Beschwerde eingereicht

21. Februar 2019 05:11; Akt: 21.02.2019 07:39 Print

Vierfachmörder Thomas N. will in die Therapie

Der Vierfachmörder von Rupperswil AG zieht das Urteil ans Bundesgericht weiter. Der 35-jährige Thomas N. fordert eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme.

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Verlangt eine ambulante Massnahme: Thomas N. vor Gericht. In einem Rucksack, den die Polizei bei der Durchsuchung im Haus des Täters fand, fanden sich eine Pistole, Fesseln und Klebeband. (13. Mai 2016) Die Gerichtszeichnung zeigt Thomas N. zusammen mit Verteidigerin Renate Senn (rechts). Das Bezirksgericht Lenzburg tagt in den Räumlichkeiten der Mobilen Polizei in Schafisheim – unweit des Tatorts in Rupperswil. Strenge Eingangskontrolle: Hier gibt es einen Personen-Check wie am Flughafen. Dienstag, 7 Uhr: Eintreffen der Prozessteilnehmer. Dienstag, 6.30 Uhr: Zugangskontrolle für die Prozessteilnehmer am Bezirksgericht in Schafisheim. Der Prozess wird von in- und ausländischen Medien verfolgt. Nur kurz erhellte sich am frühen Morgen der Himmel. Danach war es wieder kalt und nass. Die Journalisten warten gebannt, bis die privaten Personen eintreffen, die den Prozess live verfolgen werden. Der Prozess um den Vierfachmord von Rupperswil findet im Gebäude der Mobilen Polizei in Schafisheim AG statt. Aus Platzgründen verhandelt das Bezirksgericht Lenzburg den Fall in diesem Saal. Neben 65 akkreditierten Medienvertretern verfolgen 35 Privatpersonen die Verhandlung. Der heute 34-jährige Schweizer Thomas N. hat die Tat nach seiner Festnahme im Mai 2016 gestanden. Amtliche Pflichtverteidigerin: Die Aargauer Rechtsanwältin Renate Senn ist Spezialistin für Strafrecht und verteidigt den geständigen Täter. Bekannte beschreiben ihn als Einzelgänger: In diesem Haus in Rupperswil wohnte der Täter. Thomas N. wurde fünf Monate nach der Tat gefasst: Barbara Loppacher, leitende Staatsanwältin, informiert in Schafisheim über die Festnahme. (13. Mai 2016) Die Tat: Am 21. Dezember 2015 wurden in Rupperswil AG eine Mutter, ihre 13- und 19-jährigen Söhne und die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes ermordet. Kriminaltechniker am Tatort. Ein Brand sollte die Spuren am Tatort verwischen. (21. Dezember 2015) Zuvor hatte der Täter die 48-jährige Carla S. gezwungen, an einem Bancomaten 10'000 Franken abzuheben. (21. Dezember 2015) Eine Sonderkommission aus rund 40 Ermittlern bearbeitete den Fall. Barbara Loppacher und Markus Gisin, der Leiter der Aargauer Kriminalpolizei. (18. Februar 2016) Die Polizei tappte lange im Dunkeln: Die Aargauer Behörden setzten eine Prämie von 100'000 Franken aus für Hinweise, die zur Festnahme des Täters führen könnten. (18. Februar 2016) Die Tat schockierte die Gemeinde Rupperswil: Bewohner gedenken der Opfer mit Kerzen. (24. Dezember 2015)

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Thomas N., der Vierfachmörder von Rupperswil, ist mit dem Urteil des Aargauer Obergerichts nicht einverstanden und zieht es ans Bundesgericht weiter, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Der 35-Jährige ficht es in einem Punkt an: Er will für sich eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme.

Laut der Zeitung handle es sich dabei um eine Psychotherapie im Gefängnis. Auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» bestätigte die Pflichtverteidigerin von Thomas N. die Beschwerde: «Er will an sich arbeiten und sich bemühen, seine Tat aufzuarbeiten.»

Die Aargauer Staatsanwaltschaft ihrerseits verzichtet auf eine Beschwerde. Somit sei die vom Obergericht bestätigte ordentliche Verwahrung inzwischen rechtskräftig, schreibt die AZ weiter.

