Trophäen-Jagd im Wallis

06. November 2019 21:01; Akt: 06.11.2019 21:01 Print

Steinböcke jagen für 20'000 Franken

Im Wallis dürfen ausländische Touristen Jagd auf Steinböcke machen. Dies, nachdem die Population sich gerade erst wieder erholt hat.

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Nachdem die Steinbock-Population aufgrund der intensiven Jagd lange auf wenige hundert Tiere reduziert war, sind seit dem späten 20. Jahrhundert dank kontrollierter Wiedereinführung wieder viel mehr Steinböcke in den Alpen zu finden. Nun ist die Jagd auf diese Wahrzeichen der Berge allerdings wieder erlaubt, wie RTS berichtet.

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Während in Graubünden nach wie vor nur einheimische Jäger auf die Jagd nach Steinböcken gehen dürfen, ist dies im Wallis auch Ausländern erlaubt – dies, obwohl die Europäische Umweltagentur den Status der Population in diesen Gebieten als ungenügend eingeschätzt hat.

Drei Tage kosten 20'000 Franken

Die Lizenz, um im Wallis einen männlichen Steinbock zu jagen, der ein Meter lange Hörner hat, kostet 13'000 Franken. Jeder zusätzliche Zentimeter kostet 500 Franken. Dazu kommen die Kosten der Betreuung, des Hotels und der Begleitperson. Diese belaufen sich auf rund 3000 bis 4000 Franken. Eine Touristin, die aus den USA für die Jagd angereist ist, gibt gegenüber RTS an, 20'000 Franken für einen dreitägigen Trip bezahlt zu haben.

Jährlich gibt das Wallis bis zu 120 Jagd-Lizenzen für Steinböcke heraus. Das bringt einen Gewinn von 650'000 Franken ein. Dies führt dazu, dass jährlich rund 450 Steinböcke in der Region geschossen werden. Im Kanton Graubünden sind es ebenfalls rund 500 Tiere. Es wird geschätzt, dass insgesamt 16'000 Steinböcke in den Schweizer Alpen leben.

Jean-Michel Gaillard, ein Forschungsdirektor an der Universität Lyon gibt an, dass rund 36 Prozent aller Steinböcke, die älter als 11 Jahre sind, abgeschossen werden. Das sei ein sehr grosser Anteil. Da sich vor allem ältere Steinböcke fortpflanzten, bedrohe die Jagd das Gleichgewicht der Herden. Die Jagdbehörden im Wallis sehen allerdings kein Risiko.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bruno am 06.11.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    Und mir wird schon wieder übel.

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  • Dem Vallis am 06.11.2019 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    sollten die

    Ausgleichszahlungen gestrichen werden.

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  • geissenpeter am 06.11.2019 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Lust auf ... ?

    Mensch und Geld - eine besondere Geschichte...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter von Allmen am 07.11.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Respekt

    Hauptsache, der Rubel rollt; schon bedenklich!

  • MM am 07.11.2019 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld stinkt nicht, auch Blut bleibt nicht daran ha

    Eine andere Form von Zuhälter und Freier-Verhältnis ! Mir kommt gleich der Mageninhalt hoch

  • Peter Pan am 07.11.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach

    Denen ein Geweih aufsetzen und nach Abschuss 20kFr ausbezahlen

  • Fred2 am 07.11.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Länder

    verurteilen wir weil sie die Jagd auf Wildtiere für teures Geld anbieten. Wie Elefanten, Giraffen, Nashörner etc. Aber wir machen es ja keinen Deut besser. Jagen soll nur von einheimischen Jägern durchgeführt werden dürfen und dies auch nur zwecks Populationskontrolle.

  • peter laufmann am 07.11.2019 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam kommt ein latenter

    Hass in mir hoch. Für Kohle verkaufen die ihre Grossmutter. Walliser Aprikosen, Roggenbrot, Raclett, Käse, Trockenfleisch, Würste, Wein, Ferien im Sommer und Winter usw., habe ich konsumiert. Will ich nicht mehr, nicht wegen ein paar Jägern, doch wegen der grossen Akzeptanz in der Bevölkerung!