Blutige Versuche

15. Oktober 2019 18:34; Akt: 15.10.2019 19:14 Print

Tiere sterben qualvoll für Schweizer Pharma-Firma

Das norddeutsche Labor LPT macht grausame Versuche mit Hunden, Katzen und Affen. Auftraggeber ist unter anderem die Schweizer Biotechfirma Inthera.

Die Organisation Soko Tierschutz veröffentlichte ein Schock-Video, in dem die grausamen Tierversuche eines deutschen Labors zu sehen sind. (Video: Soko Tierschutz)
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Eine Undercover-Recherche der Organisation SOKO Tierschutz und Cruelty Free International zeigt die grausamen Versuche, die das Labor LPT in Mienenbüttel nahe Hamburg an Tieren durchführt. Wie der «Kassensturz» berichtet, gehört neben Pharma-Unternehmen aus Deutschland auch die Schweizer Inthera Bioscience AG zu den Auftraggebern der blutigen Tierversuche.

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Im Ermittlungszeitraum von Dezember 2018 bis März 2019 dokumentierte ein Ermittler, wie Hunde, nachdem ihnen Schläuche oder Kapseln in den Hals gezwungen worden waren, stark bluteten. Das Ziel des Experiments ist, bei den eingetrichterten Substanzen diejenige Dosis zu finden, bei der schwere Nebenwirkungen – bis hin zum Tod – eintreten. In einem Video, das SOKO Tierschutz auf Youtube veröffentlichte, sind blutverschmierte Zwinger zu sehen. Die Hunde gingen teilweise grausam zugrunde und wurden nicht ausreichend überwacht und umsorgt.

«Es ist erschütternd zu sehen, wie sich diese Hunde nach Zuneigung und Fürsorge verzehren und dann so erbärmlich in ihrem Blut sterben müssen», beschreibt SOKO-Sprecher Friedrich Mülln die Szenen.

Tiere werden absichtlich geschlagen

Den schlimmsten Haltungsbedingungen in dem Labor sind die Affen ausgesetzt. Sie leben in engen Käfigen, leiden ständig unter Stress. Das Video zeigt, wie die Tiere sich wie verrückt im Kreis drehen, und das sogar rückwärts. Ein Teil der Käfige verstösst gegen in Deutschland verbindliches EU-Recht.

Die Affen werden bei Versuchen äusserst grob behandelt: In einer Szene des Videos schlägt ein Labormitarbeiter einen Affen absichtlich krachend gegen eine Türkante. Widerstand gegen solche Übergriffe ist nach Aussagen eines anderen Mitarbeiters sinnlos. Er habe es versucht, es sei aber den Vorgesetzten egal gewesen. Unter den zahlreichen Arbeitern der Einrichtung befand sich nur ein ausgebildeter Tierpfleger. Der Rest der Arbeiter rekrutiert sich aus Schlachtern, Mechanikern und einem Militärmusikanten.

Tiere kommen aus aller Welt

In einer Katzenstudie für eine Tierarzneimittelfirma wurde ein Antibiotikum mit demselben Wirkstoff, aber einmal mit Geschmack, verglichen. Dazu wurden den Katzen die Beine an einem einzigen Tag 13-mal zerstochen.

Die Tiere müssen zu all dem Leid auch noch weltweite Tiertransporte ertragen: Katzen kommen aus Spanien, Hunde aus den USA und Affen aus China. Die meisten Studien enden mit dem Tod der Tiere. Das Video zeigt, wie Hunde regelrecht geschlachtet werden und Katzen in Müllsäcken landen.

Inthera pausiert Zusammenarbeit mit LPT

«Vorgesehen ist, dass die Tiere, wenn es ihnen schlecht geht, rechtzeitig eingeschläfert werden. Nicht, dass sie einfach verenden in ihrem Blut», sagt Julika Fitzi von der Fachstelle Tierversuche beim Schweizer Tierschutz gegenüber SRF.

Während in der Schweiz ein Versuch ohne Betreuung in der Nacht nicht erlaubt sei, sei er in Deutschland einfacher durchzuführen, meint Fitzi: «Es ist günstiger, und die Bewilligung ist einfacher. Der Test muss angezeigt werden bei der Behörde, und wenn keine Rückmeldung kommt, dann kann das Labor starten.»

Das Labor soll nach dem Tod der ersten Tiere sogar den Versuchsplan angepasst haben und in Absprache mit Inthera noch weitere Hunde in den Versuch gebracht haben.

Bei Inthera Bioscience wollte man gegenüber dem «Kassensturz» die Vorwürfe gegen das deutsche Labor nicht kommentieren. Dennoch: «Bis Inthera Klarheit über den Sachverhalt hat, wird die Firma keine weitere Zusammenarbeit mit dem von Ihnen genannten Dienstleister aufnehmen», heisst es aus Wädenswil ZH.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peterryan am 15.10.2019 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiere

    Der Mensch die Bestie. Jeglicher Kommentar kann das nicht wiedergeben was ich fühle.

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  • Stacheli am 15.10.2019 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlimm

    da kann man nicht mehr viel dazu sagen bin tief erschüttert totales verbot für so etwas grausames.

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  • blopi am 15.10.2019 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tiere

    ich mag tiere lieber als menschen und wenn ich dann sowas sehe... es bricht mir das herz.. wie kann man nur so grausam sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alain am 16.10.2019 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbot Nein

    Ein Verbot verlagert das Problem nur ins Ausland. Besser die Versuche hier machen, wo wir es anständig kontrollieren können.

  • Tierschützer am 16.10.2019 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Tierversuche sind nicht mehr nötig!

    Lest den Beipackzettel und die Nebenwirkungen, dann wisst Ihr, was die Versuchstiere leiden mussten. Die Schweizer Pharma lässt die Tierversuche im Ausland machen. In der Schweiz kämen sie mit dieser brutalen Quälerei nicht durch. Ausserdem ist es natürlich günstiger!

  • Fr am 16.10.2019 20:42 Report Diesen Beitrag melden

    Shame

    Testet mit Menschen! Damit könnte ich leben! Wo ist das Tierschutzgesetz und man dürfe zwecks Tests zu Gunsten der Kreatur Mensch dem Tier Leid zufügen! Ich hoffe alle Tiere schlagen eines Tages zurück, dann ist die Kreatur Mensch vernichtet

  • Stavi am 16.10.2019 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke! für die Alpträume

    Entweder man zahlt Riesensummen, um einen Angestellten zu gekommen oder DIE zahlen, um ihre perverse Gelüste zu befriedigen. HOSTEL lässt grüssen. Sehe gerade einen Bericht im TV über einen Schweizer Bauer: Hunderte Mal weniger schlimm. Aber er wird sicher vor Gericht gezerrt. Wenn es um viel Geld geht, sieht man halt dankend weg.

  • Komposchti am 16.10.2019 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Bestien

    Irgendwie muss man gehörig einen Waffel haben, wenn man so mit Tieren umgeht. Solchen Menschen traue ich Alles zu, abgestumpft und gefühllos!