21. April 2005 11:04; Akt: 21.04.2005 12:40 Print

Streit um Studie

Komplementärmediziner haben zur Präsentation von Resultaten geladen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das die Studie in Auftrag gegeben hat, droht mit rechtlichen Schritten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Studie soll als Grundlage dienen für den anstehenden Entscheid über den Verbleib von fünf Fachrichtungen der Komplementärmedizin im Grundleistungskatalog der Krankenversicherung. Nach dem Willen des Bundes sollen die Resultate erst nach dem Entscheid von Bundesrat Pascal Couchepin veröffentlicht werden.

Juristische Abklärungen

Erste Resultate sind jedoch bereits öffentlich diskutiert worden, namentlich zu den Kosten der Komplementärmedizin. Am Donnerstag soll nun über die Einstellung der Bevölkerung zur Komplementärmedizin orientiert werden.

Falls konkrete Ergebnisse aus der Studie «Programm Evaluation Komplementärmedizin (PEK)» vorgestellt würden, werde das BAG rechtliche Schritte erwägen, sagte Mediensprecher Daniel Dauwalder auf Anfrage. Es gelte juristisch abzuklären, ob eine Vertragsverletzung vorliege.

Maulkorb und Entlassung

Die Union schweizerischer komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen hatte anfangs April von Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Studie gesprochen. Sie kritisierte Fahrplanänderungen bei den Forschungsarbeiten und den verhängten Maulkorb.

Die Komplementärmediziner wiesen zudem darauf hin, dass der an der Forschung beteiligte Gesundheitsökonom Hans-Peter Studer entlassen worden sei. Das BAG hielt dagegen, sein Mandat sei abgelaufen.

Brunner stellt Ergebnisse in Frage

Umgekehrt wird die Studie von Behördenseite in Frage gestellt. Es werde sich die Frage stellen, ob die Übungsanlage zielführend gewesen sei, sagt BAG-Vizedirektor Hans Heinrich Brunner in einem am Donnerstag in der Zeitschrift «Facts» veröffentlichten Interview.

Es gebe Indizien dafür, dass bei der Organisation des PEK politische Überlegungen zu Gunsten der Komplementärmedizin im Spiel gewesen seien. Die Evaluation wurde 1999 von der damaligen Gesundheitsministerin Ruth Dreifus initiiert.

(sda)