Schweizer Presse

06. September 2011 00:15; Akt: 06.09.2011 06:33 Print

Tageszeitungen machen Boden gut

Die Presse spürt den Aufschwung: Praktisch alle Deutschschweizer Tages- und Gratiszeitungen haben 2010 wieder Leserinnen und Leser gewinnen können. Nur ein Blatt musste unten durch.

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Auch der Abfalleimer im Bundeshaus überquillt: Tageszeitungen sind im Trend. (Bild: Keystone)

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Fast alle bezahlten Zeitungen haben im letzten Jahr Leserinnen und Leser dazu gewonnen. Angeführt wird die Presse weiterhin von den Gratisblättern, die ihren deutlichen Vorsprung noch ausbauen konnten.

Die beliebteste Tageszeitung bleibt das Pendlerblatt «20 Minuten», das zwischen April 2010 und April 2011 im Durchschnitt von 1 379 000 Personen gelesen wurde. Dies geht aus der neuesten Erhebung der WEMF AG für Werbemedienforschung hervor, die am Dienstag publiziert wurde. «20 Minuten» gewann demnach im Vergleich zur Vorperiode rund 27 000 oder 2 Prozent Leser.

Der ebenfalls kostenlose «Blick am Abend» verzeichnete einen Zuwachs um fünf Prozent auf 635 000 Leser. Die Gewinne der Gratiszeitungen gingen aber nicht zu Lasten der bezahlten Tageszeitungen, die ebenfalls wieder mehr gelesen wurden als in der Vorperiode (September 2009 bis September 2010).

Der «Blick» musste zwar einen leichten Leserrückgang um 0,2 Prozent hinnehmen, blieb aber mit 622 000 Lesern die stärkste bezahlte Tageszeitung.

Zwischen 1000 und 9000 neue Leser

Mit deutlichem Abstand folgt der «Tages-Anzeiger», der im Durchschnitt von 508 000 Personen gelesen wurde. Er schaffte somit einen Zuwachs von über 6 Prozent. Dahinter gelang es der Gesamtausgabe der «Aargauer Zeitung», der «Berner Zeitung» und dem «Bund», der «NZZ», der «Neue Luzerner Zeitung», dem «St. Galler Tagblatt», den «Zürcher Regionalzeitungen» sowie der «Südostschweiz», zwischen 1000 und 9000 neue Leser zu gewinnen.

Einzige Ausnahme war die «Basler Zeitung»: Das Blatt musste eine Einbusse von 14 000 Lesern (-8 Prozent) hinnehmen. Im letzten Jahr hatten der Verkauf der Zeitung und ungeklärte Besitzverhältnisse für Schlagzeilen gesorgt.

Der positive Trend der Tageszeitungen gilt nicht für die Romandie: Dort haben einige Zeitungen, darunter «20 minutes» (461 000/-2 Prozent) oder «Le Temps» (119 000/-3 Prozent) leichte Einbussen verzeichnet. Andere wie «Le Matin» (266 000/ 0,8 Prozent), «Tribune de Genève» (138 000/ 3 Prozent) oder der Neuenburger «L'Express» (61 000/ 11 Prozent) konnten hingegen zulegen.

Einbruch beim «SonntagsBlick»

Bei der Sonntagspresse behauptete sich der «SonntagsBlick» zwar an der Spitze, musste aber einen Einbruch von 5 Prozent auf 825 000 Leser hinnehmen (-48 000 Leser). Die Konkurrenz, die «SonntagsZeitung» (758 000) und die «NZZ am Sonntag» (490 000) blieben demgegenüber stabil.

Weil der «Sonntag» (352 000) im Oktober 2010 neue, regionale Teilausgaben lanciert hat, sind dessen Zahlen mit dem Vorjahr nicht vergleichbar. Die «Zentralschweiz am Sonntag» legte um 3 Prozent zu (184 000); die «Südostschweiz am Sonntag» um knapp 1 Prozent (109 000).

