Nachtarbeit

15. Februar 2011 18:09; Akt: 15.02.2011 18:29 Print

Tankstellenshops sollen nonstop verkaufen dürfen

Die Wirtschaftskommission des Nationalrats, möchte, dass Tankstellenshops auch nachts ihr gesamtes Sortiment anbieten dürfen. Die Kommission verlangt deshalb eine Gesetzesänderung.

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Die WAK hält es für unsinnig, wenn Tankstellenshops am Abend und Wochenende einen Teil ihres Geschäfts absperren müssen. (Bild: Keystone)

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Tankstellenshops sollen künftig nachts und sonntags alle Produkte aus ihrem Sortiment verkaufen dürfen, sofern dieses auf die Bedürfnisse der Reisenden abgestimmt ist. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK) schlägt vor, das Arbeitsgesetz entsprechend zu ändern.

Mit 12 zu 6 Stimmen hat die Kommission einen von ihr ausgearbeiteten Entwurf für eine Gesetzesänderung verabschiedet, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Die Vorlage geht nun in die Vernehmlassung.

Personal anstellen ohne Bewilligung

Die Kommission möchte, dass Tankstellenshops die Möglichkeit erhalten, nachts und sonntags ohne Bewilligung Personal zu beschäftigen. Dies soll für Tankstellenshops auf Autobahnraststätten und an Hauptverkehrsstrassen gelten.

Heute dürfen Tankstellenshops nur während der regulären Arbeitszeiten ohne spezielle Bewilligung Personal beschäftigen. Verkaufen dürfen sie nachts zwar Kaffee oder Sandwiches, nicht aber andere Produkte. Viele Tankstellenshops müssen deshalb einen Teil ihres Lokals absperren.

Die Wirtschaftskommission von National- und Ständerat halten dies nicht für sinnvoll. Beide hatten sich für eine Gesetzesänderung ausgesprochen. Oft sei das Personal für den Verkauf von Treibstoff und Gastronomieprodukten ohnehin anwesend, gaben sie zu bedenken.

Die Gegner einer Lockerung des Nacht- und Sonntagsverbots waren in beiden Kommissionen in der Minderheit. Angeregt hatte die Gesetzesänderung Christian Lüscher (FDP/GE) mit einer parlamentarischen Initiative. Auch die bürgerliche «IG Freiheit» setzt sich für eine Lockerung ein.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Josef am 15.02.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    24h - Ja zu Non-stop shopping

    Das kommt allen Menschen zugute, die erst um ca. 16 Uhr aufstehen. Die Wirtschaft muss sich den Menschen anpassen - nicht umgekehrt.

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  • Karin Müller am 16.02.2011 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz oder gar nicht

    Wenn die Shops schon 24h geöffnet sein dürfen, dann sollen sie auch das ganze Sortiment verkaufen können. So wie das jetzt ist, ist doch ein völliger Blödsinn!

  • Raphael am 15.02.2011 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb die Bevorzugung der Tankstellen?

    Habe nichts dagegen, aber weshalb ist nur von den Tankstellen die Rede? Diese Bevorzugung der Tankstellen wirkt massiv wettbewerbs-verzerrend. Ich plädiere deshalb für eine allgemeine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten unter bestimmten Rahmenbedingungen. Bin allerdings schon sehr zufrieden damit, dass in Basel & Umgebung Lebensmittelläden Mo-So bis 22 Uhr geöffnet haben können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra am 16.02.2011 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweizer arbeiten nur noch für die

    Staatskasse, dass ist ja der Sinn der Wirtschafts-Politiker, damit sie wieder in unsinnige Projekte investieren können. Das Schweizer-Volk muss bei den Herbst-Wahlen 2011 unbedingt an die Urne, damit Zeichen gesetzt werden können.

  • Hans Christoffel am 16.02.2011 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Frust, Neid, Egoismus

    Wer das Angebot nicht braucht der soll es lassen. Auch ich brauche manches nicht, was so angeboten ist, z.B. Nachtbusse, Nachtzüge, Fussballspiele, SAC-Hütten, Schweizer Fernsehen etc Es kommt mir aber bestimmt nicht in den Sinn, ein Verbot zu fordern, nur weil ich das Angebot nicht nutze. Zu solch einer Einstellung andern gegenüber fällt mir nur Frust, Neid und grenzenloser Egoismus ein. Ist das eine Art Selbstbefriedigung, wenn ich andern alles verbiete, was ich nicht brauche?

  • peter am 16.02.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Aber weniger zahlen wollen für Lebensmittel

    All die Befürworter einer 24/7 Gesellschaft werden sich sicherlich um die neuen jobs bei mindestlöhnen reisen... Dass diese Mehrkosten dann einfach auf die Konsumenten mittels erhöhter Preise umgewältzt werden ist natürlich auch ein Skandal. Es gibt Dinge die braucht kein Mensch. Nur weils geht muss man's nicht machen. Aber dann müsste man vieleicht wieder anfangen zu planen und vorauszudenken...

  • Daniel am 16.02.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Schutz der Angestellten vor Konsumwahn

    Der Schutz der Angestellten geht dem Konsumwahn vor. Für durchgehende Ladenöffnungszeiten stelle ich folgende Bedingungen: 1. mindestens ein Woche mehr Ferien für Angestellte 2. Lohnzuschlag von 50 % bei Nachtarbeit zwischen 22 und 6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen 100 % 3. durchgehende Ladenöffnungszeiten gelten für alle Branchen, keine Extrawürste für Tankstellenhops 4. Harte Sanktionen, wenn Ferien und Lohnzuschläge nicht gewährt werden, d.h. sofortige Schliessung solcher Läden 5. bei Zwangsschliessung übernimmt der Arbeitgeber die Arbeitslosengeld vollumfänglich.

  • Patrick Vogt am 16.02.2011 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Nachfrage und Angebot

    Weshalb muss denn immer alles reguliert werden? Offenbar gibt es eine Nachfrage. Wir haben ja (noch) kein Ausgehverbot oder staatlich reglementierte Schlafzeiten. In einem freien Land sollte auch ein freies Unternehmertum für alle Detaillisten gelten. In den USA oder in Paris geht das ja auch. Oder haben wir keinen säkularen Staat? Der Sonntag ist beispielsweise auch in Schweizer Bahnhöfen ein normaler Werktag.