27. April 2005 15:58; Akt: 27.04.2005 15:58 Print

Störfall in Leibstadt

Im Atomkraftwerk Leibstadt hat sich vergangenen Samstag während Materialinspektionen ein meldepflichtiger Störfall ereignet. Ein Brennelement war eingesetzt worden, während noch zwei Steuerstäbe ausgefahren waren.

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Dies geht aus einer Mitteilung der Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) vom Mittwoch hervor.

Gemäss Mitteilung war die Sicherheit von Bevölkerung, Personal und Anlage wegen des Vorfalls nicht beeinträchtigt. Es sei zu keiner unzulässigen Abgabe radioaktiver Stoffe gekommen. KKL-Sprecher Leo Erne wies auf Anfrage darauf hin, dass der Reaktor seit vergangenem 28. März stillgelegt sei und keine Kettenreaktion stattfinde.

Der Vorfall ereignete sich laut Erne wegen eines Kommunikationsproblems zwischen zwei Equipen, die am Reaktor gearbeitet hätten. Dabei wurden gemäss Mitteilung während der laufenden Jahresrevision für Materialinspektionen Brennelemente entladen und die zugehörigen Steuerstäbe ausgefahren und abgesichert. Am Samstag sei dann ein Brennelement wieder eingesetzt worden, obwohl noch zwei Steuerstäbe ausgefahren gewesen seien. Dieses Vorgehen stehe nicht im Einklang mit der Technischen Spezifikation. Laut Erne dürfen Brennelemente nur dann eingesetzt werden, wenn alle Steuerstäbe eingefahren sind. Mit Steuer- oder Regelstäben wird die Kettenreaktion gesteuert.

Der Vorfall wurde vom KKL der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) gemeldet. Diese ordnete das Ereignis der Störfallstufe 1 der siebenstufigen internationalen Störfall-Skala (INES) zu. Dabei handle es sich um die tiefste Stufe und eine «Anomalie», bei der kein Sicherheitsproblem bestehe, sagte Erne.

Das KKL steht, wie berichtet, wegen des Generatorschadens von Ende März voraussichtlich bis September still. Ursprünglich hätte er Ende Mai wieder ans Netz gehen sollen. Die genaue Ursache des Schadens ist nicht bekannt.

(ap)