Ringier begründet den Einbruch beim «SonntagsBlick» mit den «wirtschaftlich schwierigen Zeiten»: Der «SonntagsBlick» sei stärker als die anderen Sonntagszeitungen vom Einzelverkauf am Kiosk oder in Boxen abhängig, hiess es beim Verlagshaus auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Am Kiosk spüre man wirtschaftlich schwierige Zeiten sofort viel stärker.

Magazine der Grossverteiler an der Spitze

An Leserschaft zulegen konnten dafür die kostenlosen Wochenzeitungen «Coop-Zeitung» (2 682 000/ 0,6 Prozent) und «Migros- Magazin» (2 349 000/ 0,4 Prozent), welche somit die meist gelesenen Magazine der Schweiz bleiben. Auf Rang drei folgt der «Ktipp», dem aber rund 2 Prozent der Leser abhanden kamen (1 040 000).

Den verhältnismässig grössten Sprung vorwärts machen konnte bei den Wochenpublikationen die politisch links anzusiedelnde «Wochenzeitung». Sie steigerte sich um 16 Prozent auf 114 000 Leser. Die rechtsbürgerlich orientierte «Weltwoche» verlor fast 2 Prozent Leser (329 000). In absoluten Leserzahlen machte das «Geo» (817 000/ 20 000) am meisten vorwärts.

Ganz allgemein bleibt die Schweiz trotz des Internets ein Land von Zeitungslesern: Neun von zehn Einwohner ab 14 Jahren gaben bei der WEMF-Befragung an, mehr oder weniger regelmässig eine Zeitung zu lesen.

Für die neueste WEMF-Studie wurden 23 576 Personen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein befragt, davon 16 943 in der Deutschschweiz.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Brigitte Moser am 06.09.2011 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sonntags Blick ist schlecht

    Der Sonntags Blick habe ich früher oft gelesen. Nun ist er ein seichtes WischiWaschi Blatt geworden. Eine Schweizer Illustrierte in Zeitungspapier. Da greife ich doch lieber auf andere Zeitungen und lasse mir das Sonntagsfrühstück so richtig versüssen.

  • Dino am 06.09.2011 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    News-Verweigerer

    Also, was mich betrifft: seit ich keine Zeitungen mehr kaufe und auf 10vor10 etc verzichte, habe ich jede Menge genügend Zeit, bin ausgegelichen, schlafe gut und trotzdem gut informiert. Wenn mich was interessiert, hol ich es mir aus Fachbüchern und Fachforen. Und 20min hol ich mir auch!

  • dr Juscht-Verträter am 06.09.2011 03:25 Report Diesen Beitrag melden

    Als 4. Macht im Staat

    und Meinungsmacher könnt ihr stolz auf euch sein. Mal sehen was der 23. Okt. 2011 an den Urnen dann wirklich aussagt!

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  • Brigitte Moser am 06.09.2011 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sonntags Blick ist schlecht

    Der Sonntags Blick habe ich früher oft gelesen. Nun ist er ein seichtes WischiWaschi Blatt geworden. Eine Schweizer Illustrierte in Zeitungspapier. Da greife ich doch lieber auf andere Zeitungen und lasse mir das Sonntagsfrühstück so richtig versüssen.

  • Dino am 06.09.2011 06:48 Report Diesen Beitrag melden

    News-Verweigerer

    Also, was mich betrifft: seit ich keine Zeitungen mehr kaufe und auf 10vor10 etc verzichte, habe ich jede Menge genügend Zeit, bin ausgegelichen, schlafe gut und trotzdem gut informiert. Wenn mich was interessiert, hol ich es mir aus Fachbüchern und Fachforen. Und 20min hol ich mir auch!

  • dr Juscht-Verträter am 06.09.2011 03:25 Report Diesen Beitrag melden

    Als 4. Macht im Staat

    und Meinungsmacher könnt ihr stolz auf euch sein. Mal sehen was der 23. Okt. 2011 an den Urnen dann wirklich aussagt!