Trophäen-Jagd im Wallis

06. November 2019 21:01; Akt: 18.12.2019 10:42 Print

Steinböcke jagen für 20'000 Franken

Im Wallis dürfen ausländische Touristen Jagd auf Steinböcke machen. Dies, nachdem die Population sich gerade erst wieder erholt hat.

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Nachdem die Steinbock-Population aufgrund der intensiven Jagd lange auf wenige hundert Tiere reduziert war, sind seit dem späten 20. Jahrhundert dank kontrollierter Wiedereinführung wieder viel mehr Steinböcke in den Alpen zu finden. Nun ist die Jagd auf diese Wahrzeichen der Berge allerdings wieder erlaubt, wie RTS berichtet.

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Während in Graubünden nach wie vor nur einheimische Jäger auf die Jagd nach Steinböcken gehen dürfen, ist dies im Wallis auch Ausländern erlaubt – dies, obwohl die Europäische Umweltagentur den Status der Population in diesen Gebieten als ungenügend eingeschätzt hat.

Drei Tage kosten 20'000 Franken

Die Lizenz, um im Wallis einen männlichen Steinbock zu jagen, der ein Meter lange Hörner hat, kostet 13'000 Franken. Jeder zusätzliche Zentimeter kostet 500 Franken. Dazu kommen die Kosten der Betreuung, des Hotels und der Begleitperson. Diese belaufen sich auf rund 3000 bis 4000 Franken. Eine Touristin, die aus den USA für die Jagd angereist ist, gibt gegenüber RTS an, 20'000 Franken für einen dreitägigen Trip bezahlt zu haben.

Jährlich gibt das Wallis bis zu 120 Jagd-Lizenzen für Steinböcke heraus. Das bringt einen Gewinn von 650'000 Franken ein. Dies führt dazu, dass jährlich rund 450 Steinböcke in der Region geschossen werden. Im Kanton Graubünden sind es ebenfalls rund 500 Tiere. Es wird geschätzt, dass insgesamt 16'000 Steinböcke in den Schweizer Alpen leben.

Jean-Michel Gaillard, ein Forschungsdirektor an der Universität Lyon gibt an, dass rund 36 Prozent aller Steinböcke, die älter als 11 Jahre sind, abgeschossen werden. Das sei ein sehr grosser Anteil. Da sich vor allem ältere Steinböcke fortpflanzten, bedrohe die Jagd das Gleichgewicht der Herden. Die Jagdbehörden im Wallis sehen allerdings kein Risiko.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bruno am 06.11.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Und mir wird schon wieder übel.

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  • Dem Vallis am 06.11.2019 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    sollten die

    Ausgleichszahlungen gestrichen werden.

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  • geissenpeter am 06.11.2019 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Lust auf ... ?

    Mensch und Geld - eine besondere Geschichte...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger am 04.12.2019 00:22 Report Diesen Beitrag melden

    Jagd ist wichtig!

    So ein schlechter Beitrag. Jeder der sich mit der Natur befasst und sich mit der Wildart auskennt, sollte wissen wie wichtig die Bejagung für eine gesunde Population ist. Zudem gibt es wohl kaum eine nachhaltigere Art Lebensmittel zu gewinnen

  • Reto Kieser am 07.11.2019 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann die Aufregung hier ...

    ... nicht nachvollziehen. Wieso soll man die Steinböcke nicht gegen Geld von Gutbetuchten abschiessen lassen ? Das kommt den Kantonsfinanzen zu gute. Arbeitsplätze gibt es auch. Zug meckert zurecht, dass der Finanzausgleich hoch ist. Ja von was sollen den die Bergler leben ? Hirsche und Gämsen kommen auch auf den Teller. Ich habe kein Problem damit.

    • Bleibt nichts übrig am 04.12.2019 02:00 Report Diesen Beitrag melden

      Adel verpflichtet

      Wieso soll das den Kantonsfinanzen zugute kommen? Der Betreiber dieser Jagd hat seinen dauernden Wohnsitz in Zollikon am Zürichsee.

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  • Peter von Allmen am 07.11.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Respekt

    Hauptsache, der Rubel rollt; schon bedenklich!

  • Abführen bitte am 07.11.2019 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Italiener

    die ganze Steinbockgenerationen stammen aus Italien. Vor Jahren ist der Steinbock in der Schweiz ausgestorben und in einer illegalen Aktion wurden Steinböcke aus Italien in der dunklen Nacht über die Grenze geschmuggelt, wen wunderts, mich nicht, zum heulen und fremdschämen was sich Schweizer nennt.

  • MM am 07.11.2019 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld stinkt nicht, auch Blut bleibt nicht daran ha

    Eine andere Form von Zuhälter und Freier-Verhältnis ! Mir kommt gleich der Mageninhalt hoch