Haushaltgeräte

16. Juni 2015 19:42; Akt: 16.06.2015 19:42 Print

Stromschläge töten jährlich 3 bis 4 Schweizer

Stromschläge in den eigenen vier Wänden fordern in der Schweiz jedes Jahr mehrere Todesopfer. Nun will der Bund über die Gefahren aufklären.

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Eine von vielen Gefahren im eigenen Haushalt: Glühbirnen sollten erst gewechselt werden, wenn der Strom aus ist. Ansonsten droht ein Stromschlag. (Bild: Keystone/AP/Thomas Kienzle)

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Ohne Strom läuft im heutigen Leben kaum mehr etwas. Bei defekten Installationen oder Geräten kann er jedoch zur tödlichen Gefahr werden, wie das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) mitteilt. Erst vergangene Woche starb ein 49-jähriger Mann in Schlieren, als er beim Abpumpen von Wasser einen Stromschlag erlitt. Eine Auswertung der letzten fünf Jahre zeigt: Durchschnittlich sterben in der Schweiz drei bis vier Personen im privaten Umfeld durch Stromschläge.

Die tödlichen Unfälle passieren oft in Zusammenhang mit normalen Haushaltgeräten. So können defekte Bohrmaschinen, Mikrowellen, Bügeleisen, Waschmaschinen oder ein Haarföhn tödliche Stromschläge übertragen, wie ESTI-Sprecher Roland Hürlimann ausführt. Auffällig häufig passieren tödliche Unfälle im Badezimmer. Steht ein Gerät in der Nähe der Badewanne, kann dies verheerende Folgen haben.

«Möglichst schnell vom Strom wegkommen»

Zu erkennen, ob ein Gerät unter Strom steht, ist praktisch unmöglich. «Das perfide an Strom ist, dass man ihn nicht sieht», sagt Hürlimann. Bereits 50 Milliampère können tödlich sein. Diese Stromstärke ist etwa mit einer 10-Watt-Birne zu vergleichen. «Es ist sehr wenig», sagt Hürlimann. Ist man dieser Stromstärke allerdings mehrere Sekunden lang ausgesetzt, ist sie tödlich. «Gefährlich wird es jedoch bereits ab 0,4 Sekunden.»

«Bei Stromschlägen ist es reiner Zufall, ob man überlebt oder nicht», so der Experte. Berührt ein Mensch ein unter Strom stehendes Gerät, ziehen sich die Muskeln zusammen. Folglich schliesst sich auch die Hand, mit der man das Gerät eventuell umfasst hat. Dabei gilt doch: «Bei einem Stromschlag ist es wichtig, dass man möglichst schnell davon wegkommt.»

Nach Stromschlag immer zum Arzt

Am besten ist allerdings, dass es gar nicht so weit kommt. Hürlimann rät deshalb, defekte Installationen sofort zu flicken. Besonders wachsam müsse man bei älteren elektrischen Installationen sein, weil diese in der Regel keinen Fehlerstromschutzschalter (FI) besitzen, der vor tödlichen Stromschlägen schützt. «Dieser ist erst seit 2010 bei Hausinstallationen überall Vorschrift.»

Grundsätzlich gelte, dass der Eigentümer eines Hauses verantwortlich für die Sicherheit der elektrischen Installationen sei. Ist man in den eigenen vier Wänden lediglich Mieter, muss man Mängel sofort melden. Diese müssen dann von einem Elektriker behoben werden. Grund: Provisorische oder von Laien eingerichtete Installationen können extrem gefährlich sein.

Wer eine Glühbirne wechseln muss, müsse zudem auf jeden Fall die Stromzufuhr unterbrechen. Lose Drähte und unter Strom stehende Teile dürfen keinesfalls berührt werden. Wer aller Vorsichtsmassnahmen zum Trotz einen Stromschlag erleidet, sollte immer einen Arzt aufsuchen. Elektro-Unfälle müssen dem ESTI gemeldet werden, damit Ursachen und mögliche Massnahmen abgeklärt werden können.

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stromi die Glühbirne am 16.06.2015 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Strom abschaffen

    3-4 Tote pro Jahr??? Wann endlich wird diesem Wahnsinn ein Ende gesetzt und der Strom abgeschafft?

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  • AreSee am 16.06.2015 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Elektriker

    Und solch eine Aussage von einem gelerneten Elektriker? In der Schule wohl einen Febsterplatz gehabt. Ab 50mA und 0,4 sekunden tödlich. Dein glück war nur dass der Strom nicht den Weg übers Herz gefunden hat. Also erzähl hier nichts über ein paar Sekunden...

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  • klammheimlich am 16.06.2015 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so nicht

    da muss unbedingt die polizei präventiv kontrollen durchführen. und drakonische bussen verteilen wie im strassenverkehr! unglaublich, 3 bis 4 tote?! das geht gar nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Demokrat am 17.06.2015 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist Juni

    wenn jetzt 4 schon dieses Jahr gestorben sind können wir ja beruhigt sein.

  • Hobbystromer am 17.06.2015 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Definition "Strom"

    Morgens mit Hochspannung aufstehen, mit Widerstand zur Arbeit gehen, den ganzen Tag gegen den Strom schwimmen, schließlich geladen nach Hause kommen, dann am Abend an die Dose zu fassen und eine gewischt kriegen. DAS ist Elektrizität!

  • Chrigu Iff am 17.06.2015 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht dramatisieren

    Stromschläge sind gefährlich, keine frage. Aber 3-4 tote pro jahr, sind sehr wenig. Wenn man bedenkt, wo immer und überall strom zur verfügung steht. Also, vernünftigt sein und nicht dramatisieren. Sonst kann sich in ein par jahren niemand mehr eine korrekte installation leisten..

  • Stromer am 17.06.2015 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Sicherung

    draußen ist und es hat noch immer Strom, hat es Gleich-Strom.

    • Pesche Müller am 17.06.2015 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      kalauern

      ...und wenn du die Glühbirne wechselst und es putzt dir einen, war es Wechselstrom

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  • S. Atan am 17.06.2015 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grobfahrlässigkeit

    Im Schwimmbad in dem ich schwimmen gehe, verrichtet der Elektro-Wassersauger seine Arbeit am Boden währendem die Schwimmer ihren Sport ausüben. Nach meiner Meinung sollte der Bademeister entlassen werden.

    • H. Ode am 17.06.2015 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Unverantwortlich

      Geht gar nicht. Während dem Schwimmbetrieb sind keine Elektrogeräte im Wasser. Ansonsten die Behörden einschalten.

    • Elektroing am 17.06.2015 09:35 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Ding

      Wenn der Elektrosauger die entsprechenden Sicherheitskriterien erfüllt ist das kein Problem. Ach, die Lampen in Becken werden auch nicht mit Gas betrieben...

    • R. Messi am 17.06.2015 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Überfällig

      Die letzte amtliche Prüfung erfolgte 2012, sollte jedoch alle zwei Jahre erfolgen.

    • fröschli am 17.06.2015 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      aber eben ein solides Thema

      @S. Alan ich habe noch nie ein wassersauger im Schwimmbad gesehen eigentlich nur die Vorrichtung dazu?

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