Winter gibt Comeback

28. April 2017 16:30; Akt: 28.04.2017 16:46 Print

Stau am Gotthard – Schneeräumer im Einsatz

Der plötzliche Wintereinbruch sorgt für Chaos: Nördlich der Alpen hielten Dutzende Unfälle und Störungen Polizei und Feuerwehren auf Trab.

Die Zentralschweiz lag heute Morgen unter einer dichten Schneedecke. (Video: Tamedia/Leserreporter)
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Ja, wir schreiben heute den 28. April. Doch die Nordseite der Alpen versinkt im Schnee. Mit Schneematsch war zu rechnen – doch dass so viel Schnee liegen bleibt, wird heute früh einige überrascht haben.

Wer in den warmeren Süden entkommen will, braucht vor dem Gotthard mehr als eine Stunde länger. Am Nachmittag stauten sich zwischen Erstfeld und Göschenen die Autos auf aucht Kilometern. Laut TCS beträgt der Zeitverlust bis zu einer Stunde und 20 Minuten Der Verkehr werde angehalten, weil Schneeräumer und Salzer im Einsatz stehen. Der Verkehrsdienst empfiehlt, auf die San Bernardino-Route auszuweichen.

Wer ab 21 auf den Strassen unterwegs ist, muss zudem mit Bodenfrost rechnen. Wie SRF Meteo mitteilt, gilt die Warnung für die Zentralschweiz und das Mittelland.

Neuschnee am 28. April

Der plötzliche Wintereinbruch hat auf Schweizer Strassen für Chaos gesorgt. Dutzende Verkehrsunfälle und umgestürzte Bäume hielten vor allem in der Ostschweiz Polizei und Feuerwehren auf Trab. In St. Gallen fielen rund 30 Zentimeter Neuschnee.

Schneerekord in St. Gallen

Noch nie sei in St. Gallen nach Mitte April so viel Schnee gefallen, meldete SRF Meteo auf Grund von Messdaten, die bis 1959 zurückreichen. Auch für diesen Winter seien die gemessenen 26 Zentimeter - bei weiter anhaltendem Schneetreiben - ein Rekord.

Laut der St. Galler Kantonspolizei forderte das Chaos auf den Strassen glücklicherweise keine Verletzten. Beim Einsetzen des Berufsverkehrs am Morgen kam es zu zahlreichen Unfällen mit Blechschäden. Mehrmals krachte es auf der Autobahn A1 zwischen St. Gallen und Wil. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden rund 30 Verkehrunfälle, darunter auch Selbstunfälle, protokolliert. Die Schadenssumme beläuft sich derzeit auf weit über 100'000 Franken, schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung.

Die Autobahn war mit Schneematsch bedeckt. Prekär sei die Situation auf den Strassen vor allem im nördlichen Teil des Kantons, heisst es. Sieben Gemeindefeuerwehren standen im Einsatz, um umgestürzte Bäume beiseite zu schaffen und den Verkehr umzuleiten.

Vielerorts waren die Unfälle auf unangepasste Fahrweise an die Strassenverhältnisse sowie schlecht ausgerüstete Autos zurückzuführen. «Es waren sicher Autos mit Sommerpneus in die Unfälle verwickelt», so der Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen Hanspeter Krüsi auf Anfrage. Für eine ungefähre Statistik sei es jedoch zu früh, die Polizisten seien noch alle im Einsatz. «Autolenker passen ihre Fahrweise nicht an.» Er habe dafür wenig Verständnis, denn: «Es ist nicht wie bei Eis, man sieht die Gefahr heute sehr deutlich.»

Umgestürzter Baum sorgt für Stromunterbruch

In Mörschwil SG fiel für anderthalb Stunden der Strom aus. Kurz vor 7 Uhr war zwischen Goldach und Mörschwil ein Baum auf eine Stromleitung gestürzt, wie die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke SAK mitteilten.

Die Kantonspolizei verstärkte ihre Notrufzentrale mit zusätzlichem Personal. Autolenkern wurde empfohlen, langsam zu fahren, genug Zeit einzuplanen und Fahrzeuge mit Sommerpneus in der Garage stehen zu lassen. Zahlreiche Blechschäden gab es auch auf den Strassen im Kanton Thurgau und im Appenzellerland.

