Flugzeug-Angriff

14. Dezember 2015 15:01; Akt: 14.12.2015 17:13 Print

Terror-Gefahr bei AKWs beunruhigt Politiker

Ein Bericht spricht bei Terrorangriffen auf AKWs von möglicher «grossräumiger Verstrahlung». SP-Politiker verlangen nun Antworten vom Bundesrat.

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Terrorattacken auf AKWs bergen die Gefahr einer «grossräumigen radioaktiven Verstrahlung». Dies schrieb der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens, in dem eine Privatperson Auskunft über die Sicherheit der AKWs verlangte. Auch der deutsche Atomaufseher Dieter Majer sagte unlängst gegenüber 20 Minuten: «Mühleberg hat teilweise eine Betondecke von nur 15 Zentimetern – schon ein Hubschrauber oder ein Kleinflugzeug könnte die Schutzhülle durchschlagen.»

Politiker sind aufgrund dieser neuen Entwicklung alarmiert. «Immer mehr Luftfahrtexperten kritisieren in letzter Zeit die Sicherheit der Schweizer AKWs. Ich will nun genau wissen, ob wir wirklich gegen Terrorattacken geschützt sind», sagt SP-Nationalrätin Bea Heim. Sie verlangt in einer Interpellation vom Bundesrat nun Antworten. 18 Parteikollegen haben den Vorstoss mit unterzeichnet.

Heim will es genau wissen

Heim will wissen, wie der Bundesrat die Bedenken der Experten einschätzt. Ausserdem soll der Bundesrat sagen, ob bei den Sicherheitsanforderungen an AKWs auch die neusten technischen Entwicklungen berücksichtigt werden und ob wir vor möglichen Terroranschlägen auf AKWs umfassend geschützt sind.

«Es geht um die Sicherheit der Bevölkerung», sagt Heim. Hier müsse man auch auf internationale Zusammenarbeit setzen, und auch Abklärungen zur Situation bei den grenznahen Atommeilern wie Fessenheim oder Bugey treffen, denn diese würden die Schweiz ebenfalls tangieren. «Ich will auch wissen, ob ein Anschlag mittels Schutz des Luftraumes verhindert werden könnte», so Heim. «Ich will keine Terror-Hysterie verbreiten, aber es besteht die Gefahr, dass das Ensi in dem für 2016 versprochenen Bericht nicht auf die konkreten Gefahren eines Terroranschlages eingeht, oder die entsprechenden Passagen schwärzt.» Deshalb wolle sie es nun genau wissen.

Ensi beurteilt neu

Für FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen ist der Vorstoss reiner Opportunismus. «Die Frage der Flugzeugabstürze wurde seit den 80er Jahren immer wieder auch mit praktischen Tests untersucht. Die AKWs wurden deshalb auch nachgerüstet, damit sie sicher sind.»

Das Ensi verteidigt die Sicherheit der AKWs ebenfalls. Die Kritik von Atomexperte Majer sei technisch nicht haltbar und politisch motiviert. Das Ensi beurteilte die Terrorsicherheit der Kernkraftwerke nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, und kam zum Schluss, dass sie sicher seien. Diese Beurteilung wird nun noch einmal neu vorgenommen. Man werde die Ergebnisse der Beurteilung innerhalb der nächsten Monate kommunizieren, sagte ein Sprecher. Vorher wolle das Ensi keine Ergebnisse bekanntgeben, und auch die Untersuchung nicht inhaltlich kommentieren.

(the)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MrScruffy am 14.12.2015 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es den Terroristen noch einfacher machen

    Schön, dass man diese Informationen so quer über das Internet verteil! die Information, dass der Reaktor vom Mühlebergkraftwerk eine Deckendicke von nur 15cm aufweist, sollte nicht einfach so über das Internet verteilt werden. Meines erachtens ist diese Info sogar Verschlusssache.

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  • Alles sicher am 14.12.2015 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    sicher bis zum nächsten GAU

    Wer denkt, unsere Atomkraftwerke seien nicht sicher, dem sagt die Statistik, dass nur alle paar Millionen Jahre ein Atomkraftwerk-Unglück passieren kann. Und da wir ja nach Fukushima und Tschernobyl schon 2 hatten innert 30 Jahre, kann in der Schweiz also 2 Millionen Jahre lang nichts passieren. Auch nicht von Terroristen. Und falls z.B. in Olten etwas geschehen würde, müsste man ja nur von Zürich bis Bern und von Luzern bis Basel alles evakurien. Wir hätten also im Wallis und im Tessin sowie am Bodensee noch genug Platz, um die Schweizer Bevölkerung unterzubringen...

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  • Cellinski am 14.12.2015 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache

    Man muss sich Gedanken machen,aber nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Einfach am Boden bleiben und ein Auge darauf haben,die Sicherheitsleute sensibilisieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Joël am 15.12.2015 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch alles sicher meint das ENSI

    Die Schweiz betreibt das älteste AKW der Welt! In der Luftfahrt z.b. müssen sicherheitsrelevante Bauteile nach gewissen Betriebsstunden ausgetauscht oder überholt werden und da hat man sehr genaue Erfahrungswerte. Bei den AKW's haben wir die nicht. Und ein Reaktordruckbehälter kann nicht einfach ausgetauscht werden. Aber ist ja kein Problem wir haben ja das ach so unabhängige und kompetente ENSI, also macht euch keine Sorgen in der Schweiz kann gar nichts passieren! Nie! Ja ne ist klar! Hoffe ihr wisst das wir bei einem GAU alle dazu gezwungen werden können zu Liquidatoren zu werden.

  • 15-Jähriger am 15.12.2015 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Energiewende oder alles bleibt wies ist

    Die Energiewende nimmt ein neuer Anlauf. Aber die SVP wird alles unternehmen um nichts zu unternehmen. Das alles so bleibt wies ist.

  • Steffen am 15.12.2015 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beunruhigt Politiker?

    Dann tut endlich was, als aller paar Jahre mal wieder darüber ohne Ergebnisse zu diskutieren.

  • posti am 15.12.2015 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ta Typisch

    Das ist wieder einmal typisch für unsere heutige Gesellschaft. Erst reagieren, wenn sogenannte aufwändige Studien etwas feststellen, worauf man mit gesundem Menschenverstand schon längst kommt.

  • Brumegg am 15.12.2015 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist doch. offensichtliche

    Panikmacherei von AKW Gegnern . Wenn überall eine Hysterie verbreitet wird ist ja kein Stausee keine Chemiewerk mehr sicher . Und wenn von alldem nichts passiert , haben wir immer noch die Möglichkeit uns zu Tode zu fürchten . Daran kann man auch sterben.

    • Dömsel am 15.12.2015 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brumegg

      Naja, das sind schlechte Vergleiche. In Basel haten wir im 86 einen Gau. In der Chemie. Wäre dies ein AKW gewesen, wäre die NW Schweiz noch lange Menschenleer und unbrauchbar bis tödlich! Und das Wasser eines Stausees verstrahlt die landschaft auch nicht auf hunderte bis tausende Jahre.

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