Sommaruga zur Zersiedelungsinitiative

17. Januar 2019 15:35; Akt: 17.01.2019 15:35 Print

«Gerade in Städten könnten Mieten steigen»

Umweltministerin Simonetta Sommaruga beantwortete heute Leserfragen zur Zersiedelungsinitiative. Lesen Sie den Chat im Ticker nach.

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Bundesrätin Simonetta Sommaruga beantwortete am 17. Januar Ihre Fragen im Live-Chat. Prominenter Gast bei 20 Minuten: Simonetta Sommaruga, die neue Umweltministerin wird von Daniel Waldmeier begrüsst, Politchef von 20 Minuten. «Seit zwei Wochen sind Sie Umweltministerin. Sind Sie schon dossierfest?», fragt Waldmeier. Ernst Ecker, Zürich: Wie wirkt sich die Initiative auf die Miet-, und Baupreise aus? «Das ist eine berechtigte Sorge. Wo Bauland verknappt wird, wächst die Gefahr, dass Grundstücks- und Wohnungspreise steigen. Das Risiko besteht durchaus, dass gerade in Städten, wo der Wohnraum schon heute knapp ist, die Mieten steigen. Das ist mit ein Grund, weshalb Bundesrat und Parlament die Initiative der Jungen Grünen ablehnen. » «Die Bauzonenfläche ist seit 2012 stabil. Das heisst: Die Fläche pro Kopf hat abgenommen. Das zeigt, dass man dem Boden schon heute besser Sorge trägt und dass intelligenter gebaut wird.» Ann Catherine, Bern: Die Leute haben schon jede Menge Nachbarschaftsstreit. Was können Sie gegen die unerträgliche Verdichtung tun? «Die Initiative der Jungen Grünen hilft bei Streitigkeiten unter Nachbarn nicht weiter. Und in den Städten schafft die Initiative vor allem ein grosses Risiko: Die Mieten können steigen, weil zu wenig Bauland zur Verfügung steht. » «Die Initiative löst allerdings keine Probleme, sie schafft nur neue. Wenn es keine neuen Bauzonen mehr gibt, dann wird dort gebaut, wo dies noch zulässig ist. Das ist vor allem in den abgelegenen Gebieten. Für den Landschaftsschutz ist die Initiative darum ein Eigengoal. » Tobias Metzger, Zürich: Der Hauptgrund für den Bauboom ist die Zuwanderung. Dieses Problem könnte durch Kündigung der Personenfreizügigkeit ganz einfach gelöst werden. Einverstanden? «Da muss ich Ihnen widersprechen. Die Bauzonenfläche ist in der Schweiz trotz Zuwanderung seit 2012 stabil geblieben. Am 10. Februar stimmen wir aber nicht über die Zuwanderung ab, sondern darüber, ob die Fläche der Bauzonen im ganzen Land für immer so bleiben soll wie heute.» «Bundesrat und Kantone sagen Nein, weil sie finden, dass eine sinnvolle Entwicklung möglich sein soll, zum Beispiel ein neues Quartier für Familien.»

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Am 10. Februar 2019 befindet das Stimmvolk über die Zersiedelungsinitiati

ve». Die Initiative stammt von den Jungen Grünen. Bundesrat und Parlament empfehlen sie zur Ablehnung.

Die Initiative verlangt, die Ausdehnung der Bauzonen gesamtschweizerisch auf unbestimmte Zeit zu stoppen. Bei Einzonungen soll künftig eine gleiche Landfläche von vergleichbarer Qualität ausgezont werden.

Dies soll Anreiz sein, vorhandenes Bauland effizient zu nutzen, anstatt immer mehr Grünland zu verbauen. Das Bauen ausserhalb der Bauzone wollen die Initianten begrenzen. Das Volksbegehren wurde von gut 113'000 Stimmberechtigten unterzeichnet.

Ihre Frage zur Zersiedelungsinitiative

Im Livechat stellt sich Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) am Donnerstag ab 11.45 Uhr Ihren Fragen. Was brennt Ihnen unter den Nägeln? Schildern Sie uns Ihr Anliegen im Formular!

Berücksichtigt werden nur Fragen, die unter Angabe des Vor- und Nachnamens sowie des Wohnorts gestellt werden. Aus zeitlichen Gründen können leider nicht alle Fragen beantwortet werden.

(dp)