IZRS

10. Januar 2014 14:14; Akt: 10.01.2014 14:14 Print

Studenten der Uni Basel sponserten Islamisten

von D. Pomper - Die Muslimische Studierendenvereinigung Basel hat die Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrats Schweiz unterstützt. Die Universität hat den Verein zurückgepfiffen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Erst vor einem halben Jahr genehmigte die Universität Basel die Registrierung des Vereins «Muslimische Studierendenvereinigung Basel» MSB als studentischen Verein. Doch wie seine Zukunft aussehen wird, ist ungewiss. Denn der MSB hat als Sponsor die Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrats der Schweiz IZRS unterstützt, die im Dezember letzten Jahres stattfand. Die Konferenz war im Vorfeld in die Kritik geraten. Als Gastreferent war der TV-Prediger Muhammad Salah eingeladen, der unter anderem zur Tötung abtrünniger Muslime aufruft. Darauf hatten die Schweizer Behörden eine Einreisesperre gegen ihn verhängt.

Für die Universität Basel war dieses Engagement zu viel. Sie forderte den Verein dazu auf, das Sponsoring zurückzuziehen. «Der Islamische Zentralrat Schweiz gilt als radikal-islamische Organisation. Es ist darum fraglich, ob es die Aufgabe eines studentischen Vereins ist, bei einer Jahreskonferenz des IZRS als Sponsor aufzutreten», sagt Sprecher Matthias Geering.

Imageschädigend sei der Vorfall für die Universität dennoch nicht, denn: «Die Universität ist ein Ort der Debatte, wo Meinungen immer wieder hinterfragt und Positionen neu ausgehandelt werden. Dies gilt auch für die Rechte und Pflichten von universitären Vereinen», so Geering. Wenn die Aktivitäten der studentischen Vereine aber möglicherweise die Interessen anderer Gruppierungen beeinträchtigten, werde das Gespräch gesucht. Dies habe letztlich auch dazu geführt, dass der MSB sein Engagement bei der Jahreskonferenz des IZRS zurückgezogen habe. Ausserdem hat die Universität Basel inzwischen auch das MSB-Logo vom Blog der Uni gelöscht, wie der Infodienst der Stiftung Zukunft CH schreibt.

«Geschwister muss man unterstützen»

Der MSB war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Mit der Frage konfrontiert, warum der Studentenverein ausgerechnet eine Konferenz sponsert, zu der auch der umstrittene Prediger Salah eingeladen wird, schreibt ein Vereinsmitglied aber auf der Internetseite der Universität: «Wenn man Geschwister hat, ist es sinnvoll, diese auch zu unterstützen.» Es sei kein Verbrechen, wenn man «immerhin der grössten Organisation der Schweiz» in seinen Aktivitäten folge und sie dabei unterstütze, «etwas Positives für die Muslime und die schweizerische Gesellschaft» zu tun. Der Studentenverein sei ein neutraler, unabhängiger Verein.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lorik S. am 10.01.2014 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ich glaube das ja wohl nicht. Studenten, sollten aufgeklärt sein und unterscheiden können zwischen modernen/gemässigten und radikalen Moslems. IZRS ist gefährlich. Ich bin selber Muslim. Liebe Schweizer Bevölkerung verschliesst eure Augen niemals wenn es um den IZRS geht.

    einklappen einklappen
  • Sylvia am 10.01.2014 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklung ist besorgniserregend...

    und die naive Haltung der Uni-Basel kaum zu überbieten. Unsere Politiker schauen da nicht nur zu, sondern gezielt weg, um nicht sehen zu müssen was sich da zusammenbraut, denn dann müsste sie ja etwas tun.

    einklappen einklappen
  • Sky Captain am 10.01.2014 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Uni:Religionsgruppen fehl am Platz

    An einer Universität sollte Wissen und Fakten vermittelt werden. Wer alte Märchen und ein "Unsichtbares Superwesen" als für sein Leben so wichtig erachtet das er auch noch Radikale Exponenten unterstützt ist an einem Ort der Bildung (was eine Uni ja sein sollte) definitiv fehl am Platz. Schulen und Universitäten sind orte des Wissens und der Bildung und darum hat Religion und ihre auswüchse an solchen Orten nix verlohren.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • peter g am 11.01.2014 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Roter Faden

    Ich bin für Religionsfreiheit, jeder soll glauben dürfen was er will - aber - in seinen eigenen vier Wänden und ohne an die Öffentlichkeit zu treten. Denn die Religionen (und damit meine ich alle mir bekannten), das lehrt uns die Geschichte der Welt , sind zu 95% Urheber aller Kriege, Unruhen und Verfolgungen, die ihren Ursprung in der Auslegung des Glaubens haben... Und jetzt soll mir einmal einer sagen das Glaube liebe fördert...

    • gerog P am 11.01.2014 10:07 Report Diesen Beitrag melden

      Gründer Fade

      Genau! Ich bin nämlich auch für Meinungsäusserungsfreiheit. Aber bitte nur in seinen eigenen vier Wänden. Ich will verschont werden von der Meinung unserer linken Nationalräte und sowas wie Kolumnen in Zeitungen sollte man ohnehin abschaffen. Diese ewige Politisiererei führt doch zu nichts ausser Dissens. Politik fördert Krieg und Unfriede und wie alle sind die Opfer einer kollektiven Verdummung!

    einklappen einklappen
  • Ronja am 11.01.2014 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hirnwäsche

    Die Konvertierten sind die Schlimmsten. Ihr radikales Gedankengut soll von ihrem schwachen Charakter ablenken, der dazu benutzt wurde solche Gedanken zu platzieren. Dafür gibt es genug Beispiele.

  • t1000 am 11.01.2014 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Das Msb hat sich geoutet.

    Studentengruppen sollten sich mit dingen befassen die mit ihrer Uni und den Studenten zu tun haben.

  • Stirnimann am 11.01.2014 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts....?

    Basel ist ja immer besonders "weltoffen". Aber wie sieht es bei anderen UNI's hierzulande aus? Keine derartigen Vorkomnisse?

  • J. Meyer am 10.01.2014 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    fragwürdige Unterstützung

    «Wenn man Geschwister hat, ist es sinnvoll, diese auch zu unterstützen.» Ein bisschen zu dünn die Begründung, denke ich. Wenn ich Geschwister hätte, die radikalisieren, denke ich nicht im Traum daran, diese zu unterstützen. «etwas Positives für die Muslime und die schweizerische Gesellschaft» Das Problem ist, solche Radikale sind nun leider auch Muslime, doch um Postives für Muslime zu bewirken, muss man nicht grad Radikale unterstützen, es gibt auch andere musl. Vereine, welche gar mit Sorgen die IZRS beobachtet u das sagt schon sehr viel.