franken und eine Busse von 500 Franken.

Der Mann will das Urteil laut «Blick» akzeptieren – hauptsächlich weil er kein Geld habe, um sich zu wehren. Er gibt zu, sich in die Frau verliebt zu haben. Allerdings bestreitet er, ihr gedroht zu haben, ihr das Gesicht abzuziehen oder ihr etwas anzutun. Diese Anschuldigungen habe die Frau erfunden, weil sie Horrorfilme möge.

(doz)