Unfälle im ÖV

01. Juli 2018 07:30; Akt: 01.07.2018 17:11 Print

Zeitdruck macht Bus fahren gefährlich

Mehr als 7000 Passagiere haben sich seit 2010 bei ÖV-Fahrten verletzt – Tendenz steigend. Fast zwei Drittel aller Fälle betreffen Busfahrten.

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Der öffentliche Verkehr in der Schweiz wird für Passagiere seit einigen Jahren zunehmend gefährlicher. Das zeigt eine Auswertung der Ereignisdatenbank des Bundesamts für Verkehr durch die «SonntagsZeitung». Von 2010 bis Juni 2018 verletzten sich bei Zug-, Bus- und Tramfahrten mehr als 7000 Passagiere. Fast zwei Drittel entfallen auf Busfahrten.

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Insgesamt gibt es unter den Reisenden im öffentlichen Verkehr in der Schweiz mehr als zwei Opfer pro Tag, die sich schwer oder leicht verletzen. Fast zwei Drittel aller Fälle betreffen Busfahrten: In den Jahren 2014 bis 2017 stieg die Zahl der verletzten und ge­töteten Buspassagiere um 10 Prozent. Zugenommen haben insbesondere sogenannte «Stoppunfälle» und «Ruckunfälle» bei Busfahrten. Eine Zunahme gibt es aber auch bei Zwischenfällen in Trams. Einzig bei den Zügen ist ein Rückgang zu verzeichnen.

Betroffen sind in den meisten Fällen betagte und gebrechliche Fahrgäste, die sich nicht mehr gut festhalten können, oder stürzen, wenn der Bus beschleunigt. Manchmal werden die Senioren aber auch in Kurven von den Sitzen geschleudert.

Mehr «durchgehende Busspuren» gefordert

Gemäss einer Auswertung des Beratungsstelle für Unfallverhütung sind die Hälfte aller schwerverletzten oder getöteten Passagiere im öffentlichen Verkehr 70 Jahre und älter. Die häufigste Verletzung von Stürzen in Bussen ist laut Experten der Oberschenkelhalsbruch.

Die Branche ist sich des Problems bewusst. Norbert Schmassmann, Präsident des Verbands öffentlicher Verkehr, bestreitet aber, dass die Chauffeure zu schnell und zu ruppig fahren würden. Er sagt gegenüber der «SonntagsZeitung», die Zunahme der Stoppunfälle sei vor allem eine Folge des grösser werdenden «allgemeinen Verkehrsstresses».

In der Ausbildung der Fahrer sei der verbesserte Umgang mit Stress mittlerweile wichtiger geworden. Gleichzeitig fordert Schmassmann aber in Städten mehr «durchgehende Busspuren» - ansonsten würden Busse ständig durch «andere Verkehrsmittel zum abrupten Bremsen genötigt».

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc'oh'polo am 01.07.2018 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle gestresst und Egoistisch

    Wen wunderts bei dem Strassenverkehr. Die Busfahrer mit Zeitdruck wegem Fahrplan im Nacken, müssen gegen die immer gestressten Autofahrer antreten. Da ist Unfallpotential en masse vorhanden. Aufeinander rücksicht nehmen? Fehlanzeige.

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  • Jackie K. am 01.07.2018 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit, Pünktlichkeit, Billette

    Es ist schwierig.. man sollte pünktlich sein und gleichzeitig Billette verkaufen und auf längsämere Gäste Rücknehmen. Nummer 1 Priorität ist selbstverständlich bis die Fahrgäste sich setzen..leider gibt es immer wieder ältere Leute die nicht sitzen wollen weil sie in 1-2 Stationen aussteigen wollen..da lohne es sich nicht..falsch!!! Aber zwingen können wir sie ja auch nicht. Mit all dem, und dem Verkehr ist es manchmal gar nicht möglich den eh schon zu kurz berechnenden Fahrplan einzuhalten!

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  • Thü Ringer am 01.07.2018 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Zürich...

    Radfahrer fahren wie sie wollen,egal ob da ein Bus kommt, oder nicht. Autos bremsen abrupt und biegen ohne zu blinken ab. Auch egal, ob dahinter ein Bus ist. Beim Autofahren herrscht bei den meisten Fahrern die Angst und das merkt man sehr. 90% der Verkehrsteilnehmer sollten noch einmal in die Fahrschule gehen. Das würde den Fahrern der ÖV einiges erleichtern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thor am 02.07.2018 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Rücksichtslose Chauffeure

    Nicht Zeitdruck, sondern rücksichtslose Chauffeure sind das Problem

  • Timo H. am 01.07.2018 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Burgdorf

    In Burgdorf sind die Chauffeure der bls busland ag unter einem riesen Druck. Der bls ist nämlich das Personal im Emmental egal.

  • VCS Mitglied am 01.07.2018 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Limiten

    Mein Vorschlag wäre: Innerorts Generell 30 Kmh. Ausserorts 50 Kmh. und auf Autobahnen 80 Kmh. Höchstgeschwindigkeit. Und alle paar Meter ein Radarkasten.

    • UglyKidDani am 02.07.2018 07:23 Report Diesen Beitrag melden

      Idee ist aber zu radikal

      Wie wärs mit 40, 70 und 100?

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  • Fadeksks am 01.07.2018 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Nenene so einfach ist das nicht liebe busfahrer wenn ich sehe wie ihr fahrt hatt das nur zum teil mit zeitdruck zum tun....

  • VBZler am 01.07.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vorgesetztenwillkür contra Vernunft

    Vernünftige Fahrpläne, vernünftige Dienstpläne und vor allem vernünftige Vorgesetzte würden die Unfallrate bereits spürbar verringern.

    • Franz am 01.07.2018 21:35 Report Diesen Beitrag melden

      ÖV

      ist bei Postauto auch so.!!

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