Vorschläge zum Klimaschutz

19. Januar 2020 12:57; Akt: 19.01.2020 12:57 Print

Taxis sollen in den ÖV miteinbezogen werden

Die Schweizer sollen vermehrt den öffentlichen Verkehr nutzen. Der Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr macht Vorschläge, wie er den ÖV-Anteil steigern will.

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Der öffentlicher Verkehr soll auch Taxidienste anbieten. Das schlägt Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr, vor. Mit dieser Massnahme will er den ÖV-Anteil steigern. Der ÖV in der Schweiz verliert an Marktanteilen – auf Kosten des Autos. Das zeigen neue Zahlen, die der Informationsdienst Litra im Sommer 2019 veröffentlicht hat. Zwar steigt die Zahl der Kilometer, die per Bahn, Bus, Tram oder Schiff zurückgelegt werden. Doch noch stärker ist das Wachstum bei den Kilometern, die im privaten Auto gezählt werden. Im Jahr 2017 wurden knapp 135'000 Millionen Kilometer mit dem ÖV, zu Fuss, auf dem Velo oder im Privatauto zurückgelegt. Der Anteil des ÖV betrug 19,2 Prozent – 3,1 Prozentpunkte weniger als 2010. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Kilometer, die mit dem privaten Auto zurückgelegt wurden, um 3,2 Prozentpunkte auf 74,8 Prozent. Rolf Steinegger, Professor für Verkehrssysteme an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sagt, er glaube nicht, dass sich dieser Trend bald wieder umkehre. «In der Verkehrspolitik ist keine Priorisierung des ÖV sichtbar», sagt Steinegger. «Die Entwicklung verläuft ungesteuert.» Laut Steinegger haben auch die ÖV-Preise, die in den letzten Jahren erhöht wurden, eine dämpfende Wirkung. Tatsächlich wird der Preis des ÖV auch von der Bevölkerung kritisiert. I In einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Wirtschafts- und Sozialforschung Lausanne gaben letztes Jahr 30 Prozent der Befragten an, der ÖV in der Schweiz habe ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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In der Schweiz werden derzeit nur gerade gut 20 Prozent aller Fahrten mit dem öffentlichen Verkehr zurückgelegt. Der Rest entfällt vor allem auf das Auto. Das soll sich ändern.

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Pro Jahr soll der ÖV-Anteil um einen Prozentpunkt steigen, sagt Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr, in der «NZZ am Sonntag». Bis 2040 würde sich so der Anteil auf 40 Prozent verdoppeln.

Taxis und Rufbusse

Stückelberger bezeichnet das Wachstumsziel als ambitioniert, aber durchaus realistisch. Um es zu erreichen, schlägt er unter anderem vor, dass auch Taxis und Rufbusse in das Netz des öffentlichen Verkehrs miteinbezogen werden. Die Passagiere profitierten dadurch von gesicherten Verbindungen und tieferen Preisen für die Reise bis vor die Haustür. Damit würde die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel interessanter.

Die Forderung könnte im Parlament Rückenwind erhalten. Gleich vier Vorstösse im Nationalrat verlangen eine Steigerung des ÖV-Anteils am Gesamtverkehr. Derzeit verursacht der Verkehr 32 Prozent aller CO2-Emissionen in der Schweiz.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AlainFricker am 19.01.2020 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funktioniert nicht!

    Eigentlich gute Idee, doch leider unbrauchbar bei diesen Taxipreisen.

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  • urs am 19.01.2020 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anders rechnen hilft

    Andere Berechnungsmethoden und schon passt es und man kann sich auf die Schultern klopfen. Genau so wie bei KK-Prämien, Arbeistlosenzahlen, usw. üblich.

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  • Tamara Widmer am 19.01.2020 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    öv Preise müssen MASSIV runter !

    Der öffentliche Verkehr sollte entlich MASSIV günstiger werden und nicht immer alles teurer, den kaum wird das Autofahren teuerer wird zwei Wochen später wie immer der öffentliche Verkehr MASSIV aufschlagen. Also Preise im öV runter und zwar stark.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rob de Bob am 20.01.2020 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dezentralisieren

    Endlich mal aufhören zu Zentraisieren. Jede Zentralisierung, ob Schule, Spitäler oder Ämter erfordert eine enorme Mobilität der betroffenen Menschen. Wir müssen die unfreiwillige Mobilität einschränken und nicht den ÖV noch mehr und mehr ausbauen.

  • KG.. am 20.01.2020 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Idee.

    Einfach mal morgens um sieben und abends um fünf mit Bus, Bahn, Auto, Taxi durchs Land fahren und nicht jahrelang hin und her und vor und zurück rechnen und reden reden reden. Taxi mit einbeziehen, haben die jetzt auch ne Lobby.

  • Autofahrerin am 20.01.2020 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV... so nicht!

    ...Eine Zugfahrt von 3 Minuten, Hin und zurück für CHF 13.60 ...Autofahrt 10 Minuten, mit den ÖV 1 Stunde Da muss ich nicht zweimal überlegen ob Auto oder ÖV!

    • 50+ am 20.01.2020 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autofahrerin

      das kann ich toppen, in die Nachbargemeinde fahre ich 6km (6 Minuten) oder nehm ÖV von mindestens 2 Stunden. Ist ein anderer Kanton und es gibt keine Direktverbindung

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  • Ishani am 20.01.2020 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV und Taxi

    ÖV muss noch besser erschlossen werden. Romanshorn,Kein Bus zur ersten Fähre in der früh. Am Abend fährt der letzte Bus um 20.49 ab Bahnhof. SA und SO fährt der Bus nur jede Std. Für Schiffs und Fähre heisst das,1 Std früher auf den Bus. Abends fährt dann der letzte Bus schon um 20.19. Taxi ist zu teuer.

  • Odysseus am 20.01.2020 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Beschäftigungsmassnahme Klima

    Klima ist eine Beschäftigungsmassnahme für Beamte, NGO-Funktionäre und Cleantech-Consulter. Ich beobachte nicht nur im Verkehrs- sondern auch im Bausektor, wie sich immer mehr Theoretiker mit ihren Expertisen andocken, v.a. wenn der Staat oder die Genossenschaften bauen. Was legitimerweise mit Behinderten angefangen hat, hat sich auf Umwelt, Klima und sogar Genderfragen ausgedehnt. Schon mal daran gedacht, dass das nichts nützt aber viel Zeit und Geld kostet? Eine knallharte Matura, damit wir nicht zu viele unnütz Studierte haben, die irgendwo versorgt werden wollen, wäre zielführender.