Sprengstoff-Anschläge

28. September 2011 19:07; Akt: 28.09.2011 19:58 Print

Stauffacher soll für Jahre hinter Gitter

Vor Bundesstrafgericht in Bellinzona hat der Prozess gegen die Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher begonnen. Die Anklage verlangt viereinhalb Jahre Haft.

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Andrea Stauffacher (mit Megaphon), Führerin des Revolutionären Aufbaus (RAS, steht in Bellinzona vor Gericht.

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Im Prozess vor dem Bundesstrafgericht Bellinzona gegen Links-Aktivistin Andrea Stauffacher hat der Bundesanwalt am Mittwoch eine Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren gefordert. Für eine weitere Angeklagte, eine 46-jährige Zürcherin, beantragte er 18 Monate bedingte Haft.

Die Bundesanwaltschaft hält es für erwiesen, dass beide Beschuldigten im Juni 2008 gemeinsam das Auto eines Zürcher Polizeibeamten in Brand gesetzt haben. Der Anschlag soll gezielt erfolgt sein. Der Beamten war den beiden Frauen bekannt.

Als wichtigstes Beweismittel gilt ein Überwachungsvideo, das die beiden Aktivistinnen während der Tat zeigen soll. Die Identifikation war allerdings nur durch den Einsatz technischer Hilfsmittel, wie die Messung der Körpergrössen, und die Einschätzung durch mehrere Mitarbeiter der Bundeskriminalpolizei möglich.

Zu Prozessbeginn waren daher als Zeugen zwei Mitarbeiter der Bundeskriminalpolizei angehört worden. Ihre Aussagen sollten Erkenntnisse über die Verwertbarkeit dieses Videos geben. Die Rechtsanwälte der Beschuldigten zweifelten an, dass die Sichtung des Videos unvoreingenommen erfolgte.

Dem Halter des Autos war bereits einige Jahre zuvor ein Fahrzeug durch einen Brandanschlag beschädigt worden. Damals hatte aber kein Täter ermittelt werden können.

Stauffacher soll für fünf Anschläge verantwortlich sein

Die 46-Jährige Zürcherin, Mutter zweier Pflegekinder und ehemalige Mitbewohnerin von Stauffacher, muss sich ausschliesslich dem Vorwurf der Brandstiftung stellen. Sie selbst betonte zu Beginn des Prozesses, mit der Tat nichts zu tun zu haben.

Andrea Stauffacher, die als Leitfigur des Revolutionären Aufbaus gilt, soll gemäss Anklageschrift zudem für fünf Sprengstoffanschläge zwischen 2002 und 2007 gegen Gebäude in Zürich und Bern verantwortlich sein. Sie machte am Mittwoch vor Gericht keine Aussagen.

In mehreren Fällen konnte die DNA der 61-Jährigen am Tatort ausgemacht werden. Zudem wurden bei Hausdurchsuchungen Dokumente entdeckt, die gemäss Anklage eindeutig auf sie als Täterin hinwiesen.

Motiv: Solidarische Verbundenheit mit politischen Gefangenen

Das mutmassliche Motiv der Links-Aktivistin gehe laut Anklage unter anderem aus Bekennerschreiben hervor, die am Tatort gefunden wurden. Einige der Anschläge sollten demnach die solidarische Verbundenheit mit politischen Gefangenen in Spanien und Frankreich demonstrieren.

Stauffacher ist aus Sicht der Anklage wegen mehrfacher Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht, Sachbeschädigung, Aufbewahren von Sprengmitteln, Brandstiftung und des Erwerbs von Waffen schuldig zu sprechen.

Autonome demonstrieren vor Gericht

Vor dem Gerichtsgebäude in Bellinzona hatten sich am Mittwoch bis zu 50 Autonome überwiegend aus der Deutschschweiz mit Plakaten und Musik versammelt. Sie demonstrierten ihre Solidarität für die Beschuldigten. Zu Ausschreitungen kam es nicht.

Der Prozess wird am Donnerstag mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt. Der Termin zur Urteilseröffnung ist noch nicht bestimmt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Romeo Seifenauer am 28.09.2011 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    nicht Gefängnis, sondern in die Psychiat

    Dioe gute Frau gehört in die Psychiatrie, bei allen Interviews die ich gelesen habne oder im TV gesehen habe; hat Frau Stauffacher keinen einzigen vernünftigen Satz zustande gebracht. Sorry aber Gefängnis scheint mir in Ihrem Falle nicht die geeignete Massnahme zu sein.

