Besorgniserregend

08. August 2013 21:54; Akt: 08.08.2013 23:53 Print

Täglich sterben 6 Personen an Spitalinfektionen

Schätzungen zufolge infizieren sich jährlich 70'000 Patienten mit Keimen, die sie im Spital aufgelesen haben. Nicht immer bleibt es bei kleineren Entzündungen oder Durchfall – 2000 Ansteckungen enden tödlich.

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Im Abstimmungsbüchlein zum Epidemiengesetz schreibt der Bund dass jährlich 2000 Menschen aufgrund eines spitalerworbenen Infekts sterben. Die Zahl rüttelt auf es geht um rund 6 Menschen täglich.

Die Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2004. Neuere Zahlen zur ganzen Bandbreite von Spitalinfekten in der Schweiz gibt es laut Professor Andreas Widmer vom Universitätsspital Basel aus finanziellen Gründen nicht. «Im Gegensatz zu den postoperativen Wundinfektionen ist die Datenlage gesamtschweizerisch nicht verfügbar, sodass wir auf Schätzungen angewiesen sind.»

Bis zu 70'000 Infektionen

Doch die Zahlen aus dem Jahr 2004 seien heute noch aktuell. «Weltweite Schätzungen gehen von 5 bis 10 Prozent Spitalinfektionen aus, erklärt er gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Da es in der Schweiz ungefähr eine Million Spitalaufnahmen gebe, könne man von 50-70'000 Infektionen ausgehen. Diese reichen von kleineren Entzündungen der Wunde über Durchfall bis hin zu Blutvergiftungen oder Infektion der Organe.

Widmer, er ist in Basel Leiter der Spitalhygiene, geht davon aus, dass in den vergangenen Jahren die Infektionsrate einerseits gesunken ist. Dies dank der Intervention der Swissnoso Gruppe und erarbeiteten Richtlinien für Spitäler. «Es gibt aber auch einen Trend zur Zunahme, da die Bevölkerung in der Schweiz durchschnittlich länger lebt und ältere Menschen anfälliger sind für Infektionen und meistens nicht nur eine, sondern mehrere Leiden haben, sagte Widmer.

Präventionsprogramme

Sehr intensive Präventionsprogramme wie beispielsweise an der Intensivstation am Universitätsspital Lausanne (CHUV) hätten erreicht, dass sich die Infektionsrate mehr als halbiert habe, erklärte Widmer. «Das müssen wir gesamtschweizerisch umsetzen.

Alleine durch die Überwachung der postoperativen Infektionen, die mit dem ANQ-Bericht publik gemacht werden, erzielt man laut Widmer «eine Reduktion der Infektionsrate von 30 Prozent, wenn man diese Komplikationen ans OP-Team zurück meldet.» 2014 wird zudem in einem Pilotprojekt mit zehn Partnerspitälern ein Interventionsprogramm zum Thema umgesetzt. Dabei wird unter anderem der Zeitpunkt der routinemässigen, wichtigen Antibiotikaprophylaxe kontrolliert.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mou am 09.08.2013 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Personal oder Politik

    In den Medien wird das Versterben eines Patienten oftmals auf schlecht ausgebildetes oder unaufmerksames Personal zurück geführt. Doch ohne ausreichend Personal in Pflege und Medizin, und ich spreche hier nicht von FaGes als ersatz für Pflegefachmänner und -frauen oder Assistenzärzte als ebenfalls günstiger Ersatz für ausgebildete Ärzte, ist die Risikosteigerung für Infektionen nur verständlich. Die swissDRG brechen dem Gesundheitswesen das Genick. Dir Politik sollte handeln! Wir laufen in eine Katastrophe auch wenn sie in ihren Büros das nicht wahr haben wollen.

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  • Margrit am 09.08.2013 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine schande...dass man als patient nicht informie

    Hatte im sommer 2003 eine gebärmutterentfernung wo ich eigentlich nach einer woche das spital wieder verlassen sollte...aber es kam ganz anderst...am freitag...meinem entlassungstag bekam ich schüttelfrost und über 40 grad fieber...kam in die intensivstation...nach 14 tagen konnte ich endlich nach hause ohne dass ich wusste was eigentlich passiert ist...erfuhr es schlussendlich etliche wochen später dass ich eine blutvergiftung hatte und das im spital...

  • R.H. Mayer am 09.08.2013 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Sparübungen überall wegen Fallpauschale

    Fallpauschale lässt grüssen. Gemäss einem TV-Bericht starben die Babies in den Spitälen, Berliner Charité und Hamburg, infolge der Sparübungen an Hygiene und Personal. Im Bericht wurde laut über die Abschaffung der 2001 eingeführten Fallpauschale in den Spitälern. Ein Spital muss heute rentieren mit vorzeitiger Entlassung, Personaleinsparung und und und! Die Schweiz wollte in dieser Angelegenheit wohl auch das Rad neu erfinden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi Wermuth am 09.08.2013 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    Doch, doch Supererlebnis.

    OP 12. 07. aus dem Spital entlassen 16. 07. Wiedereintritt wegen «Chäferli» 25. 07. OP Wunde spülen, am Tropf mit Antibiotika 28. 07. OP Wunde spülen anderes Antibiotika. Aus dem Spital entlassen 07. 08. Antibiotika in Kapsel Form bis Ende August, in der Hoffnung, dass es keinen erneuten Zwischenfall mehr gibt

    • Michél am 10.08.2013 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      Tipp

      Kaufe dir kolloidales Silber. Problem beendet mit de Chäferli. Killt 650 bekannte Viren, Bakterien und Pilz.

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  • Donna M. am 09.08.2013 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erfahrung in Luzern

    Wenn ich die Kommentare hier lese, bin ich sehr dankbar, dass ich diese 7Std. Notfallops.,ich hatte einen Blinddarmdurchbruch, dadurch der ganze Bauch voller Eiter, so gut überstanden habe! Knapp vier Wochen war ich im Spital und habe vieles gesehen, auch sehr unsaubere Patienten und Besucher die es nicht nötig hatten ihre Hände, nach der Toilette, zu waschen! Dabei hing dort und in jedem Zimmer ein Desinfektionsmittel..

  • Hieppie am 09.08.2013 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saubere CH

    Schweizer Spitäler sind immer noch sauberer als die im Ausland!!! Und haben die Menschen kein recht mehr zum sterben? Muss man alles retten?!

  • Kariny am 09.08.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das

    Genau. Auf der einen seite alle durchimpfen wollen, auf der anderen seite mangelhafte abstimmungsbüchlein und erst gestern erschoen ein beitrag, wo man im labor viren etc. Noch potenter machen will um neue mutationen zu beobachten. Was sagt uns das? Man will uns kaputt machen....

  • Margrit am 09.08.2013 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine schande...dass man als patient nicht informie

    Hatte im sommer 2003 eine gebärmutterentfernung wo ich eigentlich nach einer woche das spital wieder verlassen sollte...aber es kam ganz anderst...am freitag...meinem entlassungstag bekam ich schüttelfrost und über 40 grad fieber...kam in die intensivstation...nach 14 tagen konnte ich endlich nach hause ohne dass ich wusste was eigentlich passiert ist...erfuhr es schlussendlich etliche wochen später dass ich eine blutvergiftung hatte und das im spital...