«Schlampe»

22. März 2015 11:15; Akt: 23.03.2015 13:57 Print

Teenie-Machos demütigen Mädchen in der Schule

Mädchen werden in Schweizer Schulen auf dem Pausenplatz gedemütigt, schikaniert und gegen ihren Willen angefasst. Die Täter: Nachwuchs-Machos – oft mit Migrationshintergrund.

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Mädchen werden in der Schule oft zur Zielscheibe von Buben (Symbolbild). (Bild: Keystone/AP/Mohammed abu Zeid)

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«Schlampe», «Nutte», «ich f***e dich ins Grab» – was sich Mädchen in der Schweiz auf dem Pausenplatz anhören müssen, könnte aus einem Gewaltporno stammen. Die Worte kommen aber aus den Mündern von Nachwuchs-Machos, die damit täglich Frauen beschimpfen.

Das erzählt Barbara Giason der «SonntagsZeitung». Sie unterrichtet seit fünf Jahren in der ganzen Deutschschweiz Selbstverteidigung an Schulen. Sie lasse die Mädchen, die ihren Kurs besuchen, aufschreiben, wogegen sie sich wehren möchten. Auf den Zetteln stehen Schimpfwörter – teils so grob, dass es ihr die Sprache verschlägt.

Die Mädchen, so erzählt es Giason der «SonntagsZeitung», hören diese täglich. Sie würden gegen ihren Willen angefasst, zwischen den Beinen, am Hintern, an den Brüsten. Giason trichtert den Mädchen ein: «Ihr seid etwas wert.» Sie versucht den Schülerinnen begreiflich zu machen, dass sie sich wehren dürfen. Dass es nicht in Ordnung ist, wenn sie mit Schimpfwörtern eingedeckt werden.

Vor allem Buben aus dem Balkan

Eine Ostschweizer Oberstufen-Lehrerin beobachtet seit einiger Zeit das Erstarken einer Machokultur in den Schulen. Nicht nur Mädchen, auch Jungen litten darunter, sagt sie. Diese benutzen dasselbe Vokabular, machen aber wegen des Gruppendrucks mit oder aus Angst, als schwul verlacht zu werden.

Die Lehrerin gibt der Zeitung an, dass man es zwar nicht gerne höre, aber es handle sich um ein Migrationsproblem. Buben aus bildungsfernen Schichten, vor allem aus Familien vom Balkan, erlebten daheim ein äusserst konservatives Rollenmuster, das sie in die Schule mitbrächten.

Auch der oberste Lehrer der Schweiz, Beat W. Zemp, bestätigt: «Wir haben es hier mit Menschen aus einem patriarchalischen Kulturkreis zu tun.» Es sei kein Zufall, dass diese Buben entweder Mädchen sexuell verunglimpften, oder Buben, die ihnen nicht passten, als schwul bezeichneten.

Mutter daheim ist nichts wert

Der Schulleiter der Ostschweizer Schule bestätigt dies ebenfalls der «SonntagsZeitung»: «Dieses übersteigerte Macho-Gehabe ist bei uns Alltag.» Die Migrantenkinder in seiner Schule kämen fast ausschliesslich aus bildungsfernen Schichten. «Je tiefer das Niveau, desto ausgeprägter ist das patriarchale Denken.» Daheim würden die Kinder lernen, dass die Mutter nichts wert sei – was sich danach in der Schule im Umgang mit den Mädchen niederschlage.

Mädchen, die in der Schule gedemütigt, bedroht und schikaniert werden, können sich nur selbst wehren – das Gesetz hilft ihnen dabei kaum. Laut Strafrechtler Martin Killias ist eine Anzeige wegen Drohung oder Tätlichkeit nicht lohnenswert, «weil ohnehin nichts passiert».

Bist du auch Opfer solcher Beschimpfungen und Betatschungen geworden? Oder bist du selber ein «Balkan-Macho»? Melde dich bei uns auf feedback@20minuten.ch – wir behandeln deine Angaben vertraulich.

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi Wick am 22.03.2015 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Auf jeden Fall anzeigen!

    Eigentlich gibt es nichts anderes als wegen sexueller Belästigung jeden Einzelnen anzeigen. Nur so wird bei diesen miesen Typen das Strafregister eröffnet und hat für spätere Vergehen Konsequenzen.

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  • Liliana am 22.03.2015 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildfunktion

    Wo sollen denn diese Jungs lernen was Gleichberechtigung ist? Und wer zeigt den Mädels dass man sich nicht alles Gefallenlassen sollte? In einer Familie, wo der Vater herrscht und die weiblichen Mitglieder gehorchen müssen? Hab schon öfter versucht mich über Integration zu äussern und einige, für mich wichtige Faktoren anzusprechen. Leider wird einem dies immer schwieriger gemacht, was ich wirklich sehr bedauere.

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  • Samuel am 22.03.2015 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache das Wirtschaftswachstum

    stimmt. Babylon lässt grüssen ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Besserwisser am 25.03.2015 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Es gibt auch schweizer die solche sachen machen. Jeder junge der so etwas macht sollter mehr als nur ein paar ohrfeigen bekommen

  • swiss am 23.03.2015 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt?

    Alle schreien hier nach Anzeigen, im ernst? die bekommen höchstens noch Kampfsportunterricht auf Staatskosten! das macht sie noch gefährlicher...

  • Die Genervte am 23.03.2015 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Eltern tragen mit Schuld

    Das liegt doch bei den "meisten daran, dass sie immer alleine sind. Mama und Papa arbeiten, die Kids tun was sie wollen.

  • paula grandits am 23.03.2015 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    ich muss immer lachen,weil hier behauptet wird,dass frauen in der schweiz nicht diskriminiert werden.ich würde sagen,die ausschlaggebenden faktoren sind wie folgt:erziehung,medien,pornografie und prostitution.ich meine,wie wollen wir den jungs respekt vor frauen beibringen,wenn man diese in der schweiz einfach kaufen kann?es ist so scheinheilig,dauernd vom respekt gegenüber frauen zu sprechen und sie dann überall anzubieten,wie ein stück vieh.aber die gesellschaft (bzw) die männer sind zu egoistisch,das einzusehen,hauptsache man kann mit 60 noch auf eine 18-jährige drauf.

  • Dejan am 23.03.2015 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erziehung

    Das hat doch nichts mit der Herkunft zu tun, eher mit der Erziehung. Leute mit balkanischer Herkunft neigen eher dazu, das weibliche Individum(Mutter, Schwester) als eine Heilige darzustellen und nicht als "nichts wert". Ein grosses Problem ist aber, dass die Jungen, die sich so gegenüber Frauen verhalten auch am meisten Frauen 'haben'. Das ist natürlich keine Entschuldigung, aber im Kopf eines Jugendlichen macht es viel Sinn, nicht mit all dem aufzuhören, wenn er dadurch die Aufmerksamkeit und (zum grössten Teil) die Sympathie des anderen Geschlechts erhält...