Netzkosten zu hoch

16. Juni 2011 14:42; Akt: 16.06.2011 14:43 Print

Strom wird für Konsumenten billiger

Die Regulierungsbehörde des Bundes akzeptiert die Preiserhöhungen für die Nutzung des Schweizer Stromnetzes nicht. Konsumenten zahlen deshalb 2012 zehn bis zwanzig Franken weniger für Strom.

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Ende April hatte die nationale Netzgesellschaft Swissgrid die Netzgebühren für das Jahr 2012 bekannt gegeben. Während Swissgrid die Systemtarife um 40 Prozent senken wollte, sollten die Gebühren für die Netznutzung um rund 20 Prozent steigen. Diesen Anstieg will die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) nun verhindern, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Die angekündigte Preiserhöhung der Netznutzung sei nicht gerechtfertigt, schreibt die Elcom. Deshalb senke sie die Tarife im voraus auf die aktuell gültige Höhe.

10 bis 20 Franken günstiger

In der Stromrechnung der Konsumenten sind die Swissgrid-Tarife nur ein Teilposten: Gemäss Angaben von Swissgrid macht der Posten «Netznutzung» weniger als zehn Prozent der gesamten Stromkosten aus. Im Jahr 2011 zahlte der Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden dafür 58 Franken. 2012 dürfte dieser Betrag zwischen 10 und 20 Franken sinken.

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Elcom und Swissgrid sind nicht neu: Die Elcom hatte bereits in den letzten drei Jahren die Netzgebühren abgesenkt. Gegen diese Verfügungen sind zahlreiche Einsprachen hängig.

Zahlreiche offene Rechtshändel

Swissgrid ihrerseits macht diese offenen Rechtshändel dafür verantwortlich, dass die Tarife für die Netznutzung steigen.

Die Elcom ist die unabhängige staatliche Regulierungsbehörde im Elektrizitätsbereich. Sie überwacht die Einhaltung des Stromversorgungs- und Energiegesetzes. Dazu gehört die Aufsicht über die Strompreise.

Die Elcom kann Preisabsenkungen verfügen oder Erhöhungen verbieten. Weiter überwacht die Elcom auch die Versorgungssicherheit und regelt Fragen betreffend den internationalen Stromtransport- und handel.

(sda)