Studie

13. November 2008 13:07; Akt: 13.11.2008 15:52 Print

Steueroase Schweiz

Die Schweiz gehört bezüglich der Steuern sowohl für Private als auch für Firmen europaweit zu den attraktivsten Ländern, wie eine neue Studie zeigt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei den Gewinnsteuern für Firmen liegt die Schweiz in Europa auf Platz zehn. Günstiger sind neben Irland und Island vor allem osteuropäische Länder wie Montenegro, das die tiefsten Steuersätze aufweist.

Bei den Steuern für Privatpersonen belegt die Schweiz Platz 17, wobei die Unterschiede zwischen den Kantonen beträchtlich sind. So figurieren die Kantone Zug und Schwyz europaweit unter den Top 10. Bei der Mehrwertsteuer führt die Schweiz mit dem tiefsten Satz klar.

Die Kombination von tiefen Gewinnsteuern für Firmen und relativ moderaten Steuern für Privatpersonen sind im internationalen Standortwettbewerb ein grosser Vorteil. Im Gegensatz etwa zu Irland, das zwar attraktive Steuersätze für Unternehmen bietet, dessen Spitzensteuersätze für natürliche Personen jedoch sehr hoch liegen.

Grosse Unterschiede zwischen den Kantonen

Die einzelnen Kantone im Direktvergleich mit anderen Ländern zeigen: Zug und Schwyz gehören in Europa zu den Top 10. Obwalden, Appenzell-Innerrhoden, Nidwalden, Luzern, Schaffhausen und Graubünden finden sich in den Top 20. Besser schneiden in der Regel nur die osteuropäischen Länder ab.

Schlusslichter sind die Kantone Jura und Genf, wo die Steuerbelastung mit rund 45 Prozent fast doppelt so hoch ist wie in Zug. Aber auch Genf (Platz 45) liegt bei den Steuern natürlicher Personen im direkten Ländervergleich immer noch vor Deutschland auf dem 46. Platz.

Hohe Steuern in Europa

Die Studie untersuchte die weltweite Entwicklung von Steuern in den Jahren 2003 bis 2008 in 87 Ländern. 33 Länder haben in dieser Zeitspanne die Maximalsteuersätze gesenkt, wie es in der Untersuchung zur Individualbesteuerung im internationalen Wettbewerb des Wirtschafsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG heisst.

Durchschnittlich sind die Maximalsteuersätze für Einkommenssteuern in den vergangenen sechs Jahren weltweit um 2,5 Prozent auf 28,8 Prozent gefallen. Das Land mit dem weltweit höchsten Einkommenssteuersatz ist Dänemark mit 59 Prozent.

In Europa wurden in den letzten sechs Jahren die Steuern im Durchschnitt mit 5,2 Prozent deutlich überdurchschnittlich gesenkt. Im Vergleich nach Weltregionen werden in Europa natürliche Personen am höchsten besteuert, am tiefsten in Lateinamerika.

(whr/sda)