Magadinoebene

08. Mai 2018 09:29; Akt: 08.05.2018 15:46 Print

Milliarden-Tunnel gegen den Dauerstau im Tessin

In der Magadino-Ebene herrscht regelmässig Verkehrschaos. Jetzt präsentiert der Kanton eine milliardenteure Lösung, mit der sogar Umweltschützer zufrieden sind.

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Der geplante Standort des Tunnels. Grafik: Tamedia

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Der Kanton Tessin sagt dem Stau zwischen Bellinzona und Locarno den Kampf an. Statt einer Umfahrung sollen Verkehrsteilnehmer künftig durch einen 6,5 Kilometer langen Tunnel die Magadino-Ebene unterfahren. Wie «Schweiz aktuell» berichtet, hat der Kanton die Idee am Montag der Öffentlichkeit in Bellinzona präsentiert.

Damit soll vor allem die A2 bei Bellinzona in Richtung Lago Maggiore entlastet werden. Hier staut sich der Verkehr regelmässig, vor allem während der Ferienzeit. Eine Schnellstrecke zwischen Bellinzona und Locarno fehlt, bis zu 30'000 Fahrzeuge fahren täglich über die Kantonsstrasse durch die Dörfer. Umfahrungsprojekte wurden bereits an der Urne abgelehnt.

Laut dem Kanton kostet das Projekt 1,45 Milliarden Franken. Die Finanzierung würde der Bund vollständig übernehmen. Geplant sind zwei Röhren sowie eine doppelspurige Schnellstrasse. Das dauert: Die Bauzeit beträgt rund acht bis zehn Jahre.

Erhalt der Naturschutzgebiete

Die Bagger stehen allerdings noch nicht bereit, bis Ende Jahr können alle beteiligten Parteien noch Stellung nehmen. «Dann legen wir dem Bundesamt für Strassen das bereinigte Projekt vor», erklärt Claudio Zali, Regierungspräsident des Kantons Tessin.

Der Widerstand gegen die Idee ist bisher gering. Auch Umweltverbände begrüssen die Idee der Tessiner. «Meiner Meinung nach ist es ein idealer Kompromiss, sowohl die fruchtbare landwirtschaftliche Magadino-Ebene als auch die Naturschutzgebiete zu erhalten, die beide von internationaler Bedeutung sind», so Francisco Maggi, Regionalleiter WWF Tessin.

(sep)