Studie

22. April 2010 22:30; Akt: 22.04.2010 22:11 Print

Tagesschule macht die Kinder klüger

von Désirée Pomper - Schüler, die eine Tagesschule besuchen, lesen besser und können früher die Schuhe binden, so eine Studie. Doch Schweizer Tagesschulen mangle es oft an Qualität, kritisieren Experten.

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Tagesschulen ernten Lob – aber auch Kritik. (Bild: th. burla)

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Sie können schneller lesen und mit Messer und Gabel besser umgehen: Primarschüler, die eine Tagesschule besuchen, weisen laut einer Nationalfondsstudie bessere Sprachkompetenzen, ein positiveres Sozialverhalten sowie bessere Alltagsfertigkeiten auf als andere Kinder.

Die Studie, die SVP-Mann Ulrich Schlüer als «linke Propagandaschrift gegen die Familie» bezeichnet, freut dagegen die CVP-Bildungspolitikerin Kathy Riklin: «Schön, dass endlich bewiesen wurde, was wir schon lange vermuteten.» Ihr Ziel sei es nun, Tagesschulen flächendeckend in der ganzen Schweiz einzuführen, denn: «Es gibt immer mehr Einzelkinder und arbeitstätige Eltern.» Ausserdem sei die Tagesbetreuung vor allem auch für Kinder aus bildungsfernen Schichten förderlich.

Laut Studienleiterin Marianne Schüpbach der Universität Bern überzeugt aber die pädagogische Qualität der Tagesschulen und Tagesstrukturen nicht immer: «Oft wird mit den Kindern nur wenig unternommen. Es fehlt eine intensive Hausaufgabenunterstützung sowie Förderangebote wie Musik- oder Theaterprojekte.» Qualitativ hochstehende Tagesschulen aber kosten Geld. Schüpbach: «Es wird Zeit, dass Gemeinden, Kantone und der Bund gemeinsam Tagesschulen finanzieren.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hohenwien am 23.04.2010 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Studien

    Mit Studien lässt sich alles beweisen. Wetten, dass es andere Studien gibt, die genau das Gegenteil behaupten?

  • Tschannen Werner am 23.04.2010 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    na und?

    ich würde meine Kinder nie in eine Tageschule schicken. Man sollte die Staatgelder die für solche Institutionen dafür verwenden das ein Elternteil nicht genötigt ist zu arbeiten und mehr Zeit aufwenden können ihre Kinder zu freidenkenden und selbständigen Individuen zu erziehen.

  • mostindianer am 23.04.2010 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    "Linke Propagandaschrift..."

    Herr Schlüer hat die Zeichen der Zeit immer noch nicht erkannt: Positives Sozialverhalten führt zur Gründung von mehr Familien, verbesserte Sprachkompetenz führt zu weniger Jugendarbeitslosigkeit. Man nennt das alles "zukunftsgerichtet". Man sollte gewisse SVP-Exponenten aus der Bildungspolitik fernhalten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi Tschudi am 25.04.2010 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Homeschooling ist besser

    Nur seltsam, das die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen zum umgekehrten Schluss kommen. Kinder die zu Hause unterrichtet werden, schlagen selbst Kinder die in teuerste Privatschulen besuchen. Das betrifft alle Fächer. Dies betrifft auch Gebiete ausserhalb des Unterrichts. Zum Bsp. Freiwilligenarbeit. Der Staat pumpt immer mehr Geld ("Investitionen") in das Schulsystem und die Resultate werden schwächer. Das beste und billigste Schulsystem "Homescooling" wird noch nebenbei illgegal gemacht.

  • Ich am 23.04.2010 23:58 Report Diesen Beitrag melden

    Tagesschulen sind tatsächlich gut

    Meine Tochter war die 2 Kindergartenjahre in einer Tagesschule, natürlich von uns finanziert. Als sie in die erste Klasse begann, konnte sie schon recht gut lesen, schreiben und rechnen. Ihre Sozialkompetenz als Einzelkind ist äusserst gut. Jetzt kümmere ich mich jeden Tag, dass ich Mittags für Sie nach Hause komme, was ich auch mit grosser Freude mache. Ist aber auch mit einen heftigen Stress für das Kind verwunden. Schnell essen, schnell wieder zur Schule. Eine Tagesschule kann vieles für das Kind anbieten, vor allem für solche, die nicht ergänzende Bildung Zuhause bekommen.

  • Fischer Werner am 23.04.2010 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung abgeben

    Früher nannte man sie Waisenhäuser - heute heissen sie Tagesschulen, Kinderkrippen usw. Später staunt man dann, wenn die Jugendlichen wegen fehlender Nestwärme auf die krumme Tour kommen. Es lebe die Familie.

  • Familien Vater am 23.04.2010 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so...

    Genau das was wir in der Schweiz brauchen. Mehr Tagesschulen, damit endlich jede Mutter zur Arbeit gehen kann und ihren Anteil an die "Konsumenten-Gesellschaft" leisten kann. Die Rechnung wird ja nicht von den "supergescheiten" Parteimitgliedern und Politikern bezahlt. Nein, das werden mal die Kinder, welche jetzt einfach mit einem finanzierten Programm in die Tagesschulen gesteckt werden. Denn das kommt billiger als wenn die Mütter sich Zuhause um die Kinder kümmern würden.

  • Marlene Droux am 23.04.2010 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung abgeben!

    Gehe mit db3 einig! Unglaublich, was alles behauptet wird. Sie können mit Messer und Gabel besser umgehen usw. So ein Stuss. Wieso sollen die Kinder das zu Hause nicht gleich schnell lernen? Es kann ja nicht genug kosten. Warum nicht besser Familien unterstützen, wo ein Teil zu Hause bleibt. Es würde wohl weniger so gestörte Jugendliche geben. Mir tun die Babies und Kleinkinder alle leid, welche frühmorgens in Bahn und Tram verschlafen, mit Süssigkeiten versehen, gestresst in die Krippe/Hort gebracht werden. (Sehe ich täglich). Da nützt alles schönreden nichts.