Mehr Grenzwächter

26. Juni 2015 20:07; Akt: 27.06.2015 17:18 Print

Tessiner Grenze soll stärker bewacht werden

Die Justiz- und Polizeidirektoren wollen die Tessiner Grenzwächter personell unterstützen. Eine Schliessung der Grenzen steht nicht zur Debatte.

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Die Tessiner Grenzwächter sollen Unterstützung aus der ganzen Schweiz bekommen: Ein Grenzwächter mit Migranten (Bild vom 22. Juni).

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Die Grenzwächter des Tessins brauchen Unterstützung: Um den aktuellen Ansturm von Migrantinnen und Migranten im Tessin zu bewältigen, will der Vorstand der Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz kurzfristig Grenzwächter aus anderen Regionen abziehen und an die Südgrenze stellen. Eine Grenzschliessung erachtet er als schwierig.

Die Frage stelle sich, wie die Grenze zu schliessen wäre, sagte Hans-Jürg Käser, Berner Polizeidirektor und Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), am Freitag nach der Vorstandssitzung auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Grenzwachkorps muss mittelfristig aufgestockt werden

Die Grenzübergänge von Strassen und Bahnlinien würden überwacht, bei der grünen Grenze sei das eine andere Frage. Um der gegenwärtigen Spitze an der Südgrenze Herr zu werden, sollten kurzfristig Angehörige anderer Grenzwachtregionen abgezogen und im Tessin stationiert werden, sagte der FDP-Politiker Käser.

Mittelfristig müsse das Grenzwachtkorps aber aufgestockt werden. Der Migrationsdruck nämlich werde nicht so schnell abnehmen. Als Zahl schwebt Käser der Ausbau um 200 bis 300 Stellen vor. Der KKJPD-Vorstand habe ein Schreiben mit den kurz- und mittelfristigen Vorschlägen an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement sowie an das Finanzdepartement gerichtet.

Der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi hatte in der Sonntagspresse eine Grenzschliessung verlangt. Der Lega-Politiker wollte so Druck auf andere Staaten machen, die gemäss Gobbi ihre Pflichten gemäss Schengen-Abkommen nicht erfüllen. Die Schweiz erledige im Tessin die Arbeit der EU und Italiens. Es sei faktisch die Südgrenze Deutschlands, monierte Gobbi.

(ofi/sda)