Nach Notlandung

21. August 2019 14:40; Akt: 21.08.2019 14:59 Print

Swiss-Flugzeug soll in der Luft Teile verloren haben

Nach der Notlandung eines Swiss-Flugzeugs in Paris suchen Ermittler nun nach Flugzeugteilen. Das betroffene Modell ist brandneu.

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Als der Flug LX348 von Genf nach London am 25. Juli auf knapp 10'000 Metern Höhe über Frankreich flog, hörten Passagiere einen Knall und sahen laut «Aviation Herald» Flammen aus einem Triebwerk schiessen. Die Cockpitcrew stellte einen technischen Defekt am linken Triebwerk fest und bat um eine rasche Landung auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Die Maschine konnte sicher landen. Es handelt sich um ein Flugzeug, das erst seit Juni 2018 für die Swiss im Einsatz ist. Die ursprünglich unter dem Namen C-Series vermarkteten Flugzeuge von Bombardier wurden von Airbus übernommen und tragen seither den Namen A220.

Teile werden im Wald vermutet

Nun wird bekannt: Offenbar hat das Flugzeug in der Luft Teile verloren. Die französische Flugunfall-Untersuchungskommission hat gestern einen entsprechenden Zeugenaufruf veröffentlicht. Bei den Untersuchungen wurde festgestellt, dass Teile des Triebwerks fehlen. Die Behörden vermuten, dass sich diese in einem Wald in rund 50 Kilometer nordwestlich von Dijon in Frankreich befinden.

Die Behörden rufen die Bevölkerung nun dazu auf, Beobachtungen zu melden – und warnen: Die bis zu 30 Zentimeter langen Teile aus Titan seien scharfkantig. Ob sich die Teile aufgrund eines Materialfehlers oder menschlichen Versagens lösten, ist bislang nicht bekannt. Die Untersuchung wird durch die US-Sicherheitsbehörde NTSB geführt, weil der Triebwerkhersteller aus den USA kommt.

«Herabfallende Teile können zum Tod führen»

Laut Aviatik-Experte Patrick Huber kann ein solcher Fehler im schlimmsten Fall tödlich sein: «Wenn die Teile aus 10'000 Metern Höhe hinuntergestürzt sind und jemanden getroffen haben, kann dies durchaus zum Tod führen.» Generell seien Vorfälle dieser Art aber sehr selten. «Eigentlich sollte es nicht passieren dürfen, dass Teile einfach so abfallen», sagt Huber.

Dennoch hält er das Flugzeug für ein sehr sicheres Transportmittel: «Ein Flugzeug wird ständig gewartet und nach jedem Flug geprüft. Es ist wahrscheinlicher, dass man beim Autofahren Teile vom Fahrzeug verliert als ein Flugzeug Teile während des Fliegens.»

Die Swiss kann sich aufgrund laufender Untersuchungen nicht weiter zum Vorfall äussern.

(ehs/juu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P.W. am 21.08.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen auf Kosten der Kunden

    Ich sags doch immer wieder. Wenn die Wartung ins Ausland verlagert wird, büsst die Qualität massiv ein. Das gilt für alles, auch für Call Center, die ins Ausland verlegt werden!!! Hauptsache der CEO bekommt Ende Jahr dann noch ein höheres Bonus!!

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  • H.P.L am 21.08.2019 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu glauben

    Es ist schon kommisch zuerst die Züge der SBB und jetzt die Flugzeuge der Swiss und alles von Bombardier

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  • Klug Wisser am 21.08.2019 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so krass

    Es kommt alles runter, vom Himmel

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karin christen am 26.08.2019 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fliege besser nicht mit swiss!

    Zur info. swiss ist selber schuld! Sie lassen ihre flugzeuge in frankfurt bei LH technics überholen und due triebwerke werden in jordanien gewartet!! Nocht einmal bei sr technics am flughafen zürich, swiss ist seit paar jahren nicht mehr kunde u will desqegen billigste wartumgsfirma auftrag geben. In der schweiz ist zu teuer! Ich würde nur mit denen fliegen, die bei sr technics überholt wurden. Mit swiss soll man vorläufig nicht fliegen, weil man jordanien gar nicht kennt, wie gut sie arbeiten u erfahrungen haben?!.?

  • Fran am 26.08.2019 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teilehaber. de

    Wurde die Maschine auch in Brasilien gebaut?

  • Tomson1994 am 25.08.2019 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wartung

    Ins Ausland verlegt.. Swiss & SBB beides Bombardier... 1+1=2

  • Bruno Hochuli am 22.08.2019 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Es sind zu viel Flugzeuge in der Luft.

    Es gibt eindeutig viel zu viele Fluggesellschaften und damit wird der Druck auf die Preise immer grösser und gespart wird bei den Wartungen und der Qualität des Materials.

  • Iro Niker am 22.08.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Kompetente "Experten"

    «Wenn die Teile aus 10'000 Metern Höhe hinuntergestürzt sind und jemanden getroffen haben, kann dies durchaus zum Tod führen.» Noch Fragen?