  • Hansruedi am 28.09.2011 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Tricki

    «Führerin»? Der RAS hat keine Hierarchien eine Stahlrute?! Tränengas-Spray (Pfefferspray)?! Beides keine illegalen Gegenstände! Ausserdem trickst die Staatsanwaltschaft mal wieder aufs Übelste

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  • Theresa am 29.09.2011 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Volksverhezende Ideologie

    Einsperren, und Ihre Befuerworter gleich mit... und davon hat es auch welche im Bundeshaus. Was Rot-Gruen da naehmlich abziehen hat eher was mit Rosenkrieg zu tun als mit Politik. Man lese mal deren Parteibuecher....selbe Ideologie wie die Stauffacher einfach durchs Hintertuerchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Nussberger am 15.10.2011 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Naja...

    Grosser Name, wenig daraus gemacht.....

  • Samara Morgaine am 29.09.2011 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Andrea Stauffacher

    In einem kommunistischen Staat wäre Andrea Stauffacher für die ihr zur Last gelegten Delikte wahrscheinlich mit mehr als fünf Jahren Gefängnis bestraft worden. Aber es gibt ja auch Linke und Linke, die einen setzen sich für die Büezer ein und die anderen wollen das System auf den Kopf stellen. A.S. gehört zur zweiten Sorten und solche brauchen wir in der Schweiz nicht.

    • Tobias am 29.09.2011 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Sehe ich auch so...

      Ich wähle liberal rechts und sehe das auch so. Man muss Sozialdemokraten ganz klar von Kommunisten unterscheiden und insbesondere von undemokratischen Kräften. In einer gesunden Gesellschaft braucht es verschiedene Ansichten und freie Meinungsäusserung, aber Gruppen wie dieser revolutionäre Aufbau braucht es nicht.

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  • Lektor am 29.09.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Aktivist vs. Terrorist

    Terrorist = Anhänger des Terrorismus Terrorismus = Einstellung und Verhaltensweise, die darauf abzielt, [politische] Ziele durch [systematische] Verbreitung von Angst und Schrecken durch Gewaltaktionen (besonders zur Erreichung politischer Ziele) durchzusetzen Aktivist = besonders politisch aktiver Mensch, zielstrebig Handelnder (Begriffe gem. Duden) Die sda scheint beim Gebrauch von Fremdwörtern gravierende Unsicherheiten an den Tag zu legen. Stellt sich die Frage: reine Dummheit, oder System?

  • P. Seglias, Zürich am 29.09.2011 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wie kann der Staat....

    Ich frage mich, wie der Staat so einer Frau Pflegekinder anvertrauen kann. Das ist für mich das unglaublichste, denn die "Pflegemutter" infiltriert doch diese Kinder mit ihrem Komunismus-Schwachsinn. Mal sollte ihr diese Kinder sofort entziehen und sie selbst soll in den Knast.

    • d.Niederer am 30.09.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Versteh euch alle nicht

      Wäre es ihnen lieber, wenn diese Kinder bei jemandem wie ihnen aufwachsen würde? Da Sie offenbar alles andere als Objektiv sind, ebenso voreingenommen und offensichtlich schlecht gebildet (indoktrination, nicht infiltration), denke ich nicht dass die Kinder dort schlechter aufgehoben sind als sie es woanders wären.

    • Kritisch am 01.10.2011 00:16 Report Diesen Beitrag melden

      Vernebelt?

      Ich frage mich, wie unmenschlich man denken muss, wenn man davon ausgeht, dass sehr politische Menschen nicht in der Lage sind, einen wundervollen Umgang mit Kindern zu haben. Fundamentalistische Christen dürfen auch Kinder haben- und da ist die Indoktrinationsgefahr in keiner Weise gering! Im Gegenteil! Terrorismus und Aktivismus sind zwei komplett differente Sachen, meine Damen und Herren!

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  • F. Ucker am 29.09.2011 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr gescheiter - nur noch älter!

    Jemand - oder diese Frau - gehört weggesperrt, wenn er zu Gewalt aufruft und /oder diese ausübt. In die Psychiatrie gehören solche, wenn das einzige Argument die Gewalt ist und sie noch nicht gemerkt haben, dass sie ewige Gestrige, von der Zeit überholte Relikte der Vergangenheit sind. Und generell bestraft gehören sie, wenn sie gegen das Vermummungsverbot verstossen. Un