Stürmisches Wetter

10. Februar 2016 10:33; Akt: 10.02.2016 11:19 Print

Susanna reisst Gerüst auf Glasdach

Umgestürzte Bäume, ein kaputtes Glasdach beim Zürcher Hauptbahnhof und Schäden an parkierten Autos. Der Sturm Susanna hinterlässt seine Spuren.

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Die starken Winde halten Polizei und Feuerwehren seit Montag auf Trab. In der Nacht auf Mittwoch stürzte am Zürcher Hauptbahnhof ein Baugespann auf ein Glasdach beim Perron. Laut Marco Besson, Mediensprecher bei der Kantonspolizei Zürich, wurde niemand verletzt. Der Sachschaden dürfte sich auf mehrere tausend Franken belaufen. Insgesamt gingen rund 40 Meldungen über Sturmschäden bei Polizei und Feuerwehr ein. In drei Fällen stürzten Bäume auf Autos.

In den Autos sei zum Glück niemand gesessen, hiess es bei der Kantonspolizei auf Anfrage. Glimpflich ging auch ein Vorfall mit einem Glastisch aus: Das Möbel wurde von einem Balkon auf die Strasse geweht, wo zu diesem Zeitpunkt aber niemand unterwegs war.

Am stärksten wütete der Sturm auf dem Chasseral im Jura, wo Windspitzen von bis zu 150 km/h gemessen wurden, wie Meteonews mitteilte. Aber auch in anderen Regionen erreichten die Böen Geschwindigkeiten von weiter über 100 km/h.

Fasnacht ohne Wagen

Die Solothurner Fasnacht fand deshalb ohne Wagen statt und in Schwyz wurde das Feuerwerk abgesagt. Bei der Kantonspolizei Bern gingen rund 30 Meldungen wegen des Sturms ein. In Lyssach wurde am Montagabend ein Chauffeur verletzt. Sein Lieferwagen war frontal mit einem umgestürzten Baum kollidiert. Ein Ambulanzteam brachte ihn ins Spital. Bereits am Montagmittag war ein Autofahrer im Simmental verletzt worden. Ein Baum war auf seinen Wagen gestürzt.

Die Feuerwehren und die Polizei standen auch in den beiden Basel im Einsatz. In Basel-Stadt fiel unter anderem eine Glasscheibe von einem Gebäude und beschädigte ein parkiertes Auto. Zudem wurden drei Bauabschrankungen, zwei WC-Häuschen und eine mobile Baustellenampel umgeweht. Über verletze Personen war in beiden Basel zunächst nichts bekannt.

Im Kanton Jura und im Berner Jura waren 6300 Haushalten am Nachmittag vorübergehend ohne Strom, wie der bernische Stromkonzern BKW mitteilte. Ursache für die Unterbrüche waren umgestürzte Bäume, die auf Leitungen gefallen waren. Einzelne Kunden seien aber weiterhin ohne Strom.

Annullierungen am Flughafen

Die starken Winde hatten auch Einfluss auf den Betrieb am Flughafen Basel-Mühlhausen. Bis Dienstagnachmittag fielen insgesamt elf Starts und Landungen aus, wie eine Sprecherin des EuroAirports auf Anfrage sagte. Zehn davon am Montag.

Ein Flug aus Belgrad wurde nach Zürich umgeleitet. Die anderen Flüge kehrten an ihren Ausgangspunkt zurück oder wurden vor dem Start annulliert. In der Folge fielen auch Abflüge ab Basel aus. Aufgrund der Winde flogen 23 Linienflugzeuge den Flughafen aus Osten über die französische Grenzstadt Saint-Louis auf die Piste 26 an.

Im Kanton Graubünden musste die Bahnlinie Chur-Arosa wegen umgestürzter Bäume unterbrochen werden. Das meldete die Rhätische Bahn am Dienstag in einer Mitteilung.

Keine Wagen am Fasnachtsumzug

Im Kanton Solothurn verzeichnete die Alarmzentrale am Dienstag zehn Meldungen, die in Zusammenhang mit dem starken Wind standen. Gemeldet wurden umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste, die teilweise auf die Fahrbahnen fielen.

