Medien-Studie

30. Oktober 2014 11:28; Akt: 30.10.2014 13:32 Print

Tablets und Twitter – darauf stehen Junge

von Nicolas Saameli - Zürcher Wissenschaftler haben über Jahre die Mediennutzung von Schweizer Jugendlichen untersucht. Ihre Resultate zeigen eine digitalisierte Gesellschaft.

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Die Jugend der Schweiz ist vernetzter denn je. Das wirkt sich auch auf ihre Freizeitbeschäftigungen aus. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Der Siegeszug der Smartphones verändert das Leben der Schweizer Jugend grundlegend. Dies zeigt die von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführte JAMES-Studie, die das Medienverhalten von jungen Schweizern im Alter von 12 bis 19 repräsentativ untersucht hat. Erstmals liegen nun Vergleichswerte vor.

Beobachtet haben die Forscher eine starke Zunahme der Nutzung von Medien. 97 Prozent der Jugendlichen besitzen ein eigenes Smartphone – nur noch 1 Prozent benutzt ein normales Handy. Jeder Einzelne der 1000 Befragten hatte in diesem Jahr Zugang zu einem mobilen Telefon. Erstmalig konnte die Studie so die flächendeckende Verfügbarkeit eines digitalen Geräts nachweisen.

Stark zugenommen hat auch die Verbreitung von Tablet-Computern. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einen Zugang zu einem der flachen Computer haben. Im Vergleich zur Befragung von 2012 hat sich diese Zahl verdoppelt.

Vom Handy zum Internet

Rückläufig seien hingegen die MP3-Player. Konsumierten 2012 noch 92 Prozent der Jugendlichen portable Musik, tun dies heute nun noch 84 Prozent. «Der starke Rückgang könnte der Anfang vom Ende einer Geräteklasse sein», schreibt Projektleiter Daniel Süss. Weniger Musik scheinen die Jugendlichen deswegen aber nicht zu hören. 88 Prozent geben an, ihre Kopfhörer täglich aufzusetzen – vor vier Jahren sagten dies noch 57 Prozent.

Trotz der Verbreitung der Handys hat das Telefonieren im Vergleich zu 2010 und 2012 abgenommen. Gaben bisher noch um die 80 Prozent der Jugendlichen an, täglich in der Leitung zu hängen, sind es heute noch 71 Prozent. Verschoben hat sich die Kommunikation ins Internet. 2010 gab erst jeder Sechste an, täglich zu surfen. Heute sind es 87 Prozent. Auch E-Mails haben deutlich zugenommen. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen führt heute täglich elektronischen Briefverkehr.

14- bis 15-Jährige als Trendsetter

Im Internet beschäftigen sich die Jungen vor allem mit den sozialen Medien. Auffällig ist dabei, dass sich diese je nach Altersgruppe stark unterscheiden. 98 Prozent der 18- bis 19-Jährigen haben einen Facebook-Account. Bei den 12- bis 13-Jährigen sind es erst 59 Prozent. Anders sieht es auf Twitter aus. Dort sind die grösste Gruppe die 14- bis 15-Jährigen. Sie liegen mit 44 Prozent deutlich vor den älteren Studienteilnehmern, von denen nur jeder dritte zwitschert.

Sehr verbreitet ist auch das Teilen von Bildern über Instagram und die Nutzung von Google+ – diese beschränkt sich aber vor allem auf das Kommentieren von Youtube-Videos und den Google-E-Mail-Dienst Gmail. Spitzenwerte erreichen auch auf Instagram die 14- bis 15-Jährigen: 84 Prozent von ihnen teilen dort ihre Bilder.

Unterschiede gibt es auch unter den Geschlechtern. Mädchen hören oft Musik oder machen Fotos, derweil die Knaben sich mit Videospielen oder Filmen beschäftigen.

Ein schönes Detail

Dass die ständige Internet-Aufmerksamkeit ihren Tribut fordert, zeigt sich in den Freizeitbeschäftigungen der Jugendlichen. Zweitwichtigste Beschäftigung überhaupt ist es auszuruhen und nichts zu tun. 60 Prozent geben an, sich täglich oder mehrmals pro Woche der süssen Faulheit hinzugeben.

Schönes Detail: Die digitale Vernetzung scheint dem sozialen Zusammenhalt nicht zu schaden. Wichtigste Freizeitbeschäftigung der Jungen bleibt konstant das Treffen von Freunden. 79 Prozent geben an, dies täglich oder zumindest mehrfach wöchentlich zu tun.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vorname Name am 30.10.2014 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    geht vor die Tür!

    um das herauszufinden braucht es Wissenschaftler, die eine Studie machen?

  • Adrian am 30.10.2014 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komversation anregen

    Beim gemütlichen Bier trinken landen unsere Smartphones immer auf einem Haufen auf dem Tisch - wer sein Handy verwendet, zahlt die nächste Runde!

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  • Miss Verständnis am 30.10.2014 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Missverständnis

    Der Titel suggeriert etwas falsches. Zugang zu einem Tablet zu haben bedeutet nicht, dass die Jugendlichen eines haben. Das kann auch daheim vom Vater oder der Mutter sein. Und es sagt auch nichts darüber aus ob sie auf das Gerät stehen. Einen Facebook Account zu haben ist nicht das selbe wie einen Facebook Account zu nutzen. Wir haben an unserer Schule im Frühjahr eine ganz ähnliche schulinterne Studie gemacht für eine Projektwoche. Da waren gerade mal 32% auf Facebook aktiv. Solche Studien sind nicht wirklich etwas wert, da sie nicht repräsentativ sind sondern nur lokal erhoben werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan Zweifel am 30.10.2014 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Was für eine neue Erkenntniss was das wieder gekostet hat?

  • Lauwei78 am 30.10.2014 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheiben Telephone Nostalgiker

    Dass kommt mir bekannt vor.Mach ich immer wenn ich mein Feierabend Bier in meiner Stamm Kneipe bin.Der/Die erster wo zum phone greift muss ne Runde Shots zahlen.Meistens haben wir dann ziemlich ne betrunckene Nacht aber wir reden immerhin denn Rest vom Abend ueber "Gott und die Welt" und niemand starrt wie ein manipulierter Lemming auf's Handy,spielt Candy Crush...oder liest 20Minuten Online ;).Und ich lebe in Asien,hier ist es sogar noch extremer als in Europa...Sorry ich muss jetzt ne Runde Shots zahlen weil ich das geposted hab.Cheers

  • Tommy am 30.10.2014 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Ansichten

    Ich finde es immer wieder witzig, wenn die älteren Generationen meinen wir seien ein asozialer Haufen nur weil wir ein paar Stunden täglich im Internet verbringen. Aber selber sitzen die meisten davon jeden Tag ein paar Stunden vor dem Fernseher. Und das ist wohl um einiges weniger sozial als online zu chatten oder mit Freunden zu gamen...

  • Bruno L. am 30.10.2014 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Good old times

    Zum Glück habe ich noch die andere Seite des Lebens erlebt. Die Zeit als man noch beim Nachbarn persönlich vorbei ging, ihn fragte ob er Lust hätte nach draussen zukommen um bis spät in den Abend Fussball zuspielen. Oder man spielte bei strömendem Regen, wälzte sich im Matsch ohne das es einen kümmerte wie nass und dreckig man war. Das waren noch Zeiten!

  • ig am 30.10.2014 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    18i

    ich finde weder twitter noch tablets toll.