In der Stadt St. Gallen fielen am Morgen zahlreiche Trolleybusse aus. In der Nacht war ein Baum auf die Fahrleitungen der städtischen Verkehrsbetriebe und der Appenzeller Bahn gestürzt. Die Bahnlinie nach Trogen AR war vorübergehend unterbrochen. Mehrere Strassen in der Stadt wurden durch umgeknickte Bäumen und Äste blockiert.

Verletzte bei Unfall in Schwyz

Im Kanton Schwyz sind wegen der starken Schneefälle zwischen Schwyz und Rothenthurm mehrere Fahrzeuge stecken geblieben. Es gab im Kanton rund ein Dutzend Unfälle. Der Tierpark Goldau blieb geschlossen, weil schneebeladene Äste die Besucher gefährden könnten.

Wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilte, ereignete sich der schwerste Unfall auf der Autobahn A4 in Goldau. Ein 24-jähriger Autofahrer verlor beim Spurwechsel die Herrschaft über sein Fahrzeug und fuhr gegen einen Wagen, der auf dem Pannenstreifen stand. Drei Personen wurden mittelschwer verletzt.

In Galgenen, Goldau und Immensee musste der Unterhaltsdienst wegen umgestürzter Bäume ausrücken. Der nasse Schnee auf den Bäumen bereitete auch dem Tierpark Goldau Probleme. Aus Sicherheitsgründen blieb die Anlage für Besucher geschlossen. Die Schneelast auf den Bäumen habe zu einer grossen Astbruchgefahr geführt, teilte der Tierpark auf seiner Homepage mit. Die Sicherheit der Besucher auf den Wegen im Park könne nicht mehr gewährleistet werden.

Wegen der Witterung fiel am frühen Morgen in Wollerau SZ der Strom für rund eine Stunde aus. Nach Angaben des Elektrizitätswerks Höfe waren 20 Trafostationen und 2000 Kunden betroffen. Der Grund des Unterbruchs lag an einem Schneelastabwurf, welcher eine Freileitung ausser Betrieb setzte.

Stromversorgung in Luzern beeinträchtigt

Der starke Schneefall hat auch im Kanton Luzern in der Nacht die Feuerwehren auf Trab gehalten. Grund waren umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste. Eine Strasse im Seetal wurde vorsichtshalber gesperrt. Ein umgestürzter Baum unterbrach vorübergehend auch die Bahnlinie im Entlebuch.

Wie die Luzerner Polizei mitteilte, gingen wegen den Folgen des Schnees ab Mitternacht bis am Morgen 24 Meldungen bei der Einsatzzentrale ein. Für die Räumung wurde rund ein Dutzend Feuerwehren aufgeboten. Die Strasse zwischen Kleinwangen und Horben wurde vorsichtshalber gesperrt. Dort drohten Bäume auf die Strasse zu stürzen.

Brennendes Räumungsfahrzeug

Auf der Autobahn A4 zwischen Cham und Rotkreuz geriet kurz vor 7 Uhr auf der Fahrbahn Richtung Luzern ein Schneeräumungsfahrzeug in Brand. Der Lenker konnte das Fahrzeug auf den Pannenstreifen abstellen und sich in Sicherheit bringen, wie die Zuger Polizei mitteilte. Der Brand ist auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 200'000 Franken.

Gemäss der Bahnverkehrsinformation der SBB verursachte ein umgestürzter Baum zwischen Schüpfheim und Escholzmatt auf der Linie Luzern-Langnau-Bern einen Streckenunterbruch. Es verkehrten Ersatzbusse.

Der schwere Neuschnee beeinträchtigte in Teilen des Entlebuchs auch die Stromversorgung. Mehrere Bäume kamen zu Fall und beschädigten Freileitungen. Betroffen waren Strombezüger in den Gemeinden Wolhusen, Werthenstein, Entlebuch und Romoos, wie die Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) mitteilte.