Weil für Dienstagnachmittag erneut auffrischende Winde angekündigt waren, entschieden die Organisatoren des Solothurner Fasnachtsumzuges, dass die Zünfte ihre Wagen mit den Sujets nicht mitführen dürfen. Die Organisatoren befürchteten, dass diese von Windböen umgerissen werden könnten.

Auch in Schwyz müssen die Fasnächtler dieses Jahr auf einen Höhepunkt verzichten: Das traditionelle Abbrennen des Blätz am Dienstagabend auf dem Hauptplatz sowie das jährliche Feuerwerk wurden abgesagt. Grund ist die Warnung vor starken Winden.

Von Spaziergängen im Wald wird abgeraten

Nach dem Sturm «Ruzica», der am Montag für turbulente Zeiten gesorgt hatte, zog im Verlauf des Dienstags das Sturmtief «Susanna» von der Bretagne in Richtung Ostsee. Gemäss MeteoSchweiz gilt insbesondere in der Westschweiz und in der Deutschschweiz noch bis Mittwochmorgen um 6 Uhr die Warnstufe 3.

Das bedeutet: Starker Sturm in den tiefen und mittleren Lagen mit Böen von 90 bis 110 Kilometern pro Stunde. Verschiedene Kantonspolizeien, etwa jene von Solothurn und Basel, raten derzeit von Waldspaziergängen ab.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mimi am 09.02.2016 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Flugbetrieb betroffen!

    Gerade musste ein Flugzeug durchstarten wegen des Windes

  • antonzum am 09.02.2016 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na eben;

    Susanna checkt's!

  • Seeland am 09.02.2016 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sturm

    Gerade jetzt ist am Bielersee der Sturm sehr stark. Habe das Gefühl es deckt das Haus ab.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fraueli am 11.02.2016 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gebaut

    Gut wird das Wetter draussen abgehalten ! Und was ich auch schön finde, das wir sehr gut gebaute Häuser haben ! Auf dieser Welt hätte es ganz andere Regionen die alles verloren hätten !

  • Michi am 10.02.2016 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das kracht

    Gott bestraft damit die Sünden der Menschen. Steht so in der Bibel

  • Daam am 10.02.2016 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Es ist wohl wiedermal an der Zeit, allen Blaulichtorganisationen ganz herzlich zu danken! Soviele opfern sogar ihre freie Zeit (z.B. Feuerwehr) um uns immer zu unterstützen, zu helfen, zu retten...! Ein ganz grosses Danke an euch alle!

  • Mandy am 10.02.2016 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter Natur lässt grüssen

    Unsere Liebe Mutter Natur lässt uns einmal wieder grüssen. Gestern Abend dachte ich beim schlafen gehen der Wind würde mein Rollladen aus der Fassade reissen, so stark hat es gestürmt. Immer wieder unglaublich wie viel Kraft so ein Sturm haben kann. Kann es mir nicht vorstellen wie sich die Menschen in den USA fühlen wenn dort ein Tornado über das Land fegt, was das für eine Kraft sein muss.

    • M.G. am 10.02.2016 16:31 Report Diesen Beitrag melden

      Nordfriesland

      Da sind die Inseln Nordstrand und Pellworm als Reste der größeren Insel Strand die bei der 2. Marcellusflut im Meer verschwand. Die Bewohner entdeckten im Boden Salz. Also gruben sie die Torfschicht ab, verbrannten diese und gewannen aus der Asche das Salz. Das brachte ihnen im Mittelalter viel Geld ein. Nur hatten sie dadurch das Bodenniveau weit unter Meeresspiegel abgesenkt und als die Deiche während der Sturmflut 1362 brachen sind sie alle jämmerlich ersoffen. Damals interpretierte man das als göttliche Strafe wegen der Gier der Inselbewohner.

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  • Annina am 10.02.2016 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Methode der Meteorologen

    Unsinnige Methode, Stürmen Menschennamen zu geben!