Vogelsterben

23. Juli 2014 09:14; Akt: 23.07.2014 10:46 Print

Tierschützer wollen Ausgangssperre für Büsi

von G. Brönnimann - Weil sie für das Vogelsterben mitverantwortlich sind, sollen Katzen nachts drinnen bleiben müssen. Dies fordern Tierschützer. Die Ausgangssperre soll bis acht Uhr morgens gelten.

storybild

Auf der Jagd: Hauskatze im Freien. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es sind nicht mehr alle Vögel da. In den letzten 20 Jahren sei in St. Gallen und Umgebung ein Artenrückgang von 18 Prozent nachweisbar, berichtet das St. Galler Tagblatt.

Umfrage
Sind Sie für eine nächtliche Ausgangssperre für Büsis?
21 %
77 %
2 %
Insgesamt 5783 Teilnehmer

Die möglichen Gründe für den Vogelschwund sind vielfältig. Einerseits schrumpft der Lebensraum durch die städtische Entwicklung. Andererseits könnten moderne Insektizide schädlich für Vögel sein (siehe Box). Der dritte Grund, der genannt wird: die hohe Hauskatzen-Dichte. Allein in St. Gallen gibt es gemäss Schätzungen 10'000 bis 15'000 Hauskatzen in der Stadt und in Stadtnähe.

«In der Nacht sollten Katzen drinnen bleiben»

Dass Vögel fast aller Arten auf dem Speisezettel von Hauskatzen stehen, ist unbestritten. Unbekannt ist, wie viele den beliebten Haus-Raubtieren jährlich zum Opfer fallen. Das «Tagblatt» errechnet, dass 10'000 St. Galler Katzen in nur fünf Monaten rund 34'000 Vögel töten können.

Das ist für Erika Bolt vom Tierschutzverein Stadt St. Gallen und Umgebung zu viel. «Die Katze ist ein Haustier, das ursprünglich nicht hier heimisch ist», sagt die Betreiberin einer Station für herrenlose Büsi. «Am frühen Morgen, wenn die Vögel Futter suchen, sind sie für jagende Katzen eine leichte Beute», sagt Bolt. Katzenbesitzer sollten ihre Tiere deswegen erst um 8 Uhr morgens ins Freie lassen: «In der Nacht sollten Katzen drinnen bleiben.»

Vogelwarte fordert 3-monatige Ausgangssperre

Die Schweizerische Vogelwarte beschwichtigt: Für das Vogelartensterben seien kaum die Hauskatzen verantwortlich. «In den Siedlungsgebieten erbeuten Katzen häufig nicht gefährdete Vogelarten. In Mitteleuropa wurde noch nie eine Vogelart durch Katzen ausgerottet», sagt Sprecher Michael Schaad.

Allerdings fordert auch die Vogelwarte eine Ausgangssperre für Katzen – und zwar den ganzen Tag lang. Dafür zeitlich begrenzt auf drei Monate. Michael Schaad: «Trotzdem wäre es natürlich begrüssenswert, wenn man versucht, das Töten von Vögeln zu vermindern. Dazu ist es aber nicht nötig, Katzen das ganze Jahr über nachts drinnen zu halten. Wir empfehlen das höchstens in der Jungvogelzeit – also ungefähr von April bis Juni –, dafür auch tagsüber.» Jungvögel seien Katzen schutzlos ausgeliefert.

Ausserdem empfiehlt die Vogelwarte, den Katzen ein Glöckchen umzubinden, wenn man sie ins Freie lässt. Schaad: «So können Vögel frühzeitig gewarnt werden.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Otti am 23.07.2014 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Grins

    Die haben ja einen an der Wanne die Tierschützer! Grins und wir Menschen sind verantwortlich das die ganze Welt am Sterben ist, was machen wir den? Ach ja es sind Katzen und keine Hunde da steh ich wohl die ganze Nacht vor der Eingangstüre und rufe Bubu, Bubu.. mit Glück kommt sie villeicht nach Hause :-) Die haben echt einen an der Waffel!

    einklappen einklappen
  • Margrit Hebeisen, Bern am 23.07.2014 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Vögelmörder

    Wenn die Katzen Vogelmörder sind, dann müsste man auch die Krähen, Eichelhäher und Elstern bestrafen.

    einklappen einklappen
  • Patrick am 23.07.2014 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschützer....