Dutzend Unfälle im Bünderland

Der Wintereinbruch hat einen Grossteil der Bündner Strassen in höheren Lagen mit Schnee bedeckt und Autofahrer in Schwierigkeiten gebracht. Die Polizei registrierte bis heute Mittag ein Dutzend Unfälle.

Die Kollisionen ereigneten sich seit gestern Mittag. Sie endeten alle mit Blechschäden, wie Anita Senti, Sprecherin der Kantonspolizei Graubünden, auf Anfrage sagte. Auf der San Bernardino-Route war am Donnerstagnachmittag wegen Schneefalls ein Fahrverbot für Lastwagen mit Anhänger angeordnet worden. Aufgehoben wurde es kurz vor heute Mittag. Für eine Autofahrt von Chur nach Lenzerheide mussten Schneeketten montiert werden.

Die meisten Bündner Pässe sind für den Verkehr wegen der allgemeinen Wintersperre ohnehin noch geschlossen. Dazu zählen der Flüela, der Albula, der Oberalp oder die Forcola die Livigno. Andere, bereits geöffnete Übergänge wie der Splügenpass oder der Lukmanier wurden aus Sicherheitsgründen wieder gesperrt. Das Engadin war auf der Strasse stets zu erreichen. Der grösste Teil der Julierstrecke lag zwar unter Schnee, der Pass jedoch konnte offen gehalten werden.

Störungen des Berner Bahnverkehrs

Auf den Strassen im Kanton Bern kam es zu keinen grösseren Problemen. Im Bahnverkehr hingegen kam es in der Region Thun wegen umgestürzter Bäume vorübergehend zu Störungen.

Die Bahnstrecke Konolfingen-Thun wurde am Morgen unterbrochen, weil wegen des Schnees ein Baum kippte und Äste auf die Fahrleitung fielen. Der Vorfall ereignete sich zwischen Brenzikofen und Heimberg, wie eine BLS-Sprecherin auf Anfrage sagte. Ein Bahnersatz wurde eingerichtet.

Um 06.30 Uhr hatte es zudem in Konolfingen eine Stellwerkstörung gegeben, die bis 08.30 Uhr andauerte. Der Schnee auf den Schienen habe die Lage zusätzlich erschwert, erklärte die Sprecherin.

Auch zwischen Uetendorf und Thun behinderte ein umgestürzter Baum den Bahnverkehr auf der Linie Thun-Belp. Im Verlauf des Morgens konnten die Störungen behoben werden.

Kleinere Unfälle sorgen für Blechschäden

Auf den teilweise matschigen Strassen kam es von Freitagabend bis Montagmorgen insgesamt zu zwölf kleineren Unfällen - die meisten gingen mit Blechschaden glimpflich aus.

Bei drei Unfällen in Lyss, Ramsei und Interlaken wurden mehrere Personen leicht verletzt, wie Sidonie Perroud von der Berner Kantonspolizei auf Anfrage sagte. An verschiedenen Orten brachen durch die Schneelast Äste von Bäumen und fielen auf die Strasse. Die betroffenen Feuerwehren räumte die Hindernisse weg.

(sep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Laimigs am 28.04.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der April macht was er will

    Herr und Frau Schweizer sollten sich dieses Zitat einmal mehr vor Augen führen. Die landläufige Tendenz, die Natur nur noch durch Scheiben oder an Bildschirmen wahrzunehmen, wirkt sich ganz direkt auf unser Fahrverhalten aus und die Sichtweise, wie wir unsere Natur wahrnehmen & mit Situationen wie heute umgehen.

  • Daniel Schuders am 28.04.2017 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Planung ist alles!

    Ich habe die Chanse gepackt und meinen Kühlschrank mit Schnee gefüllt. Wenn im Dezember wieder alle jammern wie sehr sie sich doch weisse Weihnachten wünschen habe ich nur ein schadenfreudiges Lächeln übrig.. Muahahaha

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  • Sara am 28.04.2017 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viiiel mehr Schneer

    Ihr habt Bilder...da seh ich ja kaum Schnee- bei uns, Häggenschwil SG, 560m ü Meer hats aktuell 65cm Schnee und es schneit in dicken Flocken unablässig weiter!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • federico emanuel p am 28.04.2017 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnee 

    Es kommt noch so weit, dass sich das Wetter den Autofahrern anpassen muss...... Absurde Welt.