Thomas N. tötete vier Personen

Am 21. Dezember 2015 hatte sich der damals 32-Jährige mit einem gefälschten Schreiben Einlass in ein Einfamilienhaus in seiner Nachbarschaft in Rupperswil verschafft. Er hatte es vor allem auf den dort lebenden 13-jährigen Knaben abgesehen.

Unter Drohungen mit einem Messer brachte er den Buben, dessen Mutter, den noch schlafenden älteren Bruder und dessen Freundin in seine Gewalt. Er fesselte sie, verklebte ihnen die Münder und nahm ihnen die Handys weg. Die Mutter schickte er zum Geld abheben. Dann verging er sich aufs Schwerste an dem 13-Jährigen.

Anschliessend tötete er alle vier Personen, zündete das Haus an und ging weg. Kurz danach suchte er im Internet nach weiteren Knaben, spähte deren Familien aus und bereitete eine neuerliche Tat vor. Im Mai 2016 wurde der Mann in Aarau verhaftet.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ariane am 21.02.2019 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug!

    Nein, eine Therapie hat er nicht verdient!! Noch mehr Kosten für dieses Monster ! Mit dem Geld kann man besseres anstellen! Er soll sich Tag und Nacht mit sich selber auseinandersetzen, das ist ein Teil der Strafe!!

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  • fluk am 21.02.2019 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meinemeinung

    es gibt menschen, die ihre anwesenheit in dieser gesellschaft entgültig verspielt haben. und für solche sollte man nicht noch unnötig viel geld aufwenden.

  • Guni am 21.02.2019 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genau er kostet ja sonst nichts!

    der hat eifach unheimliches glück das er in der schweiz lebt. in keinem land hätte er diese rechte! ein schwarzes loch mit tür, wasser und brot und sonst nichts. der sollte keine rechte haben!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bully am 21.02.2019 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nachvollziehbar

    Gerade habe ich gelesen,mdass claude dubois, mörder von marie, ordentlich verwahrt wird. das bundesgericht hat den antrag des mörders auf psychotherapie abgelehnt. dubois hat marie auf brutalste weise ermordet. das monster von rupperswil hat vier menschen auf brutalste weise ermordet und weitere grausamkeiten geplant, somit gehört auch dieser mörder ordentlich verwahrt,ohne psychologische unterstützung auf kosten von uns steuerzahler.

  • Chief Operating Officer bei Umbrella Cor am 21.02.2019 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein hohn den angehörigen....

    Er ist ein mörder und hat keinerlei anspruch auf sonderbehandlung oder andere Privilegien . Hoffen wir dass er niemals rauskommt....

  • Frau53 am 21.02.2019 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    auf den Punkt gebracht

    Ein Mensch der vier andere Menschen kaltblütig und geplant ermordert. Der danach seelenruhig mit Kollegen Nachtessen geht und mit seiner Mutter mit dem Blutgeld in die Ferien verreist, ein solcher Mensch hat jegliches Recht verloren noch irgendwelche Wünsche zu äussern, oder Ansprüche zu stellen.

  • Georgios am 21.02.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hinter Schloss und Riegel

    Es macht mich sehr traurig noch heute das sinnlose Morden unschuldige Menschen hat er das Leben das Hoffnungsvolle Leben einfach genommen,und dieser Mensch will noch Gnade ,Nein nie mehr soll er nur ein Schritt in die Freiheit geniessen können,,er hat sein Leben selber gewählt,eine Zelle und die muss kein Weg in die Freiheit sein.

  • Wir sind mitschuldig am 21.02.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    why, warum, perché, pourquoi?

    Was ist passiert, dass aus Menschen Monster wird?!? Ich erlebe so oft wie so viele Menschen ähnlich kaltblütig sind. Rücksichtslos und gewalttätig im Auto, LKW auffahren, lichthupen, drängeln. Auch diese Monster plagen rüchsichtsvolle Menschen und das Töten wird bewusst herausgefordert . Frust? Nach langer Einsamkeit im sozialen Umfeld? Seit hilfsbereiter, tröstet, gibt Wärme und Nähe, löst schwierige Situationen überlegt unparteiisch, dass Menschen in Liebe leben und leben lernen dürfen!!!! Viel zu viele sind vernachlässigt! Frag dich, wer ist in meinem Umfeld vernachlässigt? Was kannst Du tun? Bist du selbst vernachlässigt und einsam? Sei nicht frustriert und traurig darüber, sondern sei stark und gib nicht auf an das Gute zu glauben.