Unregelmässigkeiten am Triebwerk

15. Oktober 2019 19:30; Akt: 16.10.2019 15:02 Print

10'000 Passagiere von Swiss-Panne betroffen

Der Flug LX359 musste auf dem Flughafen Paris eine Zwischenlandung einlegen. Der Grund war eine Unregelmässigkeit am Triebwerk. Jetzt zieht die Swiss Konsequenzen.

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Die Swiss legt ihre Europamaschinen vom Typ C-Series vorübergehend still. Die Maschinen müssen wegen Triebwerksproblemen einer umfassenden Inspektion unterzogen werden. Dies führt zu zahlreichen Flugausfällen, wie die Swiss am Dienstagnachmittag bekannt gab.

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Erst am Dienstag wurde ein Airbus A220-300 (vormals Bombardier C-Serie) von London nach Paris umgeleitet. Grund dafür waren Unregelmässigkeiten am Triebwerk, wie Swiss-Mediensprecherin Meike Fuhlrott gegenüber 20 Minuten sagt. Die Maschine war von London Heathrow auf dem Weg nach Genf.


Nach Inspektion wieder in der Luft

«Für die Fluggäste sowie die Besatzungsmitglieder hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden und die Landung in Paris ist reibungslos verlaufen», so Fuhlrott.

Rund 10'000 Passagiere sind von den Flugausfällen der Swiss betroffen. Über 100 Flüge mussten gestrichen werden. Laut einer Sprecherin, konnten einige Ausfälle durch andere Airlines aufgefangen werden. Sie sagt: «Wir haben Unterstützung der Lufthansa Gruppe. Es werden grössere Flugzeuge eingesetzt.»

Die Inspektionen werden auch in der Nacht weitergeführt. Bereits am Mittwoch sollen wieder rund ein Drittel der A220-300 wieder im Einsatz stehen. Von der Swiss heisst es: «Sobald ein Flugzeug inspiziert und keine Auffälligkeit festgestellt wurde, wird es wieder in den Flugbetrieb integriert.»

Mehrere Triebwerkspannen

Die Inspektionen werden in Zürich und Genf, der Heimat der Swiss durchgeführt. Eine Inspektion dauert zwischen vier und fünf Stunden.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Triebwerkspannen gegeben. Die insgesamt 29 Maschinen stammen vom kanadischen Unternehmen Bombardier, das seine Mittelstreckenjets mittlerweile an Airbus verkauft hat. Deshalb erhielten die Maschinen auch die Airbus-Nomenklatur A220.

«Aktuell herrscht Ungewissheit»

«Wir bedauern die Umstände, die unseren Fluggästen dadurch entstehen, sehr», schrieb die Swiss. Betroffene Fluggäste würden aktiv von der Airline informiert, sofern Kontaktdaten bei der Buchung angegeben worden seien. Die Passagiere würden auf Kosten der Swiss auf die bestmögliche Alternative umgebucht. Zudem könnten Tickets von Passagieren für einen annullierten Flug kostenlos umgebucht oder erstattet werden.

Laut eines Leser-Reporters, der einen geschäftlichen Termin in Frankfurt hatte, ist am Flughafen Zürich die Hölle los. Er sagt: «Zuerst waren nur Verspätungen angzeigt und plötzlich wurde ein Flug nach dem anderen annuliert.» Der Leser wartet nun wie viele Passagiere auf genauere Details oder mögliche Alternativrouten. «Aktuell herrscht Ungewissheit, keine Ahnung wie es weitergeht. Wir erhalten allerdings Sandwiches und Getränke», so der Leser.

Das Paradepferd der Swiss hatte ab 2016 schrittweise die veralteten Jumbolinos ersetzt. Die Maschinen verbrauchen deutlich weniger Treibstoff und können mehr Passagiere transportieren als die Jumbolinos, womit die Swiss mehr Geld verdienen kann.

Sind Sie vom Chaos um die C-Series der Swiss betroffen? Schreiben Sie uns im Formular.

(dmo/fss/sda)