    Diese Tierschützer scheinen noch nie eine Katze gehabt zu haben. Als unser Schnurrli noch lebte haben wir sie nach draussen gelassen wenn sie das wollte. Wir haben sie das Treppenhaus runter begleitet und ihr unten die Türe aufgemacht. Wollten wir sie nicht rauslassen gabs einfach endlos Gemiaue, war ein Fenster oder die Balkontüre offen ist sie da raus gesprungen. Wenn eine Katze raus will dann kommt sie irgendwie raus! Tierschützer sollten ja eigentlich wissen wie Tiere sich verhalten....

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 01.08.2014 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt noch andere Gründe

    Ja ja,aber wir Menschen dürfen alles zu Betonieren und Wälder für Neubauten abholzen.Den Sechseläuten Platz anstatt mit Bäumen bepflanzen lieber mit Steinen zupflastern.Den ganzen Lebensraum der Tiere in Beschlag nehmen, das ist okay oder was?Bitte wacht auf...Und die knallerei am 1.August was für alle Tiere sehr Traumatisierent ist nehmt Ihr auch einfach hin...

  • Gabriela Birrwyler, Weiningen TG am 25.07.2014 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Verlust der Singvögel Teil 2

    Ergänzung zu Teil 1 Ein weiteres Problem vom Verlust unserer Singvögel ist auch der Verlust von den Hochstammbäumen und der Verlust von ihrem natürlichen Lebensraum, zu viel Beton und zu wenig Kieswege zu viel Pestizide und die Umweltverschmutzung. Auch gibt es viel zu viele verwilderte Katzen, die sich ausschliesslich so ernähren müssen, weil, wieder der "Mensch" es nicht für nötig hält, Katzen zu kastrieren. Zudem machen auch Greifvögel Jagd auf Singvögel, so wie auch auf junge Katzen, Kaninchen usw. welche unbeaufsichtigt herum streifen. Das grösste Raubtier, ist der "Mensch"

  • Gabriela Birrwyler, Weiningen TG am 25.07.2014 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Verlust der Singvögel Teil 1

    Gerne möchte ich das eigentliche Problem an den Wurzeln packen, natürlich liebe ich es auch nicht, wenn Katzen Vögel fangen, aber prozentual ist das ein klacks. Wer der eigentlich Vernichter unserer Singvögel ist "der Mensch". Millionen Wild- und Singvögel werden sogar mit behördlichen Bewilligungen, zu Hunderttausend mit Fangnetzen, Fallen ec. gefangen und werden vom "Mensch" gegessen, sogar an unseren Grenzen wie Italien, Frankreich, Griechenland usw. Gute Informationen findet ihr im Internet unter Vogelfang in Italien. Dann sehen wir klar, der "Mensch frisst unsere Singvögel weg" !

  • Alex Servant am 24.07.2014 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Genau...

    Ausgerechnet in der Nacht, wenn sie am aktivsten sind, sollten sie drin bleiben? Mein Kater folgte ja brav, aber den Befehl, er müsse abends beizeiten zu Hause sein, würde er geflissentlich ignorieren.

  • Aragon W. am 24.07.2014 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Katzen sind gefährliche Raubtiere!

    So wie es ein Hundegesetz gibt sollte es auch eins für die Katzen geben! Es kann nicht sein dass man den Hundehaltern vor wirft, sie hätten ein Wildes und gefährliches Tier an der Leine und die Katzen seien kein Raubtiere! Habe selber beobachtet wie Katzen Mäuse quälen und Nutztiere im Garten ausrotten nicht zu vergessen die Koi Fische vom Nachbar , die müssen auch lecker sein! Ich bin für ein Leinenzwang der Katzen im freien oder Hausarrest!