Aargauer Jihadist

16. November 2019 09:36; Akt: 16.11.2019 12:28 Print

«Tömmel war richtig richtig böse»

Der Aargauer Jihadist Thomas C. ist schon in der Schule negativ aufgefallen. Ein ehemaliger Mitschüler erinnert sich.

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«Dieser Typ war richtig richtig böse. Er plagte andere physisch und psychisch.» So spricht ein ehemaliger Schulkollege in der «Aargauer Zeitung» über «Tömmel». Die Rede ist von Thomas C., dem Schweizer Jihadisten, der in Syrien ein Foltergefängnis leitete.

Schon in jungen Jahren schien ihn Gewalt fasziniert zu haben. Er habe mit Waffen geprotzt und sei an Kampftechniken interessiert gewesen. Einmal habe Tömmel auf dem Pausenplatz gezeigt, wie man einer Person das Genick brechen kann, erinnert sich sein ehemaliges Gspänli. Thomas C. habe immer den gleichen Pullover getragen und sei übergewichtig gewesen.

Schlechte Leistungen in der Schule

Auch einigen Lehrern ist Thomas C. negativ aufgefallen. Disziplinarische Massnahmen hat es laut der Zeitung aber nie gegeben. Demnach waren die Lehrer über Vorfälle, wie jenem auf dem Pausenplatz, nicht informiert. Die einen Lehrer beschrieben Thomas C. als «vorlaut» und «frech», andere wiederum sprechen von einem «lieben sensiblen Kerl».

Die Probezeit in der Bezirksschulklasse bestand er im Jahr 2000 nur knapp mit der Note 4. Seine Leistungen wurden schliesslich immer schlechter. Im Folgejahr drohte ihm der Abstieg in die Sekundarschule. Doch dann verschwand er aus der Gemeinde. Wo er die Jahre darauf verbrachte, ist nicht bekannt. War er wieder bei seinem Vater an der Cote d'Azur, wo er bereits zwischen 1998 und 2000 lebte?

2013 reiste er nach Syrien

Bekannt ist nur, dass Thomas C. 2006 zu seiner Mutter nach Frankfurt zog. Hier besuchte er die Abu-Bakr-Moschee und konvertierte 2009 schliesslich zum Islam. Er zog nach Bonn, heiratete und bekam mit seiner Frau ein Kind.

Laut der «Bild»-Zeitung setzte sich C. 2013 über Paris und Istanbul nach Syrien ab. In diesem Jahr hatte auch seine Mutter zum letzten Mal Kontakt zu ihrem Sohn. Er soll umgerechnet 16'000 Franken, sechs Smartphones und zwei Notebooks mitgenommen haben.

(woz)