04. April 2005 16:03; Akt: 04.04.2005 16:08 Print

Swissair-Liquidator fordert Schadenersatz

Swissair-Liquidator Karl Wüthrich hat ein erstes konkretes Ereignis identifiziert, bei dem die Führungsgremien der SAirGroup versagt haben.

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Wegen einer Pflichtverletzung Ende 2000 fordert Wüthrich den entstandenen Schaden von 280 Mio. Fr. zurück.

Grund der Eingabe vor dem Friedensrichter ist die Fusion zwischen der SAirLines und der SAirGroup-Tochter Roscor im Dezember 2000. Den Ende 2000 amtierenden Verwaltungsratsmitgliedern, dem damaligen Konzernchef Philippe Bruggisser und dem Finanzchef Georges Schorderet wurden zudem Mitte März bereits die Entwürfe für Verantwortlichkeitsklagen zugeschickt.

Bei der Integration der Roscor, welche an Betreibern von elektronischen Reservationssystemen beteiligt war, in die SAirLines sei der SAirGroup der Wert der Roscor in Höhe von rund 330 Mio. Fr. entzogen worden, so Wüthrich.

SAirLines überschuldet

Die SAirLines sei zu dem Zeitpunkt mit mehr als 2 Mrd. Fr. überschuldet gewesen. Sie sei für die SAirGroup sowohl vor wie nach der Transaktion wertlos gewesen, so Wüthrich. Die SAirGroup habe zudem keine Gegenleistung für die Roscor erhalten.

Verwaltungsrat, Konzernchef und Finanzchef hätten bei der Abwicklung der Fusion ihre Pflichten verletzt und seien für den entstandenen Schaden, der auf 280 Mio. Fr. beziffert wird, verantwortlich.

Die betroffenen Personen hätten nun Gelegenheit, zum Klageentwurf Stellung zu nehmen. Über das weitere Vorgehen würden die Gläubiger orientiert, hiess es weiter.

(sda)