  • Lilac am 28.04.2017 19:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder

    Ob Schnee oder nicht der Stau an Gotthard ist vorprogrammiert. Hätte es keine Dosierstellen und würden die Autofahrer so fahren wie sie sollten. Richtige Bereifung und richtiges Tempo ohne Natel am Ohr, einfach konzentriert fahren, dann gäbe es kein Stau. Fahre beruflich 2mal im Monat ins Tessin und bin regelmässig an Feiertagen dort und war noch nie in einem Stau. Ok fahre auch nicht die Gotthardstrecke und wenn nur über den Pass. San Bernardino und Lukmagnier.20 Min macht zu viel Hype darüber.

    • Jacqueline am 28.04.2017 20:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Lilac

      Ich stehe niemals im Gotthardstau da ich niemals durch den Tunnel fahren werde...ist mir viel zu lang. Oben drüber ja, jederzeit :)

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  • Orinoco am 28.04.2017 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sommer/Winterpneus

    Es ist traurig ! aber wie es aussieht müssen wir auch den Wechsel von Winter auf Sommerreifen, Gesetzlich auch noch vorschreiben lassen müssen, wie es in anderen Länder leider so ist, statt der gesunden Menschenverstand walten lassen und SUV Leasen und hoffen das Auto macht alles selber, auch ohne dementsprechende Bereifung.

    • Michelino am 28.04.2017 20:33 Report Diesen Beitrag melden

      bla bla

      Ende April muss niemand Winterreifen fahren! Fahre seit Februar/März immer mit Sommerreifen. Seit 15 jahren nie einen Unfall. Es schneit praktisch nie ende April und falls doch, haftete der schnee garnicht. Wenigstens in Zürich;) Wer in der pampa wohnt muss halt mit der öv gehen

    • mcgee am 29.04.2017 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Michelino

      Hochmut kommt vor dem Fall.

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  • Lagomaggiore am 28.04.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uinei...

    ....kaum Ostern vorbei und schon wieder Stau am Gotthard. Es liegt nicht nur an der Schneeräumung nein, es liegt an den Leuten die wegen des 1. Mai schon wieder gerne im Stau stehen. Unglaublich aber wahr...da kann nur noch ein müdes Lächeln helfen.

  • r. wenger am 28.04.2017 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wer mag

    denn den so gut bezahlten gemeindebüetzern ihren wohl verdienten schlaf nicht gönnen? vor acht uhr morgens sind die hier nie zu sehen. umso länger dann jeweils abends im bären. dass die strassen und gehwege wie heute morgen glatt und rutschig sind, kümmert die nun mal gar nicht.

    • Patrizio Palazzo am 28.04.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

      .......

      Herr Wenger, Sie können ja mal selber eine Schaufel in die Hand nehmen, wenn Sie wissen was das ist!... oder fällt ihnen dann einen Zacken aus der Krone?

    • Bürger am 28.04.2017 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      @r. wenger

      Sie wissen schon, das wir Sie nicht als vollwertige Person anschauen können mit Ihrer Einstellung. Es würde Ihnen sehr gut tun, nur ein Jahr lang die Arbeit zu tun, was die gemeindebüetzer machen müssen. Arbeiten Sie an Ihrer Einstellung, vielleicht kommen Sie ein schritt Näher an den normalen Menschenverstand

    • Lilac am 28.04.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @r. wenger

      Diese Aussage ist ziemlich dreist. Habe unsere Werkarbeiter gefragt wie sie das machen. Es ist immer jemand auf Pikett u der wird gegen 4 Uhr benachrichtigt ob gesalzen werden muss. Dann werden die anderen aufgeboten, je nachdem wie viel geräumt werden muss. Also bevor Sie diese Leute zur Schnecke machen, nehmen Sie selber eine Schaufel und bedanken Sie sich mal in Ihrer Gemeinde.

    • Faules Schwein am 28.04.2017 20:12 Report Diesen Beitrag melden

      @r. wenger

      Angepasste Schuhe und das Problem ist behoben. Lernten wir schon im Kindergarten.

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